Hoffen – Helfen – Heilen
05. Februar 2022

Stefan-Morsch-Station in Flensburg: Zehn Jahre Leben retten

Am 8. Februar 2012 fand eine Premiere auf der neu gegründeten Stefan-Morsch-Station am Flensburger Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital statt: Dem ersten Leukämie-Patienten werden Stammzellen seines genetischen Zwillings übertragen. Die hochmoderne Stammzelltransplantationseinheit – unter der Leitung von Prof. Dr. med. Nadezda Basara – wurde mit erheblicher finanzieller Unterstützung der Stefan-Morsch-Stiftung in Betrieb genommen. Seitdem bereichert die ‚SMS‘ das onkologische Versorgungsspektrum des Klinikums. Rund 775.000 Euro investierte die gemeinnützige Organisation damals in den mehrmonatigen Um- und Ausbau am Malteser Krankenhaus.

Verbesserte Therapiebedingungen für Betroffene

Fast 400 Mal wurden seither Stammzellen transplantiert. Für Susanne Morsch ist das ein weiterer Meilenstein in der Arbeit von Deutschlands erster Stammzellspenderdatei: „Es ist für mich nicht nur eine Therapieeinheit. Sie ist voller Leben und Hoffnung – und nach meinem Bruder benannt. Das bewegt mich und erfüllt mich mit Stolz.“ Seit ihrer Gründung verfolgt die Stefan-Morsch-Stiftung das Anliegen, Therapiebedingungen für Menschen mit Leukämie zu verbessern und die Überlebenschancen für Betroffene zu erhöhen. Neben der Suche und Vermittlung potenzieller Stammzellspender:innen gelingt das durch Investitionen in Auf- und Ausbau neuer Therapieeinheiten.

Erfolgreiche Leukämiehilfe geht nur gemeinsam

Jedes Jahr erkranken etwa 13.500 Menschen an Leukämie. Helfen Chemotherapie und Bestrahlung nicht, ist die Übertragung von Stammzellen eines genetisch passenden Spenders häufig die einzige Möglichkeit zu überleben. Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärt: „Die Leukämiehilfe ist nur durch das Zusammenspiel vieler Ebenen erfolgreich. Neben Menschen, die sich als Spender beziehungsweise Spenderin zur Verfügung stellen, sind modern ausgestattete medizinische Fachzentren mit dem entsprechenden Knowhow unabdingbar. Um die Heilungschancen von Leukämie und anderen Blutkrebsarten weiter zu verbessern, fördern wir den Aufbau von Kliniken und Stationen. Verwirklichen können wir das nur mit der Unterstützung durch Geldspenden. Dieses zehnjährige Jubiläum möchte ich als Anlass nutzen, um den zahlreichen Firmen, Vereinen und Privatleuten für ihr Vertrauen und die finanziellen Hilfen zu danken.“

Stefan Morsch ist Namensgeber

Stefan Morsch, nach dem die Stiftung und die Behandlungseinheit in Flensburg benannt sind, erkrankte Anfang der 1980er Jahre an Leukämie. Was heute fast selbstverständlich ist, war damals medizinisches Neuland: die Übertragung von Stammzellen eines nichtverwandten Spenders. Er war der erste Europäer, dessen Leukämie durch die Transplantation fremder Stammzellen geheilt wurde. Trotz des Erfolgs verstarb er jedoch etwa ein Jahr später an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Wunsch wirkt jedoch weit über seinen Tod hinaus: Der Aufbau einer ersten Stammzellspenderdatei in Deutschland, um auch anderen Betroffenen helfen zu können. 1986 erfüllten seine Eltern diesen Wunsch mit der Gründung der Stiftung.

 

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