Hoffen – Helfen – Heilen

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, da hat Kirsten Soltwisch in Schortens einen „LEBENdigen Markt“ zugunsten des Elternvereins Krebs kranker Kinder und der Stefan-Morsch-Stiftung organisiert. Erklärtes Ziel war „möglichst viele Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass Knochenmarkspenden für an Leukämie erkrankte Menschen lebensrettend sein können.“ Den Beweis dafür durfte nun die Organisatorin selbst antreten. Ihre Gewebemerkmale stimmten mit einem kleinen Kind in Frankreich überein, das dringend eine Knochenmarktransplantation brauchte, um eine Chance auf Heilung zu bekommen.Kirsten Soltwisch ist Hörgeräteakustikerin und hat gute Kontakte zu den Bands der Region. Kontakte, die Sie schon seit Jahren auch dafür nutzt, krebskranken Kindern zu helfen. Deshalb hatte die 45 Jährige vor einem Jahr verschiedene Bands und einige Aussteller in Schortens für eine Benefizveranstaltung zusammengetrommelt. Die Stefan-Morsch-Stiftung war ebenfalls mit von der Partie, um über das Thema Stammzellspende aufzuklären.
Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ leistet sie schnelle und persönliche Hilfe für Krebskranke und ihre Familien. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oft reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei. Das bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe(knapp ein Fingerhut voll Blut) oder einem Abstrich der Mundschleimhaut mit einem Wattestäbchen werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie anonym dem Zentralregister in Ulm übermittelt, wo sie mit denen der Patienten weltweit verglichen werden können. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.
Kirsten Soltwisch hat vor wenigen Wochen einen Anruf der Stefan-Morsch-Stiftung bekommen, dass als Spenderin in Frage kommt. Nach einer Reihe von weiteren Untersuchungen, die der Sicherheit des Spenders dienen, wurde sie zur Knochenmarkentnahme nach Düsseldorf in eine Klinik gebeten. „Ich habe um 7.30 Uhr eine Vollnarkose bekommen. Dann wurde mein Beckenkamm punktiert. Das hat 10 Minuten gedauert. Um 10.30 Uhr war ich auf meinem Zimmer und habe Frühstück bekommen. Außer einem Druckgefühl an der Stelle an der ich punktiert wurde, habe ich nichts von der Entnahme gemerkt“, erzählt die Schortenserin. Sie hofft nun, dass der kleine Patient „es schafft“. Außerdem will weiter für die Registrierung als Stammzellspender werben: „Ich bin kein Held. Aber ich bin froh, dass ich helfen konnte.“