Hoffen – Helfen – Heilen

Ist es eine Selbstverständlichkeit, einem wildfremden Menschen das Leben zu retten? Für Tobias Malirsch schon. Der 24-Jährige aus Erkelenz hat sich vor drei Jahren während seiner Zeit bei der Bundeswehr typisieren lassen. Der Erkelenzer, der inzwischen in Aachen Informatik studiert, hatte gar nicht mehr an das kleine hellblaue Kärtchen der Stefan-Morsch-Stiftung gedacht. Nachdem die Stiftung Tobias kontaktiert hatte, bestand dennoch kein Zweifel für ihn: Er will helfen und macht sich auf den Weg zur Stefan-Morsch-Stiftung nach Birkenfeld (RLP).
Frage: Herr Malirsch, Sie kommen aus Erkelenz. Das liegt bei Mönchengladbach und ist nicht gerade um die Ecke. Wie war Ihre Anreise?
Antwort: Die war ein Chaos. Kann aber keiner was dafür. Die Bahn halt. Aber das war es wert.

Frage: Wann haben Sie sich typisieren lassen?
Antwort: Typisieren lassen habe ich mich bei der Bundeswehr in Germersheim. Das war im Oktober 2010. Da war eine Blutspendeaktion und ein Team von der Stefan-Morsch-Stiftung war auch vor Ort. Man konnte sich dann auch gleich typisieren lassen.

Frage: Was haben Sie gedacht, als vor kurzem Kontakt zu Ihnen aufgenommen wurde und man Ihnen mitteilte, dass Sie als Spender in Frage kommen?
Antwort: Ich hab das damals nebenbei gemacht. Als dann eine E-Mail kam, hab ich mich gefragt: „wer ist das?“ Aber als geklärt war, um was es sich handelt, war es für mich klar, dass ich es mache.

Frage: Was haben Ihre Familie und Freunde gesagt, als sie erfahren haben, dass Sie Spender werden?
Antwort: Die stehen alle hinter mir und finden es gut.

Frage: Die Vorbereitungszeit ist ein koordinatorischer Drahtseilakt. Der Patient, der auf die Stammzellspende dringend angewiesen ist, wird zur selben Zeit auf die Transplantation vorbereitet wie der Spender. Dem Empfänger wird das komplette Immunsystem ausgeschaltet. Dadurch kann sein Leben massiv gefährdet werden. Aber auch für Sie als Spender müssen sich auf die Stammzellentnahme vorbereiten. So bekommen Sie Spritzen, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark in die Blutbahn gelangen. Dort werden sie Ihnen dann entnommen. Wie ist es Ihnen in Ihrer Vorbereitungszeit ergangen?
Antwort: Ganz gut. Ich bin gut von der Stefan-Morsch-Stiftung betreut worden. Das Spritzen habe ich von einem Arzt machen lassen. Ich hatte auch kaum Nebenwirkungen. Nur ein bisschen Muskelkater.

Frage: Würden Sie nochmals spenden?
Antwort: Auf jeden Fall. Das ist ein geiles Gefühl, wenn man jemandem das Leben retten kann. Ich kann es auch nur jedem empfehlen. Hier wird ohne viel Aufwand einem Menschen geholfen.