03. Juni 2016

Biken gegen Blutkrebs: Typisierung beim Radmarathon

320 Kilometer Rad fahren bergauf und bergab von Ochtrup (Kreis Steinfurt) bis ins Wiehengebirge und zurück – zum Spaß und für den guten Zweck – das bietet der Fahrradmarathon „Burning Roads“ am Samstag, 18. Juni. Mit dem Erlös aus den Kilometergeldspenden möchte Organisator Thorsten Stening das Netzwerk gegen Kinderprostitution, Roter Keil mit Sitz in Münster, unterstützen. Nach dem Marathon können gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren, von 16 bis 20 Uhr, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke leisten. Mit einer Speichelprobe kann man sich am Stand der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, kostenlos in der Marienschule, Overbergstraße 6, als Stammzellspender registrieren.
Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Oft ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen. In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit 27 Millionen Menschen registriert, nichtsdestotrotz ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet. Thorsten Stening will dem Glück durch den Aufruf nach dem Radmarathon auf die Sprünge helfen: „Ich hoffe, dass sich viele Leute am Stand informieren und sich typisieren. Das kostet ein bisschen Zeit, die Leben retten kann.“

Eine Typisierung ist ganz einfach: In einem Gesundheitsfragebogen die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen, starkes Übergewicht und die Zahl der Schwangerschaften. Aus einer Speichelprobe werden im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung die für eine Transplantation wichtigen Gewebemerkmale (HLA-Werte) analysiert und in der Spenderdatei der Stiftung gespeichert. Das bedeutet: Die HLA-Werte, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym hinterlegt. Gemeinsam mit der Spendernummer werden diese an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, um für  weltweite Suchanfragen von  Patienten zur Verfügung zu stehen. Kommt man als Spender in Frage, nehmen Mitarbeiter der Datei den Kontakt auf.

Wer beim Fahrradmarathon mitmachen will, kann sich unter www.burningroads.de informieren und online anmelden.(az)

Was passiert bei einer Stammzellentnahme?

Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme werden durch eine Punktion des Beckenkamms 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen – aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

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