30. Januar 2017

Hilfe für Max: Mehr als 400 Menschen sind Lebensretter

„Wir sind heute hier, weil wir Max gegen die Leukämie helfen wollen“, sagen die sechs Jungs zwischen zehn und 12 Jahren schüchtern, die in der Uniform der Jugendfeuerwehr Mettendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Getränke verkaufen und abräumen. Dem 12-jährigen Jungen aus der Jugendwehr und anderen Blutkrebspatienten wollen Menschen aus der ganzen Region helfen. Das zeigten die Aufrufe vom Wochenende: Mehr als 400 ließen sich als Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, registrieren.

Teamarbeit mit Feuerwehr, DRK und THW

Rheinland-pfalzweit unterstützten Feuerwehren, THW und DRK den Typisierungsaufruf der Mettendorfer Feuerwehrleute. Die Feuerwehr Sülm schloss sich mit einem weiteren Aufruf während ihrer Jahreshauptversammlung auf. Überall im Mettendorfer Dorfgemeinschaftshaus traf man auf Frauen und Männer in dunkelblauen Uniformen, auch aus den umliegenden Kreisen. Die Feuerwehrleute aus dem 200 Kilometer entfernten Frankenthal haben wahrscheinlich den weitesten Weg auf sich genommen: Um vielleicht für Max oder einen anderen Patienten irgendwann Stammzellen zu spenden und Hoffnung auf Leben zu geben. Auch junge Leute ohne Uniform kamen und reihten sich in die lange Schlange vor dem Infotisch ein, wo Mitarbeiter der Stiftung genau über das Thema Typisierung aufklärten.

Hoffnung spenden

Der 25-jährige Christoph Görgen, Trainer der A-Jugend-Mannschaft der JSG Arzfeld/Daleiden hat gleich die gesamte Mannschaft mitgebracht. „Wir sind auf dem Weg zu einem Turnier in Neuerburg. Mettendorf liegt auf dem Weg. Ich hab in der Zeitung von der Typisierungsaktion gelesen und im Training den Vorschlag gemacht, hier anzuhalten. Hoffentlich passt einer von uns als Spender für Max oder jemand anderen.“

Viele Kräfte wurden mobilisiert: Immer wieder kam jemand aus dem Dorf vorbei und stellte eine frisch gebackene Torte auf dem Kuchenbüffet ab, die neben Crêpes und Getränken zugunsten der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke verkauft wurde. Auch Landrat Dr. Joachim Streit bediente sich gemeinsam mit Verbandsbürgermeister Moritz Petry und Ortsbürgermeister Paul Lentes am Büffet und unterstützte so die Hilfsaktion. Ein Spende von 1000 Euro überreichte der Landrat vorher an die Stefan-Morsch-Stiftung: „Bei jeder einzelnen Typisierung fallen der Datei Kosten an. Die Summe soll helfen, diese Kosten zu finanzieren.“

Anteilnahme ist groß

Ortsbürgermeister Lentes plant für diese Woche noch einen besonderen Besuch. Ein anonymer Brief aus Bitburg hat ihn erreicht, „mit der Bitte, einen weiteren inliegenden Brief an die Familie von Max weiterzuleiten.“ Diese Bitte möchte er so schnell wie möglich persönlich erfüllen.

Max Eltern wenden sich mit einem handgeschriebenen Brief an alle Helfer, Unterstützer und Typisierte und sagen danke: „Es rührt uns sehr, dass an der Krankheit von Max so viel Anteil genommen wird.“

Auch Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Birkenfelder Stammzellspenderdatei, bedankt sich: „Hier wurde viel auf die Beine gestellt, um Patienten wie Max und ihren Familien Hoffnung zu geben. Dafür Danke – an die Feuerwehren, alle Organisatoren, Helfer und Unterstützer, die den Aufruf gefördert haben.“

Gespeichert für weltweite Suchanfragen

Die Blut- und Speichelproben sind inzwischen in Birkenfeld eingetroffen und werden Im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung auf die für eine Transplantation relevanten genetischen Gewebemerkmale (HLA-Werte) analysiert. Im Anschluss werden diese Daten anonym in der Datei gespeichert. Passen die Werte eines Patienten zu einem potenziellen Spender, nehmen Mitarbeiter der Stiftung den Kontakt auf. So kann vielleicht nach wenigen Wochen, Monaten, Jahren oder sogar Jahrzehnte später Leben gerettet werden. (az)