Die Geschichte von Stefan Morsch

Stefan Morsch war gerade einmal 16 Jahre alt, als die Diagnose Leukämie sein Leben auf den Kopf stellte. Was folgte, war nicht nur sein persönlicher Kampf ums Überleben, sondern auch der Ursprung einer der wichtigsten Leukämiehilfe-Organisationen Deutschlands, die bis heute Tausenden Menschen eine zweite Chance schenkt.

 

Erfahre hier die bewegende Geschichte hinter dem Namen der Stefan-Morsch-Stiftung.

So entstand die Stefan Morsch Stiftung

Rheinland-Pfalz 1983: Der 16-jährige Stefan Morsch erkrankt an Leukämie

Stefan Morsch war erst 16 Jahre alt, als er 1983 die Diagnose Leukämie erhielt. Die einzige Überlebenschance war eine Knochenmarktransplantation von einem Verwandten, doch niemand in seiner Familie hatte die passenden genetischen Merkmale. Zu diesem Zeitpunkt galt die Diagnose in Deutschland als Todesurteil. In den 1980ern zweifelten viele Ärzt:innen an der Wirksamkeit einer Transplantation von Stammzellen aus dem Knochenmark von nicht-verwandten Spender:innen. In den USA hingegen forschte Transplantationsmediziner Edward Donnall Thomas am Fred Hutchinson Cancer Center an dieser Therapie.

Zufällig entdeckte Stefans Vater, Emil Morsch, einen Zeitungsartikel über die erfolgreiche Knochenmarktransplantation einer Achtjährigen in den USA mit einem nicht-verwandten Spender. In diesem Bericht fand er auch eine Londoner Organisation, die bereits eine Liste mit potenziellen Knochenmarkspender:innen führte. Emil Morsch nahm direkt Kontakt auf.

Viele Helfer:innen und Stefans Behandlung in den USA

Tatsächlich fand sich dort mit Terence Bayley aus Großbritannien ein „genetischer Zwilling“ von Stefan Morsch. Trotz dieser Hoffnung gab es einige Hindernisse auf dem Weg, der so eindeutig richtig war: Es musste eine Klinik gefunden werden, die bereit war, diese experimentelle Form der Behandlung durchzuführen und die Transplantation von Stammzellen eines nicht-verwandten Spenders zu wagen.

Als diese im Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, USA, gefunden war, tauchte die nächste Hürde auf: Die Kosten rund um die Transplantation in Höhe von 600.000 Mark waren für die Familie Morsch nicht aufzubringen.

Ein Geldspendenaufruf im Heimatort erregte schnell die Aufmerksamkeit der Medien. Bundesweit bewegte der Aufruf die Bevölkerung und löste große Hilfsbereitschaft für Stefan aus. Die Familie Morsch machte sich auf den Weg nach Seattle. Innerhalb kurzer Zeit kam die erforderliche Summe zusammen.

Seattle, 1984: Stefan wird geheilt

Die Transplantation wurde durchgeführt und ist ein Erfolg: Stefan Morsch ist der erste Europäer, dessen Leukämie durch die Übertragung von Knochenmark eines nicht-verwandten Spenders geheilt wurde. Das Durchhaltevermögen und die unerschütterliche Hoffnung der Familie Morsch wurden belohnt. Doch kurz vor der geplanten Heimreise verstarb Stefan an den Folgen einer Lungenentzündung.

Rheinland-Pfalz, 1986: Gründung der Stefan Morsch Stiftung

Stefans Wunsch war es, auch in Deutschland eine Datenbank für potenzielle Spender:innen aufzubauen. Damit wollte er anderen Menschen mit Leukämie bessere Heilungschancen ermöglichen. Mit diesem Ziel und in Stefans Andenken gründeten Hiltrud und Emil Morsch die Stefan-Morsch-Stiftung, als erste deutsche Knochenmarkspenderdatei. Sie legten den Grundstein, der vielen Menschen neue Lebensperspektiven eröffnet und Betroffenen und ihren Angehörigen Hoffnung schenkt.

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Häufig gestelle Fragen zur Geschichte der Stefan Morsch Stiftung

Die gemeinnützige Stefan-Morsch-Stiftung wurde 1986 auf Bestreben von Hiltrud und Emil Morsch im rheinland-pfälzischen Birkenfeld gegründet. Namensgeber ist ihr Sohn, Stefan Morsch. Er war der erste Europäer, dessen Leukämiedurch eine Transplantation von Stammzellen aus dem Knochenmark eines nicht-verwandten Spenders geheilt wurde. Doch er starb an einer Lungenentzündung. Es war sein Wunsch, die erste Stammzellspenderdatei in Deutschland zu gründen, um anderen Betroffenen zu helfen und Leben zu retten – und genau das taten seine Eltern.

Stefan Morsch war der erste Europäer, dessen Leukämie durch die Übertragung von fremdem Knochenmark geheilt werden konnte. Doch er starb an einer Lungenentzündung. Seine Idee, in Deutschland die erste Knochenmark-/ Blutstammzellspenderdatei aufzubauen, um anderen Betroffenen eine Chance auf Heilung zu ermöglichen, ist mit der Gründung der Stefan-Morsch-Stiftung 1986 Realität geworden.

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