Hoffen – Helfen – Heilen

Beinahe täglich sind Teams der Stefan-Morsch-Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um junge Soldaten als Stammzellspender zu gewinnen. Im Jahr 2012 konnten so rund 8556 Angehörige der Bundeswehr in die Spenderdatei der Stiftung aufgenommen werden. Menschen, die sich bereit erklärt haben, im Ernstfall für einen an Leukämie erkrankten Menschen Stammzellen zu spenden und so dem Patienten die Chance auf Heilung zu geben. Rico Bornschein aus München ist einer dieser Soldaten und Stammzellspender. „Das war echt ein kleiner Piks damals bei der Typisierung.“ Ein kleiner Piks, mit dem er jetzt viele erreichen kann: Durch seine Stammzellspende bekommt ein Leukämiepatient die Chance, den Blutkrebs zu besiegen. Rico Bornschein ist inzwischen nicht mehr Soldat, 37 Jahre alt, Vater zweier Söhne und vielleicht ein Lebensretter für einen Mann in seinem Alter. Leukämie ist nur eine der bösartigen Erkrankungen, die eine Übertragung gesunder Blutstammzellen erfordern können. Mit einer solchen Transplantation bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – seine einzige Hoffnung auf Leben, wenn Chemotherapie oder Bestrahlungen nicht ausreichen. Je nach Art der Erkrankung variieren die Heilungsaussichten. Für jeden Patienten wird deshalb ein persönliches Therapieschema erstellt. Ist die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht ausreichend, dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Das hat Rico Bornschein vor einiger Zeit mit einer Stammzellspende ermöglicht. Danach werden die Spender für weitere Entnahmen bis zu zwei Jahre reserviert. Das bedeutet: Treten bei dem Patienten auch nach der Übertragung von Stammzellen Komplikationen auf, entscheidet das behandelnde Transplantationszentrum sich bisweilen dafür, das blutbildende System mit einer weiteren Lymphozyten-Infusion zu unterstützen.
Und genau das hat der Münchner nun noch einmal gemacht. Jetzt hofft er, dass es dem Patienten – seinem genetischen Zwilling – besser geht. Als er davon erfuhr, dass er noch einmal zur Spende gebeten wird, war er auch ein bisschen erleichtert: „Ich habe gedacht: Okay. Dann hat es bis jetzt funktioniert. Und ich spende gerne noch einmal.“ Freunde und Bekannte haben Rico Bornschein immer darin bestärkt, sich als Stammzellspender zur Verfügung zu stellen: „Ich denke jeder von Ihnen würde es auch machen.“