Hoffen – Helfen – Heilen
05. Januar 2022

Abschied einer Mutmacherin

Gabi Reder hat zahlreiche Menschen motiviert und begleitet, sich für Leukämiebetroffene stark zu machen. Elf Jahre lang gehörte die 59-Jährige zum Team der Stefan-Morsch-Stiftung. Jetzt zieht sie sich aus ihrer Herzensaufgabe bei Deutschlands erster Stammzellspenderdatei zurück.  

Seit elf Jahren auf der Suche nach neuen Stammzellspender:innen

Ob im Vorstandssekretariat oder im Team der Spendergewinnung, eines war Gabi Reder immer besonders wichtig: Mut zu machen – sowohl Menschen mit Leukämie und ihren Familien als auch neuen, potenziellen Lebensretter:innen. Als Ansprechpartnerin plante sie mit unzähligen Vereinen, Firmen, Schulen und Familien Hilfs- und Registrierungsaktionen. Am liebsten waren ihr die Einsätze vor Ort: „Es macht mir Spaß, andere davon zu überzeugen, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen. Ich habe in den vergangenen Jahren im Team der Stiftung immer wieder erlebt, dass man zusammen unglaublich viel erreichen kann, wenn man das gleiche Ziel hat: helfen.“ Auch die gemeinsamen Aufrufe zur Blutspende und Typisierung mit dem DRK-Blutspendedienst West koordinierte Gabi Reder. So ebnete sie mitverantwortlich den Weg dafür, dass sich Blutspender:innen auch gleichzeitig als mögliche Stammzellspender:innen in die Datei der Stiftung aufnehmen lassen können.

2010 nahm die gelernte Arzthelferin und Betriebswirtin ihre Aufgabe bei der gemeinnützigen Einrichtung auf. Ein Typisierungsaufruf bleibt ihr besonders in Erinnerung. Gemeinsam mit einer Familie in Nordrhein-Westfalen wurde ein passender Stammzellspender oder eine passende Stammzellspenderin für den zehnjährigen Sohn gesucht. „Sehr, sehr viele Menschen hat die schwere Krankheit des kleinen Jungen bewegt – und sogar vor dem großangelegten Termin wurde ein passender Spender gefunden.“ Doch das Kind starb, bevor die Stammzellen transplantiert werden konnten, die ihm vielleicht das Leben gerettet hätten. Trotzdem wünschte sich die Familie, dass die Typisierungsaktion stattfand. „Die Anteilnahme der Menschen aus der Umgebung war überwältigend. Obwohl der Junge nicht mehr am Leben war, ließen sich mehr als 1.300 Menschen registrieren. Das bewegt mich heute noch immer.“

Pionierarbeit der Stefan-Morsch-Stiftung

Gabi Reder hat großen Respekt vor Emil und Hiltrud Morsch, die nach dem Tod ihres 16-jährigen Sohnes Stefan seinen Wunsch wahr machten und in Deutschland eine Datenbank zur Erfassung möglicher Stammzellspender:innen aufbauten. „Es beeindruckt mich tief, wie die Familie um Stefan gekämpft hat, als er an Leukämie erkrankte. Damals gab es für Betroffene wie ihn keine Überlebenschancen. Die Eltern haben sein Leben mit allen Mitteln verteidigt und nach seinem Tod so viel Kraft und Energie in den Aufbau der Stiftung gesteckt, um anderen betroffenen Familien zu helfen. Ich frage mich oft, ob ich das geschafft hätte. Dieser Respekt war immer ein Antrieb für mich. Auch den heutigen Vorstand, Susanne Morsch und Bruno Zimmer, möchte ich meine Hochachtung vor ihrem Einsatz aussprechen.“

Die Vorstandsvorsitzende Susanne Morsch bedankt sich bei der langjährigen Mitarbeiterin „für den unermüdlichen Einsatz und die ansteckende Zuversicht – nicht nur für betroffene Familien. Es war ihr immer auch wichtig, Kollegen und Partnern mit offenen Ohren und helfenden Händen zu begegnen. Mit Wehmut verabschieden wir uns von Gabi Reder.“ Auch Vorstand Bruno Zimmer erklärt: „Mit ihrer Anteilnahme und ihrer menschlichen Wärme hat sie Brücken gebaut und vielen Menschen Zuversicht geschenkt. Wir werden sie sehr vermissen.“

Mehr Zeit für die Familie

Obwohl ihr der Abschied nicht leichtfällt, freut Gabi Reder sich auf das Mehr an Freizeit: „Vor allem anderen will ich gesund mit meinem Mann die kommenden Jahre genießen und mir wieder mehr Zeit für meine große Laufleidenschaft nehmen. Außerdem werde ich unsere beiden Söhne im Familienbetrieb unterstützen und hoffe, dass ich mich bald auf meine ersten Enkel freuen darf“, verrät sie lachend. „Mir bleiben viele schöne Erinnerungen an die Zeit im Team der Stiftung. Dafür möchte ich mich beim Vorstand und allen Kolleginnen und Kollegen bedanken – für die gute Zusammenarbeit und die familiäre, herzliche Atmosphäre. Der Stiftung wünsche ich weiterhin viel Erfolg bei der Suche nach neuen Lebensrettern und Lebensretterinnen.“

Ansprechpartner

Fabian Korb
Spendergewinnung
T: +49 6782 9933-98
F: +49 6782 9933-5598
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