Hoffen – Helfen – Heilen

„Das ist auf jeden Fall das Richtige.“ Markus Preuß hat sich entschieden: Dass der gebürtige Sauerländer zwei Tage vor der Hochzeit bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld die vielleicht lebensrettende Stammzell-Spende für einen leukämie- bzw. tumorkranken Patienten abgibt, ist keine Frage. Er hat nicht an sich gedacht, sondern an den Patienten: „Dem geht es schlecht.“
Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Chemotherapie und Bestrahlung reichen oft nicht aus, um den Patienten zu heilen. Dann kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders, mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) – etwa bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau mit Hilfe dieses Verfahrens wurden nun bei dem Balver Markus Preuß, der in Köln wohnt, die Stammzellen entnommen. Der Diplom-Ingenieur des weltweit führenden britischen Automobil-Zulieferer GKN Sinter Metals in Bonn wirbt dafür sich als Stammzell-Spender registrieren zu lassen: „Ich bin von der Stefan-Morsch-Stiftung ganz hervorragend betreut worden. Das wurde alles super koordiniert.“

Eine solche Vorbereitung des Spenders ist eine der Kernaufgaben, der Stefan-Morsch-Stiftung. Denn parallel zur Vorbereitung des Spenders wird in einer Transplantationsklinik der Patient vorbereitet. Das bedeutet: Sein Imunsystem wird komplett ausgeschaltet – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Wenn er sich jetzt mit einem Virus infiziert oder es aus irgendeinem Grund mit der Stammzell-Spende nicht klappt, ist sein Leben massiv gefährdet.

Für Markus Preuß war die Zusage, dass er sich als Spender zur Verfügung stellt, keine Frage – auch nicht zwei Tage vor der eigenen Hochzeit: „Klar mache ich das.“