Hoffen – Helfen – Heilen

„Cool! Es ist doch schön, wenn man jemandem helfen kann.“ Roman Kriz aus Hungen ist 20 Jahre alt und hat gerade die Chance genutzt, einem Menschen das Leben zu retten. Vor knapp zwei Jahren hat er sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Damals ahnte er noch nicht, was auf ihn zukommt: „Spritzen!“ Doch jetzt als er gebraucht wurde – als es um Leben und Tod eines völlig fremden Menschen ging, hat Kriz seine Scheu überwunden und sich als Stammzellspender zur Verfügung gestellt.
Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die ihren Ausgang im Knochenmark nimmt, wo sämtliche Blutzellen des Menschen im Knochenmark gebildet werden. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oft reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann kann nur die Übertragung gesunder Blutstammzellen das Leben des Patienten retten. Auch bei einer Reihe anderer Bluterkrankungen, wie angeborenen schweren Immundefekten oder bei Krankheiten, deren Behandlung eine massive Chemotherapie oder starke Bestrahlung erfordert, hat sich die Übertragung gesunder blutbildender Zellen bewährt.

Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von Knochenmark auf dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Oder die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation – wie bei der Stefan-Morsch-Stiftung – werden dann die Stammzellen entnommen. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender. Das Transplantat wird dann schnellstmöglich zum Patienten gebracht – ob in die USA, nach Australien oder Flensburg. Denn nach der Entnahme muss die Transplantation innerhalb von 72 Stunden erfolgen.

Roman Kriz jobbt: Er baut Zelte für Veranstaltungen auf – bei Wind und Wetter. Aber die Sache mit den Spritzen hat ihm im Vorfeld der Entnahme echte Überwindung gekostet. Aber ohne die Verabreichung des Botenstoffs können die peripheren Blutstammzellen nicht entnommen werden. Roman Kriz hat sich dafür entschieden zu helfen – ein Leben zu retten.