Hoffen – Helfen – Heilen

Julia Keinath ist 19 Jahre und hilft gerne wo es nur geht – ob in der evangelischen Jugendarbeit oder anderswo. Auf die junge Dettingerin (Kreis Reutlingen) kann man zählen. Diese Erfahrung hat nun auch die Stefan-Morsch-Stiftung gemacht. Denn seit mehr als einem Jahr ist 19 Jährige als Stammzell-Spenderin in der Datei registriert, die leukämie- und tumorkranken Menschen hilft. Jetzt fragte die Stefan-Morsch-Stiftung an, ob sie zu einer Stammzell-Transplantation für einen Patienten bereit ist. Julia hat „Ja“ gesagt. Mit ihrer Spende, erhält der Patient eine Überlebenschance.
Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Chemotherapie und Bestrahlung reichen oft nicht aus, um den Patienten zu helfen. Dann kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders, mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) – etwa bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau mit Hilfe dieses Verfahrens wurden nun bei Julia Keinath die Stammzellen entnommen. Sie wurde vorher umfassend über die Entnahme, die Chancen und Risiken informiert: „Als ich wusste, dass ich als Spenderin in der engeren Auswahl war, habe ich mich zwar schon selbst über alles informiert, aber was die Stefan-Morsch-Stiftung macht, hat mich total beeindruckt“, erzählt die 19 Jährige, die bald noch einmal die Schulbank drücken will, um Mediengestalterin zu werden.

Die Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt, Menschen können sich hier als Spender registrieren lassen – „typisieren“ heißt der Fachausdruck. Ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- tragen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Denn mit jedem neu gewonnen Spender erhöht sich somit die Chance, dass Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann.

Julia Keinath, weiß wie wichtig es ist, sich typisieren zu lassen. Sie weiß, wie sehr die Mutter eines leukämiekranken Kinder darauf hofft, dass es jemanden gibt, der zu einer Stammzell-Transplantation bereit ist. Julia Keinath, die sich seit ihrem 14 Lebensjahr in der evangelischen Jugendarbeit engagiert, hat sich vor einem Jahr spontan „typisieren“ lassen. Ihr großer Bruder hatte es damals vorgemacht und sich registrieren lassen. Jetzt wirbt Julia für eine Registrierung als Stammzell-Spender: „Damit kann man Leben retten.“