Hoffen – Helfen – Heilen

Beinahe täglich sind Teams der Stefan-Morsch-Stiftung zusammen mit dem Blutspendedienst der Bundeswehr in den Kasernen in ganz Deutschland unterwegs, um junge Soldaten als potenzielle Lebensretter zu gewinnen. Viele der jungen Männer spenden nicht nur Blut, das im Notfall einem Kameraden verabreicht werden kann. Einige geben zusätzliche eine Blutprobe für die Stefan-Morsch-Stiftung ab, der ältesten Stammzellspender-Datei Deutschlands – auch Alexander Wiltz hat das vor drei Jahren gemacht. Damals war er bei der Grundausbildung in Kusel. Jetzt ist der 25 Jährige Mann aus Saarlouis Elektroniker und wieder Zivilist. Aber den Stammzellspender-Ausweis hat er noch, und so konnte er nun Menschen mit Leukämie durch seine Stammzellspende die Chance auf Heilung geben.
Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ leistet sie schnelle und persönliche Hilfe für Krebskranke und ihre Familien. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei. Das bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe(knapp ein Fingerhut voll Blut) werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie anonym dem Zentralregister in Ulm übermittelt, wo sie mit denen der Patienten weltweit verglichen werden können. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.

Als nun Alexander Wiltz die Nachricht bekam, dass seine Gewebemerkmale, mit denen eines Patienten übereinstimmen, hat er sich gefreut, Helfen zu können Es gibt zwei Verfahren die Stammzellen des Spenders entnommen werden können: Zum Einen durch eine Punktion des Beckenkamms – niemals aus dem Rückenmark. Zum Anderen gibt es die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Dieser Botenstoff hat allerdings Nebenwirkungen, die auch Alexander Wiltz zu spüren bekam: die Symptome eine Grippe mit Kopf- und Gliederschmerzen. Trotzdem würde Wiltz sich wieder als Stammzellspender zur Verfügung stellen: „Meine Beschwerden stehen in keinem Verhältnis zu dem, was der Patient durchmachen muss. Es ist wirklich ein kleiner Aufwand, ein Leben zu retten.“