10. September 2018

52 neue Lebensretter an Stefans „alter“ Schule

Wer war Stefan Morsch? Im Biologiesaal des Gymnasiums Birkenfeld fliegen die Hände der Schüler im Dutzend hoch. Die nach dem sportlichen, blonden Teenager benannte Stammzellspenderdatei hat hier ein Heimspiel. Vor 35 Jahren ging Stefan hier zur Schule. Seit ein paar Wochen fühlte er sich ständig schlapp und müde. Sein Hausarzt Dr. Klaus Hoebbel fand damals sehr schnell heraus, dass Stefan Leukämie hat. Das kam fast einem Todesurteil gleich. Heute gibt es gute Chancen, das Leben zu retten. Unter anderem auch indem man sich als Stammzellspender registrieren lässt: 52 Gymnasiasten haben das jetzt getan, weil sie Menschen wie Stefan helfen wollen.

Hoffnung für Leukämiepatienten

Die Stefan-Morsch-Stiftung hat in Birkenfeld ihren Sitz und auch ihre Wurzeln. Der heutige Schuldirektor Dietmar Fries kannte Stefan noch. Er kann sich an die Zeit erinnern, als Stefan als erstem Europäer in Seattle die Stammzellen eines wildfremden Menschen transplantiert wurden. Damals war das noch eine fast völlig unbekannte Therapie. Nicht nur die lokale Presse verfolgte, was in den USA mit Stefan passierte. Die gesamte deutsche und amerikanische Presse berichtete fast täglich über den Jungen aus Deutschland. Es war eine medizinische Sensation, in die viele Patienten ihre Hoffnung setzten. Zurecht! Sein amerikanischer Arzt sollte später den Medizin-Nobel-Preis erhalten. Seine Eltern, die trotzdem ihr Kind wegen einer Lungenentzündung verlieren sollten, gaben den Kampf nie auf. Sie machten sich und später die Stiftung zum Anwalt der Leukämiepatienten.

Erste Stammzellspenderdatei

Sie gründeten 1986 die erste deutsche Stammzellspenderdatei, die bis heute täglich bei Vereinen, in Firmen und vor allem auch in Schulen, dafür wirbt, dass sich junge Erwachsene als potenzielle Lebensretter zu Verfügung stellen. Typisierungsaufrufe an Stefans „alter“ Schule sind fester Bestandteil des Schul-Kalender-Jahres. Niemand will hier noch einmal einen Schulfreund an den Blutkrebs verlieren. Deshalb arbeiten Lehrer und Schüler Hand in Hand mit der Stefan-Morsch-Stiftung, um über die Chancen und Risiken der Stammzellspende aufzuklären. (dji)

Die nächste Gelegenheit sich im Kreis Birkenfeld als Stammzellspender registrieren zu lassen, ist bei folgenden Blutspende- und Typisierungsterminen, die die Stefan-Morsch-Stiftung mit dem DRK-Blutspendedienst West anbietet:

Freitag, 9. November, 16 – 20 Uhr, Henry-Dunant-Haus, Brückener Str. 22, 55765 Birkenfeld

Freitag, 16. November, 17 – 20 Uhr, Grundschule Wildenburg, Wildenburgstr. 15, 55758 Kempfeld