22. Dezember 2015

Hunsrücker ist durch und durch ein Lebensretter

„Ich habe es für die Tafel Schokolade gemacht“, grinst Roman Weber den Ernst der Angelegenheit einfach weg. 2011 hatte sich der junge Mann aus Niedersohren (Rhein-Hunsrück-Kreis)  bei einer gemeinsamen Spendenaktion des Herzog-Johann-Gymnasiums in Simmern und Stefan-Morsch-Stiftung typisieren lassen. Jetzt gaben seine im Dezember gespendeten Stammzellen einem wildfremden Menschen mit Leukämie irgendwo auf der Welt die letzte Chance auf Leben.
Die Schüler rufen regelmäßig gemeinsam mit der Stiftung zur Registrierung als Stammzellspender auf. So auch im Sommer 2011. 11.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Leukämie. Ohne eine Stammzellspende hätten viele kaum eine Chance, gesund zu werden. Daher sind Typisierungsaktionen so wichtig. Dabei werden mögliche Spender registriert, die Aktionen rütteln Schüler auf und mobilisieren Väter und Mütter, Nachbarn, Freunde oder einfach nur diejenigen, die schlicht helfen möchten. Roman Weber gehörte zu denmehr als 100 jungen Menschen, die damals dem Aufruf gefolgt waren – und sich über ein süßes Dankeschön freuen durften. „Die Stiftung hatte eine Unmenge Schokolade mit“, erklärt er seinen Einstiegs-Scherz.

Im Oktober dieses Jahres informierte die Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld dann den heute 23-Jährigen, dass er eventuell als Spender infrage kommen könne. Da zeigte sich der DRK-Rettungssanitäter von seiner ernsthaften Seite: „Ich habe keine Sekunde überlegt, ob ich spenden sollte“, so Roman Weber. Ein Cousin von ihm war mit 14 Jahren an Leukämie gestorben. Dieses Schicksal in der Familie hat den jungen Roman für sein Leben geprägt. „Ich habe mich gefreut, dass ich helfen kann.“ Und schon wird es ihm wieder zu ernst: „Besonders gefreut habe ich mich, dass ich nur wenige Kilometer nach Birkenfeld zu fahren hatte. Ich brauchte noch nicht einmal eine Übernachtung“, klingt es wieder flapsig aus seinem Munde.

Eine Reihe von Bluttests und umfassende Aufklärungsgespräche durch Deutschlands ältester Stammzellspender-Datei haben Roman Weber auf die entscheidenden Wochen vorbereitet. Ein paar Freunde seien schon besorgt gewesen, ob das nicht doch gefährlich sei, erzählt der 23-Jährige. Für den leukämiekranken Patienten sei das ganz sicher sehr viel schlimmer, habe er stets darauf geantwortet. Da er Stammzellen mittels Apherese spenden sollte, musste sich der Rettungssanitäter vorher vier Tage lang ein Medikament spritzen, das seinen eigenen Stammzellenpool angeregt hat. „Ich habe mit Rückenschmerzen und Kopfweh reagiert “, erinnert er sich.  „Das war aber kein Grund für einen Rückzieher. Schließlich habe ich auch sonst Kopfschmerzen.“ Die Beschwerden ließen auch rasch wieder nach.

In den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie die der Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit weltweit mehr als 27 Millionen Menschen registriert. Trotzdem ist es für jeden Patienten ein Glücksfall, wenn sich nach einer bis dahin erfolglosen Therapie ein passender Spender findet. Denn nur bei einem Drittel der Patienten kommen Familienangehörige infrage. Bei der Apherese – der heute gängigsten Entnahme-Methode – werden die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert. Eine Narkose oder gar eine Operation sind nicht erforderlich. „Bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld ist das alles top abgelaufen. Vor allem die hohen Hygienestandards haben mich sehr beeindruckt“, lobt Roman Weber. Von Berufswegen hatte er genau und interessiert hingeschaut. Da konnte die Mutter ihren Sohn anschließend beruhigt nach Hause fahren. Inzwischen haben sich schon ein, zwei Menschen aus seiner Umgebung bei ihm gemeldet und sich nach einer Typisierung erkundigt. Roman Weber kann alle nur ermutigen, sich registrieren zu lassen. Er ist längst wieder fit und bereit fürs Stall ausmisten auf einem Tierlebenshof. Denn nicht nur Menschen liegen dem 23-Jährigen am Herzen, in seiner Freizeit ist er auch im Tierschutz aktiv. (AW)

Die nächste Gelegenheit sich im Rhein-Hunsrück-Kreis und den benachbarten Kreisen typisieren zu lassen, ist bei den gemeinsamen Typisierungsterminen des DRK-Butspendedienstes und der Stefan-Morsch-Stiftung:

03.02.2016     Bad Sobernheim,   Kaisersaal,     Kreuzstr. 7,   17.30 bis 20.30 Uhr

01.03.2016  Edenkoben,  Kurpfalzsaal,   Weinstr. 94,  16.00 bis 20.30 Uhr

04.02.2016     Baumholder,  Hauptschule,  Im Brühl 7,  16.30 bis 19.30 Uhr

04.02.2016    Worms-Pfeddersheim,  Paternus-Schule, Grabenstr. 50,  16.30 bis 20.00 Uhr

05.02.2016    Büchenbeuren, Paul-Schneider-Realschule plus, Sohrener Straße,   16.30 bis 20.30 Uhr

06.02.2016    Selters, Feuerwehrhaus,  Im Geisenborn,  14.00 bis 17.00 Uhr

10.02.2016    Grünstadt,  IGS „Leiningerland“  Pförtmüller Str. 33,  16.00 bis 20.00 Uhr

10.02.2016 Neuhäusel,  Gemeindehaus  „St. Anna“   Gartenstr. 22,   16.00 bis 20.00 Uhr

11.02.2016  Hetzerath,  Bürgerhaus,  Kirchstr. 7,   17.00 bis 20.30 Uhr

12.02.2016  Rhaunen,    Idarwaldschule,  Am Sonnenschlichter 5,   17.00 bis 20.30 Uhr

12.02.2016  Kirn,  Feuerwehrhaus, Teichweg 5, 16.30 bis 20.00 Uhr

12.02.2016  Gillenfeld,  Schule, Schulstr. 11,  17.00 bis 21.00 Uhr

16.02.2016  Lutzerath,  Bürgerhaus „Zum Usbachtal“ Trierer Str. 2,  16.00 bis 20.00 Uhr

16.02.2016  Bad Bergzabern,  Schlosshalle,  Königstr. 61,  16.30 bis 20.00 Uhr

19.02.2016 Haßloch,  Ernst-Rauter-Schule, Martin-Luther-Str. 25,  17.00 bis 20.30 Uhr

19.02.2016  Weyerbusch,  Bgm. Raiffeisenschule, Raiffeisenstraße,  16.30 bis 20.00 Uhr

22.02.2016 Bernkastel-Kues,  Realschule plus, Peter-Kremer-Weg 1-2,  17.00 bis 20.00 Uhr

22.02.2016  Kottenheim,  Bürgerhaus, Schulstr. 12,  16.30 bis 20.00 Uhr

23.02.2016 Germersheim,  Stadthalle, Theobaldstr. 1, 16.00 bis 20.00 Uhr

23.02.2016  Langenlonsheim,  Realschule plus Langenlonsheim, Heddesheimer Straße,  17.30 bis 20.30 Uhr

24.02.2016  Stahlhofen,  Lindensaal, Ringstr. 8,  16.30 bis 20.00 Uhr

24.02.2016  Ochtendung,  Kulturhalle, Langenbergstraße, 16.00 bis 20.00 Uhr

29.02.2016  Trier-Ehrang,  DRK-Rettungswache,  Franziskusstr. 33,  16.30 bis 20.30 Uhr

01.03.2016  Rheinböllen, Puricelli-Schule, Schulstr. 1,  18.30 bis 20.00 Uhr

01.03.2016  Edenkoben, Kurpfalzsaal, Weinstr. 94, 16.00 bis 20.30 Uhr

02.03.2016  Plaidt,  Plaidter Hummerich-Halle, Alter Kirchplatz 5,  16.00 bis 20.00 Uhr

02.03.2016 Jockgrim, Bürgerhaus, Untere Buchstr. 20,  16.30 bis 20.30 Uhr

03.03.2016 Landau,  DRK-sozialzentrum, Rheinstr. 34, 16.30 bis 20.30 Uhr

04.03.2016 Kusel, Schulzentrum BBS, Am Roßberg, 16.30 bis 20.00 Uhr

08.03.2016 Reinsfeld, Kulturhalle, Friedhofstraße, 18.00 bis 21.00 Uhr

09.03.2016 Mülheim-Kärlich, Rheinland-Halle, Ringstr. 45,  16.30 bis 20.30 Uhr

11.03.2016 Wissen, Kuppelsaal, Rathausstr. 56, 16.00 bis 20.00 Uhr

14.03.2016 Ingelheim, Rotkreuzhaus, Max-Planck-Str. 3a, 16.00 bis 19.30 Uhr

15.03.2016 Wörrstadt, Schulzentrum, Humboldstr. 1,  17.30 bis 20.30 Uhr

16.03.2016 Steinweiler, Bürgerhaus, Hauptstr. 38,  17.00 bis 20.30 Uhr

17.03.2016 Niederbrombach, Hauptschule Sporthalle, Hauptstraße, 17.00 bis 20.30 Uhr

18.03.2016 Hütschenhausen, Bürgerhaus, Hauptstr. 94a,  16.30 bis 19.30 Uhr

23.03.2016 Osthofen, DRK-Zentrum, Am Ringofen,  16.30 bis 20.00 Uhr

23.03.2016 Polch, In der Maifeldhalle, Dechant-Riegel-Straße,  16.30 bis 20.30 Uhr

24.03.2016 Niederfischbach, Turnhalle, Rothenbergstr. 15, 16.30 bis 20.00 Uhr

31.03.2016 Offenbach, DRK-Haus, Herrmann-Platz-Str. 4, 17.00 bis 20.30 Uhr

31.03.2016 Herrschbach, Haus Hergispach, Gänseweiherweg, 16.00 bis 20.00 Uhr

Warum kooperiert die Stefan-Morsch-Stiftung mit dem DRK-Blutspendedienst West?

Der überwiegende Teil der Empfänger von Bluttransfusionen sind heute Patienten mit bösartigen Erkrankungen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die beispielsweise an Blutkrebs (Leukämie) erkrankt sind. Dies hängt neben der eigentlichen Erkrankung insbesondere mit der modernen Chemotherapie zusammen. Diese Chemotherapie führt in vielen Fällen zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung im Knochenmark (Aplasie), so dass die Patienten in diesen kritischen Behandlungsphasen lebenswichtig auf Blutübertragungen angewiesen sind. Viele moderne und heilende Behandlungsverfahren, gerade im Kampf gegen Krebs, können nur durchgeführt werden, wenn für diese Patienten genügend Blut zur Verfügung steht. So helfen Blutspenden auch über die Wartezeit hinweg, die es dauert, um beispielsweise einen passenden Stammzellspender zu finden, wenn eine Transplantation erforderlich ist. Unser Video zeigt, wie Maurice den Blutkrebs besiegt hat.