20. Juli 2016

Fußballer gegen Leukämie

„Hol Dir den Kick, rette Leben“ unter diesem Motto wurde vor 5 Jahren eine Kooperation gestartet, die aus saarländischen Fußballern und ihren Fans Lebensretter macht. Zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, wirbt der Fußballverband (SFV) seitdem jedes Jahr auf vielen Fußballfeldern für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Auch beim bevorstehenden Ruhr-Derby im Saarland kann die Stiftung auf den Verband zählen. Denn am Samstag, 6. August, treten die Traditionsmannschaften von Borussia Dortmund und Schalke 04 in St. Wendel zugunsten der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke an – wieder unterstützt vom SFV.
Mehr als 8000 Euro an Spendengeldern sind inzwischen auf Initiative des Saarländischen Verbandes (SFV) von den Vereinen, wie dem SV Elversberg, FV Eppelborn, FV Lebach und vielen anderen Hobby- und Freizeitteams, gesammelt worden. Geld, das von der Stefan-Morsch-Stiftung dazu verwendet wird, um Patienten zu unterstützen, die durch ihre Leukämieerkrankung in eine finanzielle Notlage geraten. Spenden, die aber auch eingesetzt werden, um die Zahl der Lebensretter, die bei der ältesten Stammzellspenderdatei Deutschlands als Spender registriert sind, zu erhöhen. Klar, dass die Einnahmen des Benefizspiels der Ruhrpott-Vereine auch in diesen Topf gehen.

Eine Chance ist eine Chance

Der Gründer der gemeinnützigen Stiftung, Emil Morsch, selbst gebürtiger Saarländer, weiß wie wichtig die großen und kleinen Spenden im Ernstfall sind: „Als 1983 klar war, dass unser leukämiekranker Sohn Stefan nur in den USA eine Knochenmarkspende bekommen konnte, die Krankenkasse aber damals die Kosten nicht übernehmen wollte, haben meine Frau Hiltrud und ich eine Bürgschaft auf unser Haus aufgenommen. Als das nicht reichte, wurde ein Spendenaufruf gestartet. Es war ergreifend zu sehen, wie Kinder ihre Spardosen und ältere Frauen einen Teil ihrer kleinen Rente dafür geopfert haben, damit Stefan diese Chance in den USA bekam.“ Letztendlich waren es diese Spenden, die nach Stefans Tod dazu führten, dass 1986 die Stefan-Morsch-Stiftung gegründet wurde: „Ohne Menschen, die bereit sind, sich für andere Menschen zu engagieren – ob als Stammzellspender, als ehrenamtlicher Helfer oder als Geldspender – wäre die Arbeit der Stiftung und was wir erreicht haben, nicht möglich“, so Morsch.

Sein Sohn Stefan, der als Jugendlicher an Leukämie erkrankte, hatte 1984 – kurz bevor er nach der erfolgreichen Transplantation an einer Lungenentzündung starb – die Idee zur Gründung der ersten deutschen Stammzellspenderdatei. Wenn Ende der 70er Jahre Kinder an Blutkrebs erkrankten, dann war das für mehr als die Hälfte das Todesurteil. Damals gab es keine Spenderdateien. Es gab keine Krankenkasse, die bereit war, die Kosten der Transplantation mit Fremdspendern zu übernehmen. Denn noch war die Knochenmarkspende mit Fremdspendern keine etablierte Heilmethode. Es gab damals  keine digitale Vernetzung, geschweige denn wohnortnahe Transplantationszentren. So bekamen in diesen Jahren viele Eltern leukämiekranker Kinder den ärztlichen Rat: „Nehmen Sie  Ihr Kind mit nach Hause. Es wird sterben!“

Dies zu ändern haben sich die Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung 1986 zur Aufgabe gemacht. Heute vermittelt die Datei jährlich mehr als 600 potenzielle Lebensretter für Patienten weltweit. Derzeit sind mehr als 400 000 Spender in der Stammzellspenderdatei registriert. Jeder von Ihnen erhöht die Chance für einen Leukämiepatienten, einen passenden Spender zu finden. Mehr als 42.000 davon sind Spender aus dem Saarland. „Das sind im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr, sehr viele Menschen, die so ihre Hilfsbereitschaft unter Beweis stellen“, erklärt Morsch. „Dies ist sicherlich auch ein Verdienst der saarländischen Fußballer und ihrer Fans.“

Benefizspiel am 6. August

Mit diesem Plakat wird für das Ruhr-Derby im Saarland geworben.

Mit diesem Plakat wird für das Ruhr-Derby im Saarland geworben.

Die gemeinnützige Organisation wird auch beim Benefiz-Spiel in St. Wendel im August über das Thema Leukämie und Stammzellspende aufklären. Die Identifikation mit dem Lieblingsverein und das soziale Engagement der Vereinsspitzen haben bislang stets dazu geführt, dass sich viele Fußballer, aber auch Fans, für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke einsetzen. „Dabei ist nicht die Größe des Kooperationspartners entscheidend, sondern der Wille zu helfen“, so die Stiftung. Flankiert von den Geldspenden konnte so schon vielfach Leben gerettet werden. „Unsere Arbeit lebt davon, dass wir Unterstützer im Kampf gegen die Leukämie gewinnen – Entscheidungsträger, die sich die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu Eigen machen“, so Emil Morsch.  Er weiß, eine Typisierung ist ein Projekt, das nachhaltig wirkt. Ein Aufruf wie ihn jetzt die SG St. Wendel und der saarländische Fußballverband startet, kann so nach Wochen, Monaten, Jahren, aber auch noch Jahrzehnte später Leben retten. Er wirkt aber auch in die Vereine hinein. Denn es stärkt den Teamgeist, wenn sich Mitglieder und Fans über den Sport hinaus engagieren. So gewinnt das Ehrenamt im Sport eine zusätzliche Dimension: Es kann Leben retten!

In den vergangenen Monaten haben wieder einige Hobby-Turniere – wie etwa der Elfer-Cup- stattgefunden, deren Erlöse unter anderem der Stefan-Morsch-Stiftung zu Gute kamen. Am 6. August werden vor den „großen“ Mannschaften aus dem Pott, eine Auswahl der CDU Saar gegen die Stadt St. Wendel spielen. Höhepunkt der Fußball-Saison zugunsten der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranken ist aber das Spiel um 16 Uhr im Stadion „Zum Sportzentrum“. Emil Morsch: „Wir freuen uns drauf, wieder im Saarland Gast zu sein und danken den Fußballern und ihren Fans für ihre Unterstützung.“

Mehr Infos über die Stefan-Morsch-Stiftung: www.stefan-morsch-stiftung.de

Samstag, 23. Juli, 9.30 bis 15 Uhr, werden zudem der ehemalige Bürgermeister der Stadt Idar-Oberstein, Bruno Zimmer, und der Wirtschaftsprüfer Thomas Roland im Idar-Obersteiner Globus Karten (Erwachsene 6 Euro, Kinder bis 12 Jahre 3 Euro) für das Benefiz-Spiel „Fußball gegen Leukämie: Ruhr-Derby im Saarland“ verkaufen.

Reguläre Kartenvorverkaufsstellen  sind:

  • KLEIN Buch+Papier GmbH, Bahnhofstr. 13, 66606 St. Wendel
  • Globus SB-Warenhaus St. Wendel, Am Wirthembösch, 66606 St. Wendel
  • Pressewelt im Wasgau-Markt, Wasserschieder Straße 42, 55765 Birkenfeld
  • Lotto&Presse, Kennedyallee 9, 55774 Baumholder
  • Servicebüro für Bürger des Landkreises St. Wendel, Mommstraße 21–31, 66606 St. Wendel
  • Zudem können Karten direkt bei der Stefan-Morsch-Stiftung bestellt werden: Ansprechpartner ist Martin Rozycki, Telefon: 06782-993350, Email: vorverkauf@stefan-morsch-stiftung.de.