Hoffen – Helfen – Heilen

Ein kleiner Pik vor ca. 10 Jahren war Katrin Kormanns erster Schritt auf dem Weg zum Lebensretter. Sie ließ sich in ihrem Nachbarort bei einer Typisierungsaktion für einen Polizisten registrieren, in der Hoffnung helfen zu können. Jetzt ist es soweit. Die motorsportbegeisterte Frau wird nun gebraucht, um einer Art genetischem Zwilling Stammzellen zu spenden. Nur so hat dieser eine Chance den Blutkrebs zu besiegen. Für die zweifache Mutter bestand kein Zweifel daran, wie wichtig ihr Knochenmark für den Leukämiepatienten ist. Sie packte ihr ‚Blaues Kärtchen‘ ein und kam von Rotenhain/Westerwald nach Birkenfeld zur Stefan-Morsch-Stiftung.
Frage: Wann haben Sie sich typisieren lassen?
Antwort: Das war vor ca. 10 Jahren im Nachbarort. Ein Polizist war damals an Leukämie erkrankt. Bei der dortigen Typisierung habe ich mich, gemeinsam mit meiner Mutter, registrieren lassen. Ich habe da auch nicht lange überlegen müssen, ob ich es mache oder nicht. Das ist eine gute Sache.

Frage: Was war das für ein Gefühl als sich die Stefan-Morsch-Stiftung bei Ihnen gemeldet hat und Ihnen mitteilte, dass Sie als Spender in Frage kommen?
Antwort: Für mich war das eine sehr merkwürdige Situation. Meine Mutter war an diesem Tag an Krebs gestorben und dann kam dieser Anruf. Meine Mutter war ja selbst in der Spenderdatei. Für mich stand deshalb fest, ich mache das und ziehe die Spende auf jeden Fall durch.

Frage: Wie hat ihre Familie bzw. das berufliche Umfeld reagiert, als sie davon erfahren haben, dass Sie eine potenzielle Spenderin sind?
Antwort: Die haben das natürlich alle als gut empfunden. An Unterstützung hat es mir da nicht gemangelt. Mein Mann hat sich bei meiner Voruntersuchung auch direkt typisieren lassen.
Ich arbeite ja im sozialen Bereich und mein Arbeitgeber, die HIBA e.V. in Wissen, hat mich einwandfrei unterstützt. Ich wurde sowohl für die Voruntersuchung als auch für den eigentlichen Spendetermin freigestellt. Selbst auf der Arbeit von meinem Mann, dem Westerwälder Abfallwirtschaftsbetrieb in Moschheim, gab es keine Probleme, als er um eine Freistellung bat, da er mich begleiten wollte. Außerdem hat er sich während der Vorbehandlung, als ich mich spritzen musste, um mich und unsere Kinder gekümmert.

Frage: Voraussetzung dafür, dass die Entnahme stattfinden konnte, war ein koordinatorischer Drahtseilakt: Die Mitarbeiterinnen der Stefan-Morsch-Stiftung müssen einen mit der Transplantationsklinik des Patienten genau abgestimmten Zeitplan mit dem Spender abstimmen. Denn der Patient, der dringend auf die Stammzelltransplantation angewiesen ist, muss zum exakt vorbestimmten Zeitpunkt diese Transplantation bekommen. Denn seine Therapie läuft parallel zur Vorbereitung des Spenders. Sein Immunsystem wird komplett ausgeschaltet – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Wenn er sich jetzt mit einem Virus infiziert oder es aus irgendeinem Grund mit der Stammzell-Spende nicht klappt, ist sein Leben massiv gefährdet. Wie war die Vorbereitungszeit denn für Sie?
Antwort: Wie gesagt, an Unterstützung hat es mir nicht gemangelt. Mein Mann hat mich sehr unterstützt. Wir haben sogar auf Grund des Spendetermins unseren Sommerurlaub früher beendet.
Als ich die Medikamente bekommen habe, die die Stammzellproduktion anregen, hatte ich schon ein paar Schmerzen. Ich konnte sie aushalten, aber wochenlang müsste das nicht sein. Aber was der Patient auf der anderen Seite zu ertragen hat, ist wohl viel schlimmer.

Frage: Wie geht es Ihnen jetzt?
Antwort: Ich bin müde, doch hier fühlt man sich gut aufgehoben. Also Angst braucht man nicht zu haben. Ich hab zurzeit nur einen Gedanken: ‚Hoffentlich hilft‘s auch. ‘ Für mich steht jetzt schon fest, dass ich jederzeit wieder spenden werde.

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