Hoffen – Helfen – Heilen

Meine Geschichte:
Als ich den ersten Anruf von der Stefan-Morsch Stiftung bekam, war ich natürlich überrascht, aber ich war mir direkt sicher, dass ich spenden möchte.

Mein Name ist Marius, ich bin 20 Jahre alt und studiere momentan über die Bundeswehr im 3. Semester Medizin in Münster.
Im Rahmen meiner Allgemeinen Grundausbildung beim Sanitätslehrregiment in Feldkirchen habe ich mich vor knapp 2 Jahren mit der gesamten Kompanie typisieren lassen. Schon damals war ich davon überzeugt, dass eine Registrierung selbstverständlich ist und einem Patienten neue Hoffnung und ein Leben schenken kann.

Im November 2013 wurde ich angerufen. Die freundliche Mitarbeiterin der Stiftung erklärte mir ausführlich, dass es eine Übereinstimmung mit einer Leukämie Patientin in Frankreich gäbe und ich erklärte mich bereit eine erweiterte Blutprobe zur labortechnischen Untersuchung zu schicken.
Nach ein paar Wochen bekam ich die HLA- Merkmale und weitere Ergebnisse per Post, die soweit mit der Patientin übereinstimmten. Der nächste Anruf informierte mich darüber, dass die behandelnden Ärzte mich als potentiellen Spender ausgewählt hatten, somit wurde ich nun genauer über die periphere Stammzellentnahme und das weitere Prozedere aufgeklärt. Die damit verbundene Voruntersuchung absolvierte ich in Ratingen beim dortigen Blutspendedienst West. Leider war mir eine Anreise nach Birkenfeld aus studientechnischen Gründen nicht möglich, sodass die für mich zuständige Mitarbeiterin der Stefan-Morsch Stiftung eine Zugverbindung und Termine organisierte.
Insgesamt habe ich mich während dieser Zeit sehr gut aufgehoben gefühlt. Die Mitarbeiter waren stets erreichbar und haben sich bei Rückfragen ausführlich Zeit genommen. Auch finanziell wurde alles von der Stiftung übernommen, weshalb diese aber logischerweise auch auf Spenden und Unterstützung angewiesen ist.

Nach der Voruntersuchung habe ich das Medikament Granocyte (G-CSF) mit nach Hause bekommen. Dieses musste ich einige Tage vor der Spende subkutan spritzen, was nicht weiter ein Problem war. Es wurde sogar angeboten einen Pflegedienst zu arrangieren, der dies alle 12h übernimmt. Von vornherein wurde ich sowohl seitens der Stiftung als auch durch die Ärzte über die Nebenwirkungen einer Granulozyten Anreicherung in Kenntnis gesetzt. Zur Sicherheit wurde ich mit Schmerzmitteln und Notfall-Nummer ausgestattet. Trotz aller Erwartungen blieben typische Symptome bei mir allerdings komplett aus, weshalb ich schon befürchtete, dass das Medikament nicht korrekt anschlägt, was sich schließlich bei der Spende glücklicherweise als falsch herausstellte.
Schon am Tag vor der Spende durfte ich anreisen und in einem nahegelegenem Hotel übernachten, sodass ich am nächsten Morgen pünktlich um 8 Uhr zur Entnahme eintraf. Dort wurde ich direkt zur Apherese angeschlossen. Nach 5 Stunden war die Spende erfolgreich beendet, ich fühlte mich zwar etwas müde und schlapp, aber das Gefühl, etwas wirklich Gutes getan zu haben überwiegte alles.

Letztendlich setzt sich die Stefan-Morsch Stiftung für jeden Spender individuell ein und betreut ihn ausgiebig. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen typisieren lassen, da es wirklich ein großer Aufwand ist und man im Falle einer Spende sehr gut aufgehoben und versorgt ist. Das Gefühl jemandem geholfen zu haben und hoffentlich sogar das Leben gerettet zu haben ist es allemal wert!