Hoffen – Helfen – Heilen

Häufig wird ein potentieller Spender von der Nachricht überrascht, dass er vielleicht einem Leukämiepatienten als Spender das Leben retten kann. Alexander Daus aus Lützkampen in der Eifel ist seit drei Jahren als potentieller Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, registriert. Jetzt bekam er die Möglichkeit, einem Leukämiepatienten Hoffnung auf Heilung zu schenken. Alexander Daus spendet für ihn Blutstammzellen. Alexander Daus ist 24 Jahre alt und lebt im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Er arbeitet als CNC-Fräser bei Grohmann Engineering in Prüm/Dausfeld einer Firma für Sondermaschinenbau wo er Maschinenbauteile herstellt, z.B. für die Automobilindustrie. Gerne fährt er in seiner Freizeit Rad. Registrieren ließ er sich 2010 bei einer Typisierungsaktion der Bundeswehr in Kempten, wo er seinen Pflichtwehrdienst leistete. Nahezu täglich ist die Stefan-Morsch-Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um junge Soldaten als Stammzellspender zu werben. Menschen, die bereit sind einem wildfremden Menschen zu helfen, der an Leukämie erkrankt ist. Fast 11 000 Menschen erkranken jährlich allein in Deutschland an dieser Krankheit. Wenn Chemotherapie und/oder Bestrahlung nicht helfen, ist die Stammzelltransplantation die letzte Chance. Die wenigsten Patienten finden jedoch einen geeigneten Stammzellspender in der eigenen Familie. Dann beginnt die Suche nach einem passenden, fremden Spender. Zwar sind in den Spenderdateien – wie der Stefan-Morsch-Stiftung weltweit mehr als 20 Millionen potenzielle Spender registriert. Trotzdem gleicht die Suche, nach einem Menschen, der die gleichen Gewebemerkmale wie der Patient hat, oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Alexander Daus fand die Typisierung damals „eine gute Sache. Die haben genau erklärt, wie das abläuft.“ Er wurde genau über Stammzellspende aufgeklärt, füllte einen Fragebogen zu seinem Gesundheitszustand aus und unterschrieb eine Einverständniserklärung. Ihm wurde ein kleines Röhrchen voll Blut, etwa 5 ml, abgenommen und im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung auf seine Gewebemerkmale, die HLA-Werte, hin untersucht. „Typisierung“ lautet der Fachbegriff dafür. Benötigt ein Leukämiepatient eine Transplantation, werden seine HLA-Werte mit denen von potentiellen Spendern in der Datei verglichen. Um als Spender in Frage zu kommen stimmen im Idealfall zehn von zehn dieser Werte überein.
Vor zwei Monaten wurde Alexander Daus Zuhause von der Stefan-Morsch-Stiftung angerufen und darüber informiert, dass er als Spender einem Leukämiepatienten helfen kann. „Ich war überrascht“, sagt Daus, der nie geglaubt hätte, dass er jemals als Spender in Frage kommt. Dann ging alles ganz schnell, denn der Patient brauchte dringend Hilfe. Direkt in der Woche darauf nahm ihm sein Hausarzt eine Blutprobe ab, die im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung nochmal genau untersucht wurde. Wenige Tage später war klar, dass Alexander Daus der beste Spender ist. Drei Wochen nach dem ersten Anruf fuhr er schon zur Stefan-Morsch-Stiftung nach Birkenfeld zur Voruntersuchung, wo er gründlich über die Chancen und Risiken der Spende aufgeklärt wurde. Seine Familie und sein Arbeitgeber unterstützten Alexander Daus bei der Spende.
Für die Blutstammzellspende gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der Entnahme von Knochenmark wird der Beckenknochen mit einer Hohlnadel punktiert und etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen. Das erfolgt unter Vollnarkose. Die Blutstammzellen können aber auch dem Venenblut entnommen werden. Das nennt sich Apherese und funktioniert ähnlich wie eine Dialyse. Der Spender wird an zwei Schläuche angeschlossen. Durch einen fließt Blut zu einer Maschine, die die Stammzellen absammelt und das Blut wieder zurück zum Spender führt. Das dauert im Durchschnitt etwa vier Stunden. Vorher muss sich der Spender etwa vier Tage lang zwei Mal täglich ein Medikament spritzen, dass die Stammzellbildung im Knochenmark anregt und sie ins Blut übergehen lässt. Das Spritzen überließ Alexander Daus seiner Mutter, die beim ersten Mal noch nervös war, „aber das war dann kein Problem mehr.“ Leichte Kopfschmerzen und Schlafstörungen bekam er durch das Medikament – „alles in einem erträglichen Rahmen“, so Daus. Die Apherese ist für ihn problemlos, nur ein leichtes Kribbeln spürt er. Alexander Daus ist erleichtert, dass sich nun wieder sein gewohnter Alltag einstellt. „Ich bin froh, dass ich helfen konnte, aber auch froh, dass es vorbei ist. Ich würde es wieder tun!“ Nun hoffen er und seine Familie, dass der Patient gesund werden kann.