Hoffen – Helfen – Heilen
12. Oktober 2020

Daniel Kassem hilft mit Stammzellspende

Daniel Daud Kassem aus dem saarländischen Homburg hat für einen Menschen mit Blutkrebs Stammzellen gespendet. Hier erzählt er von seinen Erfahrungen:

„Als ich mich bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrierte, war ich noch in der Grundausbildung bei der Bundeswehr. Jetzt studiere ich Medizin. Ich wollte mich gerne typisieren lassen, weil die Stammzellspende in das Fachgebiet fällt, worin sich auch mein angestrebter Beruf nach dem Studium wiederfindet. Anderseits auch die Chance, eines Tages hoffentlich ein Leben retten zu dürfen. Ich ließ mir dazu ein wenig Blut entnehmen, das zur Bestimmung der Gewebemerkmale genutzt wurde, womit man in die Stammzellspenderkartei aufgenommen wird.

Die Zeit vor der Spende war für mich äußerst aufregend aber auch teilweise surreal, da ich mit dem Anruf der Stefan-Morsch-Stiftung gar nicht gerechnet hatte. Besonders nicht 2 Jahre nach der Registrierung. Nach zahlreichen Tests und der Hoffnung, dass die Merkmale übereinstimmen und ich wirklich kerngesund bin, sodass der Spende nichts im Wege steht, kam dann die endgültige Freigabe zur Spende, welche mich auch riesig freute. Ich hatte von dem Medikament, dass man sich in den Tagen vor der Entnahme verabreichen muss, keine Nebenwirkungen, mir ging es also durch und durch sehr gut.

Die Entnahme hat bei mir etwas über 5 Stunden gedauert, die Zeit verging leider nicht so schnell wie erhofft und die dauerhaft gestreckten Arme waren auch nach einiger Zeit etwas unangenehm. Das hält sich aber alles im Rahmen und war auch absolut aushaltbar und nicht schlimm. Man braucht keine Angst haben, dass es wehtut oder man sich komplett schlapp fühlt.

Ich hatte mir im Vorfeld schon viele Gedanken zum Empfänger gemacht. Wo kommt die Person her? Wie alt? Männlich oder weiblich? Hat die Person Familie und wie sieht der Lebenslauf aus, was hat die Person alles bereits in ihrem Leben erlebt? Die Informationen zur Person nach der Spende waren dann auch eine kleine Belohnung, weckten gleichermaßen auch Vorfreude und weitere Hoffnung, mehr zu erfahren sowie, dass ich der Person auch hoffentlich helfen konnte.

Ich habe mit der Hoffnung gespendet, dass die Person überlebt und die Krankheit besiegen kann.

Ich konnte vielleicht den ein oder anderen schon überzeugen, darüber ernsthaft nachzudenken oder sich sogar typisieren zu lassen. Falls nicht kommt jetzt mein Appell an euch, es bitte zu tun. Man kann nämlich nie wissen, wer plötzlich an Leukämie erkrankt. Es könnte leider jeder sein und der Gedanke daran, dass es eine nahestehende Person treffen könnte, hat meine Entscheidung damals nochmals bestätigt. In so einem Fall wünscht man sich natürlich, dass ein passender Spender gefunden werden kann und je mehr Leute sich typisieren lassen, desto höher ist die Chance auf einen passenden Spender. Tut es also nicht für euch selber, sondern für die Angehörigen und den Patienten, da es vermutlich deren größter Wunsch ist einen passenden Spender zu finden und die Chance zu haben, zu überleben. Wenn ihr nämlich der passende Spender seid, könnt ihr ein Leben retten. Ihr werdet euch stolz und überglücklich daran zurückerinnern.“

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