Hoffen – Helfen – Heilen

Ein Fragebogen, eine Unterschrift, ein Piek – im Jahr 2006 ließ sich Mario Döring aus Gescher (Kreis Borken) als freiwilliger Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren. Mehr als sieben Jahre später sollte der 39-Jährige die Chance bekommen, einem Leukämiekranken, der dringend eine Stammzelltransplantation braucht, vielleicht das Leben zu retten. Zufällig stimmen ihre genetischen Gewebemerkmale überein. Mit der Stammzellspende gibt Mario Döring dem Patienten die Möglichkeit, vom Blutkrebs geheilt zu werden.
Fast jeden Tag sind ein oder mehrere Teams der Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld in der ganzen Bundesrepublik unterwegs. Ihr Ziel: Das Thema Stammzellspende bekannt zu machen – aufzuklären. Potenzielle Lebensretter zu finden – allein im Jahr 2013 waren es über 17.000. Hunderte von Broschüren, Plakaten, Flyern werden so verteilt. Auf diesem Weg wurde auch Döring auf eine Typisierungsaktion in seiner Heimatstadt aufmerksam. „Mich typisieren zu lassen war selbstverständlich.“ Er wurde damals genau über das Thema aufgeklärt, füllte einen Fragebogen zu seinem Gesundheitszustand aus und unterschrieb die Einverständniserklärung über die Stammzellspende, die er jederzeit zurücknehmen konnte. Eine kleine Menge Blut, etwa ein Fingerhut voll, genügte, um seine Gewebemerkmale, die HLA-Werte, zu untersuchen. Die Daten werden in der Stammzellenspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Braucht ein Leukämiepatient eine Stammzelltransplantation, werden seine Gewebemerkmale mit denen der registrierten Stammzellenspender verglichen. Um als Stammzellenspender in Betracht zu kommen, sollten im Idealfall zehn von zehn Merkmalen übereinstimmen.

Bereits vor mehr als einem Jahr kontaktierte die Stefan-Morsch-Stiftung den Bankkaufmann, da er als Stammzellenspender in die Auswahl für einen Leukämiepatienten kam. Nach einer genauen Untersuchung schied er aber aus. Dann im Herbst ein weiterer Anruf der Stefan-Morsch-Stiftung: Ob er noch zu einer Stammzellspende bereit wäre. „Selbstverständlich! Man freut sich doch, wenn man helfen kann“, war Dörings Antwort. Wieder wurde eine Blutuntersuchung gemacht – ein Volltreffer. Der Entnahmetermin wurde für in knapp einem Monat anvisiert.

Die Unterstützung seines Arbeitgebers, der NRW Bank war ihm sicher: „Ich wurde für den Entnahmetermin in Birkenfeld sofort freigestellt und der Dienstausfall wird an die Stiftung gespendet.“

Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Die zweite Möglichkeit ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Stammzellenspender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation – wie bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – werden dann die Stammzellen herausgefiltert. Das nennt man Apherese. Über die Art der Spende entscheidet der StammzellStammzellenspender.

Mario Döring entschied sich für die Stammzellspende. Er hat die Apherese gut überstanden. Jetzt denkt er an den Patienten: “Ich würde mich riesig freuen, wenn es der Person hilft und ich den Empfänger irgendwann einmal kennenlernen dürfte.“ Mario Döring weiß nun, mit wie wenig Aufwand man mit einer Stammzellspende Menschen helfen kann. Er will andere dazu motivieren, sich ebenfalls als potenzieller Lebensretter registrieren zu lassen.