Soldatin Elisabeth schenkt mit ihrer Stammzellspende einem fremden Menschen Hoffnung auf Heilung
Elisabeth aus Am Ohmberg (Thüringen) ist 28 Jahre alt, Soldatin bei der Bundeswehr – und sie hat Stammzellen gespendet, um einem fremden Menschen mit Leukämie zu helfen. Was sie dazu bewegt hat? Ein Anruf ihrer Oma an Neujahr, ein tiefes Mitgefühl für andere Menschen und die Erinnerung an ihren eigenen Verlust.

Elisabeth bei ihrer Stammzellspende
Plötzlich als Lebensretterin ausgewählt
„Ich war gerade auf dem Heimweg von einer Silvesterfeier, als meine Oma mich anrief“, erzählt Elisabeth. „Sie sagte, ich solle die Stefan-Morsch-Stiftung zurückrufen. Ich hatte mich vor einiger Zeit typisieren lassen – einfach, weil ich helfen wollte. Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich den Menschen kenne oder nicht. Jeder hat Familie und Freunde, die es tief treffen würde, wenn derjenige stirbt.“

Elisabeth in Ihrer Dienstkleidung
Elisabeth ließ sich 2016 als Stammzellspenderin registrieren
Die 28-Jährige ließ sich bereits 2016 typisieren – also in der Spenderdatei aufnehmen – als sie zur Bundeswehr kam. „Ein Team der Stiftung war vor Ort in der Kaserne und hat die Typisierung angeboten. Da wurde ich gefragt, ob ich mich typisieren lassen möchte. Die Antwort war für mich klar: Ja!“

Spenderin Elisabeth
Stefan-Morsch-Stiftung: 40 Jahre Leukämiehilfe
Die Stefan-Morsch-Stiftung, bei der Elisabeth registriert ist, ist die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Gegründet wurde sie 1986 von der Familie des damals 16-jährigen Stefan Morsch, der an Leukämie erkrankte und verstarb. Aus dieser persönlichen Tragödie entstand die Stiftung im Kampf gegen Blutkrebs. Heute ist die Stefan-Morsch-Stiftung weit mehr als nur eine zentrale Anlaufstelle für die Leukämiehilfe:
Mit über einer halben Million registrierten potenziellen Stammzellspenderinnen und -spendern engagiert sie sich aktiv in der weltweiten Suche und Vermittlung passender Spender für erkrankte Menschen. Darüber hinaus steht die Stiftung Betroffenen und ihren Familien zur Seite – auch dann, wenn die Krankheit sie in finanzielle Not bringt. Zudem fördert sie verschiedene Forschungsprojekte zur Behandlung von Krebs. 2026 feiert die gemeinnützige Organisation ihr 40-jähriges Bestehen – vier Jahrzehnte voller Einsatz für schwerkranke Menschen und voller Geschichten, wie der von Elisabeth.

Elisabeth und ihr Pferd
28-Jährige möchte den Verlust eines Familienmitgliedes anderen ersparen
Als sie erfuhr, dass sie als Spenderin infrage kommt, war sie sprachlos. „Ich wusste sofort: Ich will das machen. Ich habe selbst meinen Papa verloren – ich weiß, wie weh das tut. Und ich wollte jemand anderen davor bewahren.“
Vor der Spende musste Elisabeth sich selbst ein Medikament spritzen, das die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut bringt. „Ich hatte Respekt davor – aber es war überhaupt nicht schlimm! Klar, die Nebenwirkungen waren da, ein bisschen wie eine Grippe. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was der Patient durchmacht.“
Stammzellen werden in einem speziellen Zentrum entnommen
Die eigentliche Spende erfolgte in einem Entnahmezentrum. Dort wurde Elisabeth über mehrere Stunden hinweg aufmerksam betreut. „Ich saß in einem bequemen Stuhl, mein Blut lief über einen Venenzugang zu einer Maschine, die die Stammzellen herausfilterte. Das Blut ohne Stammzellen wurde dann über meinen anderen Arm wieder zurückgeführt. Das Entnahme-Team war super – ich habe mich rundum gut aufgehoben gefühlt.“
Elisabeth: Mehr gemeinsame Zeit ist das Kostbarste, was es gibt!
Neben ihrem Beruf als Soldatin unterstützt Elisabeth ihre Mutter in der Landwirtschaft – vor allem bei den bürokratischen Aufgaben. Und wenn sie mal Zeit für sich hat, taucht sie gerne in Fantasy-Romane ab. Doch die Stammzellspende war für sie ein ganz besonderes Kapitel im echten Leben: „Ich würde es jederzeit wieder tun“, sagt sie überzeugt. „Denn was ist, wenn man selbst oder jemand aus der eigenen Familie in so eine Situation kommt – und es gibt keinen passenden Spender, weil sich niemand registriert hat? Das, was ich mir am meisten wünsche, habe ich jetzt vielleicht jemand anderem geschenkt: mehr Zeit mit dem Papa. Und das ist das Kostbarste, was es gibt. Ich bin stolz darauf, weil ich weiß, dass es mein Papa auch wäre.“
Gut zu wissen: Eine Registrierung bei mehreren Stammzellspenderdateien ist nicht notwendig, da alle Daten im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm zentral erfasst werden. Damit steht man für Betroffene weltweit als potenzieller Lebensretter zur Verfügung.
Folge dem Aufruf von Elisabeth: Nutze jetzt unsere Online-Typisierung und werde potenzielle:r Lebensretter:in! Du bist noch unsicher? Unsere FAQs bieten dir Antworten auf häufig gestellte Fragen.
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