Frank aus Neuwied spendet Stammzellen und schenkt Hoffnung
Für Frank war es eine Entscheidung aus Überzeugung: Der 46-jährige Familienvater und Risikoprüfer aus Neuwied ist Stammzellspender. Und das, obwohl er Nadeln nicht ausstehen kann – und beim Anblick von Blut eher blass wird. Trotzdem hat er den gesamten Prozess durchlaufen, um einem schwerkranken Menschen eine neue Chance auf Leben zu geben.
Seine Typisierung liegt Jahre zurück. Damals hatte ihn und seine Frau das Schicksal eines kleinen, an Leukämie erkrankten Mädchens bewegt. Als dann Anfang dieses Jahres ein Brief der Stefan-Morsch-Stiftung ins Haus flatterte, wurde aus der theoretischen Bereitschaft plötzlich Realität.
„Ich war aufgeregt – ich hatte das Thema gar nicht mehr so auf dem Schirm“, erinnert sich Frank. Der erste telefonische Kontakt mit der Stiftung verlief empathisch und informativ. „Ich fühlte mich nie unter Druck gesetzt, sondern durchgehend gut begleitet.“ Auch seine Familie stand hinter ihm – und begleitete ihn sogar am Tag der Spende.

Mythen vs. Fakten zur Stammzellspende
Dass sich viele Mythen rund um die Stammzellspende halten, bekam Frank in seinem Umfeld ebenfalls zu spüren. Seine Schwiegermutter befürchtete gar eine „halbe Operation“ mit „Gartenschläuchen im Rücken“. Tatsächlich handelt es sich bei der häufigsten Form der Spende um eine ambulante periphere Stammzellenentnahme. Dabei bekommt der Spender über einige Tage ein Medikament, das die Stammzellenproduktion im Knochenmark anregt und diese vermehrt ins Blut überführt. Anschließend werden die Stammzellen ähnlich wie bei einer Blutspende über ein spezielles Verfahren entnommen – völlig ohne Operation und in der Regel gut verträglich.
Jede Typisierung zählt
Voraussetzung für eine Transplantation ist, dass die genetischen Gewebemerkmale – die sogenannten HLA-Merkmale – von Spender:in und Empfänger:in möglichst genau übereinstimmen. Man spricht dann oft von einem ‚genetischen Zwilling‘. Weil diese Übereinstimmung so selten ist, ist es entscheidend, dass möglichst viele Menschen sich registrieren lassen, denn umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, für Erkrankte weltweit passende Spender:innen zu finden.
Besonders gefragt sind junge Menschen zwischen 17 und 40 Jahren, da ihre Stammzellen medizinisch bevorzugt werden – unter anderem wegen ihrer besseren Teilungsfähigkeit und geringeren Risikofaktoren. Außerdem stehen sie der Datei über viele Jahre zur Verfügung.
Stammzellspender aus Überzeugung
Trotz persönlicher Überwindung – etwa bei der täglichen Injektion des Medikaments – stand für Frank fest: „Ob jemand aus der eigenen Familie oder ein völlig Fremder – jeder Mensch verdient Hilfe in einer schweren Zeit.“ Er spendete für einen Mann Anfang 60. Ob die Transplantation erfolgreich war, wird sich nach rund 100 Tagen zeigen. „Ich denke oft an ihn – und hoffe, dass meine Stammzellen ihm geholfen haben.“
Nutze jetzt unsere Online-Typisierung und werde auch du potenzielle:r Stammzellspender:in! Antworten auf die häufigsten Fragen bieten dir unsere FAQs.