Erfahre mehr über Lebensretterin Lisa und ihre besondere Verbindung zu Australien
23. Januar 2026

"Mir war es wichtig, glückliche Zellen zu spenden"

Einmal um die ganze Welt… und wieder zurück

Australien spielt in Lisas Leben schon lange eine besondere Rolle. Vor gut 25 Jahren verbrachte sie mehrere Monate in Down Under, um dort ihre Diplomarbeit zu schreiben. Eine prägende Zeit, an die sie bis heute gern zurückdenkt. Dass dieses Kapitel ihres Lebens Jahrzehnte später noch einmal eine ganz neue Bedeutung bekommen würde, konnte sie damals nicht ahnen.

Denn heute verbindet Lisa nicht nur eine persönliche Erinnerung mit Australien, sondern auch das Leben einer Frau, die dort an Blutkrebs erkrankte – und der sie mit ihrer Stammzellspende die Chance auf ein neues Leben gegeben hat.

Der Auslöser dafür lag ausgerechnet an einem anderen Ort, der für Lisa ebenfalls biografische Bedeutung hat: Birkenfeld. Dort hatte sie studiert. Und dort sitzt die Stefan-Morsch-Stiftung.

Typisierungsaktion beim Arbeitgeber

Im Dezember 2023 organisierte Lisas Arbeitgeber, die JUWI GmbH in Wörrstadt, gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung eine Typisierungsaktion. „Für mich war sofort klar, dass ich mitmache“, sagt Lisa. Eine kleine formale Hürde gab es dennoch: Weil die Stiftung die Typisierungskosten nur bis zum 40. Lebensjahr übernimmt, da die Wahrscheinlichkeit, als Spender:in ausgewählt zu werden, mit dem Alter sinkt, hätte Lisa die rund 40 Euro selbst zahlen müssen. JUWI sprang ein und übernahm die Kosten – nicht nur für sie, sondern auch für alle anderen JUWI Mitarbeiter:innen über 40, die sich typisieren lassen wollten.

Die Typisierung machte Lisa später zu Hause in Hannover. Danach: lange nichts. Kein Anruf, keine Mail, kein Hinweis darauf, dass ihre Stammzellen je gebraucht würden.

Bis im Herbst 2025 plötzlich ihr Telefon klingelte. Auf dem Display: eine Birkenfelder Vorwahl. „Ich habe dort studiert – ich dachte erst, meine alte Hochschule ruft an“, erzählt sie. Stattdessen war es eine Mitarbeiterin der Stefan-Morsch-Stiftung. Die Nachricht: Lisa kommt als Spenderin infrage.

„Das war überraschend, aber es hat sich sofort richtig angefühlt“, sagt sie. Die weiteren Untersuchungen folgten, dann der Spendetermin.

Respekt vor der Nadel und glückliche Zellen

Eine Sache wollte Lisa vorher geklärt haben. Die tägliche Selbstinjektion zur Anregung der Stammzellproduktion machte ihr Respekt. „Ich habe gefragt, ob ich das vorher einmal unter Anleitung ausprobieren kann“, sagt sie und lacht. „Die waren erst baff – das hatte wohl noch niemand gefragt. Aber es war kein Problem.“ Danach war die größte Unsicherheit für sie erledigt. Am Wochenende vor der Spende ging Lisa noch einer großen Leidenschaft nach: sie ging zu einem Tanzworkshop: „Tanzen gibt mir so viel positive Energie und mir war es wichtig, nicht nur gesunde, sondern auch glückliche Zellen zu spenden. Und so habe ich meine Zellen noch einmal richtig aufgeladen, bevor ich zur Spende gegangen bin“.

Die Spende selbst verlief komplikationslos. Ja, sie spürte die Spritzen. Ja, sie merkte, dass ihr Körper arbeitete. „Aber das war alles zweitrangig. Das Gefühl, wirklich helfen zu können, war deutlich stärker.“

Ein Kreis schließt sich

Nach der Spende erfuhr Lisa, wohin ihre Zellen gingen: nach Australien.

„Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Das war für mich wie ein Kreis, der sich schließt“, sagt sie. „Meine Zeit dort vor 25 Jahren. Jetzt meine Zellen dort. Und dazwischen Birkenfeld und die Stefan-Morsch-Stiftung. Es passt einfach alles zusammen.“

Auch bei JUWI verfolgten viele Kolleginnen und Kollegen Lisas Weg. Im Intranet erschien ein kurzer Bericht über ihre Spende. „Ich habe unglaublich viel positives Feedback bekommen – Likes, Kommentare, persönliche Nachrichten. Das hat mich sehr berührt.“

Inzwischen hat Lisa auch den ersten Schritt in Richtung Empfängerin gemacht. Über die Stiftung ist bereits eine anonyme Kontaktaufnahme möglich. „Ich habe ihr eine E-Mail geschrieben. Wenn sie später direkten Kontakt möchte, würde ich mich sehr darüber freuen.“

Ihr Fazit fällt klar aus: „Die Spende hat nicht nur jemand anderem geholfen. Sie hat auch mir selbst gutgetan. Der Zuspruch, die Begleitung durch die Stefan-Morsch-Stiftung – das war alles extrem wertschätzend und professionell.“

Und wer weiß: Vielleicht führt diese Spende Lisa eines Tages tatsächlich noch einmal nach Australien zurück. Dorthin, wo ihre ganz persönliche Spendergeschichte ihren Anfang nahm – lange, bevor sie überhaupt wusste, dass es die Stefan-Morsch-Stiftung gibt.


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