Hoffen – Helfen – Heilen

„Ich kann nur jedem empfehlen, sich typisieren zu lassen. Das ist eine gute Sache.“ Maximilian Junk hat sich vor zwei Jahren am Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern bei der Stefan-Morsch-Stiftung typisieren lassen. 129 Schüler entschieden sich damals dafür, im Ernstfall einem Leukämiepatienten mit einer Stammzellspende zu helfen – vielleicht das Leben ihres so genannten genetischen Zwillings zu retten. Der inzwischen 21 Jährige Schüler konnte jetzt vor wenigen Wochen, einem Menschen die Chance geben, den Blutkrebs zu besiegen. Er berichtet über seine Erfahrungen. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet die Stefan-Morsch-Stiftung daran, Menschen darüber aufzuklären, wie mit einer Stammzellspende das Leben Leukämiekranker gerettet werden kann. Fast täglich sind Teams der Stefan-Morsch-Stiftung unterwegs, um für die Registrierung als Stammzellspender zu werben. Maximilian Junk, der mittlerweile in Koblenz Grundschulpädagogik studiert, weiß wie einfach das ist: „Meine Freunde und ich haben uns damals beim Schulfest in Simmern typisieren lassen.“ Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe – es genügt ein Fingerhut voll Blut – werden die Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut. Nach der Analyse werden diese Merkmale in der Spenderdatei – der Stefan-Morsch-Stiftung – gespeichert. Von dort werden sie anonym an das deutsche Zentralregister (ZKRD) übermittelt, wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen.
Eine solche Suchanfrage hat nun ergeben, dass Maximilian Junk helfen kann. Seine Gewebemerkmale sind mit denen eines Patienten kompatibel, der dringend eine Stammzellspende benötigt. Als er jetzt von der Stefan-Morsch-Stiftung gefragt wurde, ob er bereit ist zu helfen, hat er sofort „Ja“ gesagt: „Wenn man die Möglichkeit bekommt, auf diese Art zu helfen, sollte man das auch tun“, meint der eingefleischte ´Lautern-Fan.
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen. Maximilian Junk hat sich für die zweite Variante entschieden. Die Stammzellentnahme hat er gut überstanden. Sein Fazit: „Ich würde es wieder tun!“