Stefan Morsch – Die Geschichte

Anfang der 80er-Jahre erkrankt Stefan an Leukämie. Für die Familie ein Weltuntergang, denn die Behandlung ohne einen passenden Familienspender -wie bei Stefan- war für alle neu. Selbst in Krankenhäusern und Kliniken ist man ratlos, wie ein geeigneter Spender gefunden werden soll.

So auch bei Stefan: Ärzte stellen die Diagnose „austherapiert“. Was nichts Anderes heißt als: Wir können da nichts mehr machen. Ein herber Schlag für Familie Morsch! Doch die lässt sich nicht unterkriegen: „Das wollten wir nicht hinnehmen“, erinnert sich Stefans Vater Emil.

1983 dann ein Lichtblick, der alles verändert! Emil Morsch entdeckt einen Zeitungsartikel über eine Organisation in London. Dieser Artikel entwickelt sich für die ganze Familie zum sprichwörtlichen „letzten Strohhalm“. Jeder der Morschs klammert sich an diese eine Hoffnung: die Spenderliste mit 50.000 Personen von Nolan Laboratories.

Nach kurzer Zeit trägt die Hoffnung einen Namen: Terence Bayley aus Großbritannien kommt als Spender in Frage. Und tatsächlich findet die Familie auch eine Klinik, die bereit ist, die Transplantation zu wagen: Das Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, USA. Doch die Freude hält nicht lange, denn die Transplantationskosten sind so viel höher als erwartet, dass Familie Morsch diese niemals stemmen kann.

Was dann folgte, war ist eine mitreißende Anteilnahme in der Bevölkerung. Menschen standen vor den Banken Schlange, nur um der Familie zu helfen. Und auf einmal saßen die Morschs doch im Flieger nach Seattle.

Dort gelingt die Transplantation, der Blutkrebs ist geheilt. Jedoch: Die Behandlung schwächt Stefan so stark, dass er kurz danach an einer Lungenentzündung stirbt. Die damalige Lage der Familie lässt sich kaum in Worte fassen: Eine Mischung aus Wut, Schock, Trauer und Verzweiflung macht sich breit. Gefühlt war erstmals alles umsonst.

Aber die Familie will Stefans letzten Wunsch erfüllen und gründet eine weltweite Spenderdatei, damit allen anderen betroffenen Familien ein ähnliches Schicksal erspart bleibt. Allerdings gilt damals wie heute: Ohne Sie geht nichts! Wir brauchen Stammzellspender, finanzielle Unterstützer und Leute, die mit anpacken.