22. November 2016

Familienvater hofft auf Leben

Beim Fußball für Fairness sorgen und für die Familie da sein – für Detlef aus Schlarpe (Kreis Northeim) waren das feste Größen in seinem Leben. Jetzt jedoch kämpft der Familienvater und Schiedsrichter gegen Leukämie. Nur eine Stammzellspende kann ihm helfen. Um für ihn und andere Leukämiekranke passende Spender zu finden, planen die Arbeitskollegen von Detlefs Frau und Freunde der Familie mehrere Typisierungsaktionen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei. Die erste ist am Sonntag, 18. Dezember, 13 bis 17 Uhr, in der Nephrologischen Gemeinschaftspraxis und Dialyse, Erwin-Böhme-Straße 8, in Holzminden.
Alles begann ganz harmlos: Mit Zahnbeschwerden ging der 54-Jährige zum Arzt. Kurz vor der geplanten Operation kommt es zu Komplikationen. Eine Blutuntersuchung bringt die erschütternde Diagnose: Blutkrebs. Detlef, Ehefrau Conny und die beiden erwachsenen Kinder sind geschockt. Sofort wird mit der Chemotherapie begonnen. Doch schnell ist klar, um gesund zu werden, braucht Detlef eine Stammzelltransplantation.

„Keine Frage, ich will helfen!“

Die Arbeitskolleginnen von Detlefs Frau Conny sind erschüttert: „Wir fühlen alle mit der Familie mit“, erzählt Lena Hermann, Dialyseschwester in der Nephrologischen Praxis Holzminden. „Keine Frage, ich will helfen!“, fasste sie den Entschluss und wandte sich mit ihrer Kollegin Stephanie Surburg an die Stammzellspenderdatei im rheinland-pfälzischen Birkenfeld.

11.000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland die Diagnose Leukämie gestellt. Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender zur Verfügung stellen. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für Patienten wie Detlef einen passenden Stammzellspender zu finden.

Die Typisierung ist einfach und unkompliziert

Die Typisierung ist ganz einfach und für Erwachsene bis 40 kostenlos: Ein Gesundheitsfragebogen, eine Einverständniserklärung und dann eine kleine Blutabnahme – ein Fingerhut voll genügt. Im Labor der Stiftung werden dann die Gewebemerkmale, die entscheidend für eine Transplantation sind, untersucht und in der Datei gespeichert. Stimmen die Merkmale mit denen eines Patienten überein, nehmen Mitarbeiter der Stiftung Kontakt auf.

Die beiden Organisatorinnen der Aktion haben schon viel bewegt: „Wir haben sämtliche Firmen in der Umgebung angeschrieben und um Unterstützung gebeten.“ Die Rosen-Apotheke und der Rotary Club in Holzminden sowie der Malerbetrieb Keese in Bevern sind nur drei der mehr als 20 Organisationen, die die Hilfe für Detlef unterstützen. An der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden haben sie gemeinsam mit der Birkenfelder Datei bereits über die Aktion informiert. Für den Termin am dritten Advent haben sie auch schon ein Büffet mit belegten Brötchen und Kuchen sichergestellt. „Arbeitskollegen, die Arztpraxis Dres. Scharffetter, unsere Freunde und Familie helfen kräftig mit. Gegen eine kleine Spende darf sich jeder bedienen, auch, wer sich nicht typisieren lassen kann oder möchte“, freut sich Lena Hermann, „jeder kann helfen. Auch ein Spendenkonto ist eingerichtet.“

„Helfen Sie mit!“

Gemeinsam mit der Familie hoffen Lena Hermann und Stephanie Surburg, dass viele Menschen am dritten Advent ab 13 Uhr in die Praxis nach Holzminden kommen: „Wir möchten Detlef und anderen Erkrankten helfen! Helfen Sie mit!“

Weiteres zu Typisierung und Stammzellspende kann man auf der Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung erfahren oder sich persönlich unter der kostenlosen Hotline 0800 – 76 67 724 informieren. Auch über info@stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook sind Mitarbeiter der Stiftung erreichbar. (az)

Spendenkonto: IBAN DE70 2625 0001 0172 1887 65, BIC: NOLADE21NOM

Ein weiterer Typisierungstermin zur Hilfe für Detlef ist am Sonntag, 15. Januar, in Schlarpe, geplant.