Hoffen – Helfen – Heilen

Direnc Sagir

Direnc Sagir, 22, aus Friedrichshafen, hat drei Jahre nach seiner Typisierung Stammzellen gespendet:

„Meine Registrierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung erfolgte im Rahmen meiner Grundausbildung 2017 in Bruchsal. Ich war mir nicht bewusst, was dies bedeutete. Ich dachte mir aber: „Ein Stäbchen im Hals kann mir ja nicht schaden“ und ich habe eingewilligt.

Drei Jahre später, ich bin nun studierender Offiziersanwärter an der Universität der Bundeswehr in München, kam der Anruf, dass ich als potenzieller Spender in Frage komme. Mittlerweile war ich mir bewusst, was dies bedeutete und meine Antwort war ein klares „Ja!“

Als feststand, dass ich spenden darf, war ich am Grübeln. Am Grübeln über die Behandlung, über die Entnahme und darüber, dass all dies während meiner Prüfungsphase passieren würde. Aber für mich stand fest, dass ich bereit bin jemanden zu helfen, der eventuell durch meine Hilfe eine Chance auf einen neuen Lebensabschnitt bekommt.

Die Nebenwirkungen durch die Vorbereitungen für die Entnahme waren mehr als ertragbar. Eine Grippe wäre schlimmer. Am Entnahmetag ging alles recht zügig. Auch hier gab es keine Schwierigkeiten, ganz im Gegenteil. Der Umgang der Ärzt*innen und der Krankenschwestern waren super, so dass ich mich stets wohl gefühlt habe. Nach drei Stunden war ich fertig, da ich laut der anwesenden Ärztin „super mobilisiert“ hatte, also genug Stammzellen gebildet hatte.

Ich hatte mir nichts erhofft, als ich die Nachricht bekam, dass ich spenden dürfe. Ich habe mir auch nicht viel dabei gedacht. Was für mich im Vordergrund war, war der Gedanke zu helfen. Womit ich aber nicht rechnete, war diese Euphorie nach dem Spenden. Selten hat man als junger Mensch die Möglichkeit anderen zu helfen, wirklich etwas zu bewirken. Natürlich hilft man gerne einem älteren Mitmenschen beim Einsteigen in den Zug oder hilft Mitmenschen im Umgang mit Problemen, die man selbst schon gelöst hat, aber am Nachmittag nach der Spende war ich durchdrungen mit dem Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Dieses Gefühl war unbezahlbar.

Eben weil es so wenig benötigt, wünsche ich mir von jedem, dass er oder sie sich mit der Typisierung auseinandersetzt. Ob dann die bloße Abwägung von einem Stäbchen im Mund oder der Gedanke jemandem helfen zu können entscheidet, der DICH dazu umstimmt ist egal, denn wie bei mir zählt am Ende was getan wurde.“

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