Hoffen – Helfen – Heilen

„Es ist schön, wenn man die Nachricht bekommt, dass man jemandem helfen kann“, sagt Pierre Nemitz aus Hottenbach. Der 24 Jährige hat seit zwei Jahren einen Stammzellspender-Ausweis der Stefan-Morsch-Stiftung. Damals hat er sich im Autohaus Weirich in Büchenbeuren „typisieren“ lassen. Damals wurden seine Gewebemerkmale analysiert – für den Fall, dass ein Leukämiepatient mit den gleichen Daten seine Hilfe braucht. Jetzt stimmten die Merkmale des Hottenbachers mit denen, eines Patienten überein und das Versprechen von damals, Hilfe zu leisten, wurde eingelöst.
Typisierung bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten bei einer Spenderdatei wie der Stefan-Morsch-Stiftung erteilen. Aus einer Blutprobe(Knapp ein Fingerhut voll Blut) werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie anonym der Zentraldatei in Ulm übermittelt, wo sie mit denen der Patienten weltweit abgefragt werden können. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.

Pierre Nemitz hat die Chance wahrgenommen, vielleicht einem Menschen das Leben zu retten. Bei der Blutstammzell-Transplantation gewinnt man die Stammzellen nicht aus dem Knochenmark, sondern mit Hilfe eines speziellen Verfahrens aus dem Blut des Spenders. Vorher muss jedoch die Zahl der zirkulierenden Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu wird der Spender maximal eine Woche lang ambulant vorbehandelt, das heißt, ihm wird der Wachstumsfaktor G-CSF zur Anreicherung der Stammzellen unter die Haut gespritzt. Als Nebenwirkungen können gelegentlich Knochen-, Muskel-, bzw. Kopfschmerzen und – in seltenen Fällen – Fieber auftreten. Diese möglichen Beschwerden verschwinden jedoch unmittelbar nach dem Absetzen der G-CSF-Gaben. Bei der Spende von Stammzellen aus dem Blut ist weder eine Narkose noch eine Operation erforderlich. In einer Entnahmestation (Apherese) – wie die der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld, können dann ähnlich wie bei einer Dialyse die Stammzellen entnommen werden.

Diese Prozedur hat auch der Hottenbacher auf sich genommen. Er leitet zusammen mit Günter Schmehler ein Versicherungsbüro und hat eine Firma, die im Rohstoffhandel aktiv ist. Trotzdem nahm er sich die Zeit zur Stammzellspende. Er hofft, damit dem Patienten das Leben zu retten.

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