Hoffen – Helfen – Heilen

Leukämie! Blutkrebs! Da denkt man Chemotherapie, Leid, Tod. – auch Stephanie Nopper. Sie ist 21 Jahre, Studentin an der Sporthochschule Köln. Vor einem Jahr hat sie sich als Stammzellspenderin bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Ein Kommilitone, ein höheres Semester, den sie nicht kennt, war an Leukämie erkrankt. „Vielleicht kann man helfen“, dachte sie und gab eine Blutprobe ab. Jetzt, knapp ein Jahr später, hat sie Stammzellen gespendet und damit vielleicht einem Menschen das Leben gerettet. Hier ihre Erfahrungen über die Stammzellspende:
Frau Nopper, Sie haben sich vor einem Jahr typisieren lassen: Warum?
Eine Freundin von mir, war schon als Stammzellspenderin registriert. Sie hat mir erklärt, dass man einem Leukämiekranken damit vielleicht helfen kann. Wir sind dann mit drei Freundinnen hingegangen.
Was mussten Sie tun, um in die Datei der Stefan-Morsch-Stiftung aufgenommen zu werden?
Das dauert nicht lange. Man muss einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, wo abgeklärt wird, ob man eine schwerwiegende Vorerkrankung hat. Dann würde man nicht aufgenommen. Anschließend wurde eine Blutprobe entnommen – weniger als ein Fingerhut voll. Der kleine Piks hat mich nicht gekratzt. Ein paar Wochen später habe ich von der Stefan-Morsch-Stiftung den Spenderausweis und meine HLA-Merkmale zugeschickt bekommen.
Die Wahrscheinlichkeit für einen Patienten, dem nach Chemotherapie oder Bestrahlung nur noch eine Stammzelltransplantation das Leben retten kann, einen kompatiblen Knochenmarkspender zu finden liegt in der Größenordnung von 1 : 10.000 und 1 : 1.000.000 und ist abhängig von den erwähnten Gewebemerkmalen. Die Chance tatsächlich Spender zu werden war also relativ gering. Sie wurden aber nun sehr schnell zur Spenderin …
Als die Nachricht kam, war ich ein bisschen im Zwiespalt. Ich wollte spenden, aber ich war mitten in Prüfungen. Ich habe mich mit meinen Eltern besprochen, die mich immer unterstützen. Und habe eine Nacht drüber geschlafen. Meine Koordinatorin bei der Stefan-Morsch-Stiftung hat mich aber gut aufgeklärt, was auf mich zukommt. Die Terminabsprachen für weitere Blutuntersuchungen und den kompletten Gesundheitscheck vor der eigentlichen Spende wurde mit ihr gemeinsam koordiniert. Die Spenderdatei hat versucht, mir alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und mich sehr gut betreut und begleitet.
Sie haben sich nicht für eine Entnahme von Knochenmark durch eine Punktion des Beckenkamms entschlossen. Bei Ihnen wurden die Stammzellen aus dem peripheren Blutkreislauf entnommen …
Dazu muss man sich normalerweise ein paar Tage vor der eigentlichen Entnahme einen körpereigenen Botenstoff spritzen. Der regt die Stammzellen an, aus dem Knochenmark in das Blut überzugehen. Als Nebenwirkungen können grippeähnliche Symptome auftreten.: Kopf- und Gliederschmerzen. Ich habe aber davon nichts gespürt.
Wo und wie fand dann die Entnahme statt?
Die Stefan-Morsch-Stiftung hat eine eigene Entnahmestation. Dort bin ich am Tag vorher mit einer Freundin zusammen angereist. Denn am nächsten Morgen musste ich sehr früh, noch einmal zu einer Voruntersuchung, um sicher zu gehen, dass ich auch gesund bin. Meine Blutwerte wurden noch einmal gecheckt, Blutdruck gemessen und per Ultraschall untersucht, ob sich etwa meine Milz vergrößert hat. Dann wurde ich an die Apherese-Maschine angeschlossen. Die funktioniert ähnlich wie ein Dialysegerät. Das bedeutet, die Stammzellen werden aus dem Blut heraus zentrifugiert.
Dort mussten Sie mehrere – auch anstrengende – Stunden verbringen. Wie ist Ihr Fazit?
Ich würde es auf jeden Fall wieder tun. Was sind die paar Stunden im Sessel sitzen, im Vergleich zu dem, was man für den Patienten tun kann?
Haben Sie denn ihre Prüfungen und Klausuren schreiben können?
Ja, das war mir wichtig. Und ich habe sie auch bestanden.

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