06. Mai 2016

Leukämiehilfe kann Glückssache sein

Als Daniel Mangold aus Werl Samstag morgens beim Bäcker die Brötchen für sich und seine Lebensgefährtin bezahlen wollte, schaut ihn vom Boden das Porträt von Stefan Morsch an. Vor dem 53-Jährigen lag der Stammzellspenderausweis einer Frau, die als potenzielle Lebensretterin für Leukämiekranke bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert ist – wie er auch. Mangold, der vor rund zehn Jahren Knochenmark gespendet hat, wollte den Ausweis unbedingt zurückgeben. Auf dem Treffen der Leukämie- und Lymphom-Selbsthilfegruppe (SHG) Ruhr-Lippe in Werl drückte er das hellblaue Kärtchen dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Emil Morsch in die Hand. Außerdem noch eine Spende von 200 Euro zugunsten der Hilfe für Blutkrebspatienten. Denn Morsch war dort zu Gast, um auf die mit der SHG gemeinsam organisierte Typisierungsaktion am Samstag, 11. Juni, am Neheimer Markt in Arnsberg hinzuweisen. Dort kann man sich von 11 bis 16 Uhr im Team der Lebensretter registrieren.
„Kurios“ findet Daniel Mangold und schmunzelt. „Ich wollte eh Geld an die Stiftung spenden.“ Mit dem Bonus, den er von seiner Firma, der BJB GmbH & Co. KG in Arnsberg, für einen Verbesserungsvorschlag bekommt, möchte er die Hilfsorganisation unterstützen. Dann findet der FC Schalke 04-Fan zufällig den Spenderausweis und wenige Tage später die Gelegenheit, den Ausweis persönlich an die Stiftung, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, zurückzugeben. „Irgendwoher wusste Herr Morsch, dass ein Spenderausweis vermisst wird und hat sich gerade mit jemandem darüber unterhalten.“ Mit den Worten „Meinen Sie diesen hier?“ zog der Maschineneinrichter den Ausweis hervor. „Und dann habe ich noch die 200 Euro übergeben“, ergänzt er belustigt.

Mit diesem Plakat wird im Hochsauerlandkreis für die Typisierung geworben. Screenshot: Stefan-Morsch-Stiftung

Mit diesem Plakat wird im Hochsauerlandkreis für die Typisierung geworben. Screenshot: Stefan-Morsch-Stiftung

Die blaue Karte der Stefan-Morsch-Stiftung erhält jeder, der sich als möglicher Spender für an Blutkrebs erkrankte registrieren lässt. Nur für den Fall, dass die eigenen Gewebemerkmale zu denen eines Patienten passen, der auf eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation angewiesen ist. Daniel Mangold hat genau das bereits getan: 2007 hat eine fremde Frau irgendwo auf der Welt genau seine Hilfe gebraucht und ohne zu zögern hat er sich für sie Knochenmark entnehmen lassen. „Ich fühle mich jetzt nicht gerade wie Superman, aber man kann so was Gutes tun“, erinnert er sich. Er unterstützt den Aufruf zur Hilfe für Blutkrebspatienten, die die SHG mit der Spenderdatei startet.

Der Vorstandsvorsitzende freut sich: „Mit der Spende hilft Daniel Mangolds uns, für Leukämie- und Tumorkranke Hilfe zu leisten. So kann ein Teil der Typisierungskosten der Aktion am 11. Juni in Arnsberg davon finanziert werden.“

Die nächste Gelegenheit, sich typisieren zu lassen:

Samstag, 11. Juni, 11 bis 16 Uhr, Neheimer Markt, in Arnsberg

Alle Infos: Wie werde ich Stammzellspender? – Hier klicken

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