Hoffen – Helfen – Heilen
28. Dezember 2020

„Endlich wieder Zeit zu tanzen“

Nach über 20 Jahren ehren- und hauptamtlicher Tätigkeit für die Stefan-Morsch-Stiftung verabschiedet sich Elisabeth Pfaff in den Ruhestand – der ganz und gar nicht ruhig werden soll.

„1995 kam ich durch zwei Fälle in meinem persönlichen Umfeld in Berührung mit der Erkrankung Leukämie. Mehrere Freundinnen und ich wollten helfen und aufklären. So kam der Kontakt zur Stefan-Morsch-Stiftung zustande, der ersten Stammzellspenderdatei in Deutschland.“ Nach einer gemeinsamen Typisierungsaktion, bei der sich Elisabeth Pfaff auch selbst registrieren ließ, sollten noch viele weitere folgen – zunächst als ehrenamtliche Helferin, ab 2001 als Mitarbeiterin und später als Hauptverantwortliche für die Spendergewinnung.

Jeder Einsatz lohnt sich – egal wie groß oder klein!

Besonders gerne erinnert sich Elisabeth Pfaff an eine Spendenaktion 2001 in Dortmund zurück: „Da kamen mehrere tausend Menschen an einem Sonntagnachmittag, um sich registrieren zu lassen. Die Blutproben wurden von einem ehrenamtlichen Unterstützer mit seinem Sportflugzeug in unser Stiftungslabor nach Birkenfeld gebracht, damit die Analyse noch am selben Tag beginnen konnte. Die Solidarität und das Engagement der Menschen waren unglaublich.“ Doch es sind nicht nur solche Großveranstaltungen, die sich ihr eingeprägt haben. Bei einem Rheinland-Pfalz-Tag vor Jahren in Speyer konnte sie lediglich einen Besucher überzeugen, sich typisieren zu lassen: „Ich war so unglaublich frustriert und niedergeschlagen. Doch einige Monate später wurde genau dieser Mensch als einziger möglicher Stammzellspender ausgewählt. Das hat mir vor Augen geführt, dass es nicht die Masse ist, auf die es ankommt, sondern dass eben genau dieser eine, der gebraucht wird, sich registrieren lässt. Ja, jeder Einsatz lohnt sich – egal wie groß oder klein!“

„Nun habe ich endlich wieder Zeit, mich dem Tanzen zu widmen.“

Ihren Ruhestand möchte Elisabeth Pfaff nun nutzen, um mehr Zeit für ihren Mann und ihre Hobbies zu haben: „Ich freue mich schon sehr darauf, wieder mehr Sport zu treiben. Jazzdance war so lange meine Leidenschaft. Früher habe ich auch Gruppen geleitet. Nun habe ich endlich wieder Zeit, mich dem Tanzen zu widmen – vorausgesetzt die Corona Beschränkungen werden aufgehoben.“ Die vergangenen 20 Jahre waren für sie eine außergewöhnliche und schöne Zeit, in der sie persönliche Überzeugung, Motivation und Arbeit verbinden konnte: „Als Team haben wir so manche Herausforderung gemeistert. Die Hilfe für Leukämiekranke hat häufig mehr als einen 8-Stunden-Tag gefordert, aber man bekommt eben auch unglaublich viel Positives zurück. Ich wünsche allen, die ich durch die zahlreichen Aktionen kennen und schätzen gelernt habe, alles Gute. Es ist doch so, wenn die Arbeit Sinn und Spaß macht, dann hat man es geschafft. Ganz besonders aber möchte ich mich bei meinen Kollegen, dem Vorstand und auch bei Stiftungsgründer Emil Morsch für die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit bedanken. Der Stefan-Morsch-Stiftung wünsche ich weiterhin viel Erfolg!“

 

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