31. August 2017

St. Wendel sucht Lebensretter

Wer in den letzten Tagen durch die Innenstadt von St. Wendel gegangen ist, hat sie sicher gesehen: Plakate, die auf einen Typisierungsaufruf hinweisen. Am Sonntag, 3. September findet in St. Wendel-Urweiler eine Typisierung im Kulturzentrum, Hauptstr. 113, statt. Von 13 bis 17 Uhr können sich dort gesunde Menschen von 16 bis 40 Jahren als Stammzellspender registrieren lassen.
Matheo aus St. Wendel, 14 Wochen alt, leidet an einem seltenen Immundefekt. Die Ärzte kämpfen um sein Leben.  Er braucht dringend eine Stammzellspende, um eine Chance auf Leben zu bekommen. Matheo hat Glück, dass sein dreijähriger Bruder für ihn spenden kann. Der Wunsch von Matheos Papa und Mama ist: „Lasst die geplanten Typisierungsaufrufe stattfinden. Es gibt so viele Kranke, darunter auch viele Kinder, die eine Stammzellspende benötigen, um weiterleben zu können und von Krankheiten wie etwa der Leukämie geheilt zu werden.“

Plakate für die Typisierung

Freunde der Familie haben sich zu einem kleinen Orga-Team zusammengeschlossen und wirbeln seit Tagen, um möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich typisieren zu lassen. Über 100 Plakate wurden in St. Wendel aufgehängt, mehr als 2500 Flyer verteilt. Die Fäden der Aktion laufen bei Familie Jung vom Café Carre, bei Bianca Mannbar und Sebastian Schug zusammen.

Viele Einzelpersonen, Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Vereine erklären sich solidarisch, indem sie helfen.  Die Arzthelferinnen der Praxis Bernhard Kohl stehen am Sonntag vor Ort für die Abnahme der kleinen Blutproben bereit. Der Ortsvorsteher von Urweiler, Peter Zeyer setzt sich dafür ein, dass die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Die Getränke-Box Knapp aus Oberthal spendet Getränke für das Helfer-Team. Viele Einzelne helfen, indem sie Kuchen backen, Kaffee ausschenken oder beim Aufbau helfen.

Benefiz-Aktion am Freitag

In Urweiler wurden die Flyer von Haus zu Haus getragen. Der Jugendclub Urweiler engagiert sich mit einer Spendensammlung und bietet für die Teilnehmer und Zuschauer eines so genannten „Flunky-Ball-Turniers“, das am Freitag stattfindet ebenfalls die Typisierung an.

Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie – oder wie in diesem Fall an einem Immundefekt – erkrankten Menschen, das Leben gerettet werden kann.

Stammzellspende rettet Leben

Insbesondere bei Leukämie, an der jedes Jahr etwa 11000 Menschen, allein in Deutschland, erkranken, ist die Stammzellspende oft die letzte Möglichkeit, zu überleben. Viele davon sind Kinder oder Jugendliche. Wenn Chemotherapie und/oder Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen.  Deshalb startet die Stefan-Morsch-Stiftung immer wieder Typisierungsaufrufe.

Bei der Typisierung im Rahmen des Aufrufs in St. Wendel wird eine kleine Blutprobe entnommen. Im Labor werden dann zunächst die relevanten Gewebemerkmale bestimmt. Die persönlichen Daten und HLA-Merkmale werden unter der Beachtung des Datenschutzes bei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Die Gewebemerkmale sind dann, anonymisiert über eine Spendernummer, im deutschen Zentralregister (ZKRD) für weltweite Patienten-Suchanfragen verfügbar.

In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit mehr als 30 Millionen Menschen registriert. Trotzdem ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet. Deshalb rufen Matheos Eltern zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung dazu auf, sich in Urweiler als Stammzellspender registrieren zu lassen: „Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen geholfen werden kann.“ (mf)

Spendenkonto der Stefan-Morsch-Stiftung: Kontoverbindung: Volksbank St. Wendeler Land eG, IBAN: DE62 5929 1000 0001 1154 48, BIC: GENODE51WEN

Die Veranstaltungen auf Facebook: Typisierung in St. Wendel-Urweiler und Flunky-Ball-Turnier