Häufig gestellte Fragen

Hier teilen wir die häufig gestellten Fragen vieler Lebensretter:innen, Patienten und Patientinnen sowie Interessierten und unsere Antworten mit dir. So erfährst du, wie einfach es ist, sich bei der Stefan-Morsch-Stiftung zu registrieren und potenzielle:r Lebensretter:in zu werden. Außerdem erzählen wir dir mehr über Voraussetzungen, Ablauf und Risiken der Spende.

Wer kann sich typisieren lassen?

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren als Stammzellspender:in typisieren lassen. Mit dem Einverständnis der Sorgeberechtigten kann man sich bereits ab 16 Jahren registrieren. Bei der weltweiten Suche nach Stammzellspender:innen wirst du allerdings erst mit 18 Jahren berücksichtigt. Je mehr Menschen in unsere Datenbank aufgenommen werden, desto höher ist die Chance für erkrankte Menschen, eine:n passende:n Stammzellspender:in zu finden.

Was passiert bei einer Typisierung?

Unter Typisierung versteht man die eigentlichen Laborarbeiten, die für die Aufnahme in unsere Stammzellspenderdatei notwendig sind. Deine Probe – entweder als Blut- oder als Speichelprobe – wird in unserem Speziallabor auf die HLA-Gewebemerkmale untersucht. Diese werden in der Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert und in pseudonymisierter Form an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm weitergeleitet.

Was ist eine Typisierungsaktion?

Bei einer Typisierungsaktion fahren wir als Stiftung zum Beispiel zu Events und Veranstaltungen und versuchen, so viele Menschen wie möglich zu überzeugen, sich als Stammzellspender:in registrieren zu lassen. Finde jetzt die aktuellen Termine in deiner Nähe!

Ist die Typisierung kostenlos?

Für alle zwischen 16 und 40 Jahren ist die Typisierung kostenlos. Ältere Menschen und Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften können sich auch typisieren lassen – müssen jedoch die Registrierungskosten in Höhe von 40 Euro selbst übernehmen. Bitte beachte: Wenn du noch minderjährig bist, benötigst du für die Typisierung das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.

Warum soll ich zwei Proben in unterschiedlichen Röhrchen abgeben?

Seit März 2026 bitten wir dich bei Typisierungsaktionen um die Abgabe von zwei Proben in zwei verschiedenen Röhrchen. Ein Röhrchen enthält eine Speichelprobe zur Bestimmung der HLA-Merkmale. Diese Merkmale werden gebraucht, um eine:n passende:n Spender:in für eine an Leukämie erkrankte Person zu finden, denn die HLA-Merkmale zwischen Spender:in und Empfänger:in müssen so weit wie möglich übereinstimmen. Das zweite Röhrchen enthält einen Wangenabstrich, mit dem der CMV-Status (Cytomegalievirus) getestet wird. HLA-Merkmale und CMV-Status lassen sich nicht aus der gleichen Probe bestimmen, daher bitten wir dich um eine Speichelprobe und einen Wangenabstrich in zwei unterschiedlichen Röhrchen.

Was bedeutet CMV und warum wird dafür ein separater Test durchgeführt?

Das CMV (Cytomegalievirus) gehört zur Familie der Herpesviren und ist weltweit sehr verbreitet. Die meisten Menschen bemerken gar nicht, dass sie sich mit diesem Virus infiziert haben, das auch nicht behandelt werden muss. Bei einer Stammzellspende ist der CMV-Status allerdings für die Empfänger:innen eine lebenswichtige Information. Spender:in und Empfänger:in sollten nach Möglichkeit den gleichen CMV-Status haben, denn ein unterschiedlicher CMV-Status könnte zu schwerwiegenden Komplikationen für die Empfänger:innen führen. Bei Typisierungen über eine Blutprobe haben wir auch in der Vergangenheit schon den CMV-Status bestimmen können. Durch Weiterentwicklungen in unserem HLA-Labor können wir jetzt den CMV-Status auch über einen Wangenabstrich bestimmen. Für Spender:innen hat der CMV-Status keine Bedeutung.

Wie funktioniert die Registrierung?

Du kannst sich ganz einfach online bei uns registrieren. In unserem » Registrierungsformular kannst du in wenigen Schritten deine Daten eintragen und dein Entnahmeset anfordern. Unmittelbar danach, bekommst du ein Päckchen zugesendet. Entnehme dir die benötigte Speichelprobe und schicke sie an uns zurück. Im » HLA-Labor der Stefan-Morsch-Stiftung wird deine Probe typisiert, abschließend werden deine HLA-Merkmale in unsere Stammzellspenderdatei eingetragen. Jetzt bist du als potenzielle:r Lebensretter:in registriert!

Jetzt online registrieren

Du kannst dich aber auch gerne bei einer öffentlichen Typisierungsaktion in deiner Nähe registrieren.

Wer darf Spender:in werden?

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren als Stammzellspender:in registrieren lassen. Bei entsprechender Gesundheit kannst du bis zum 61. Geburtstag als Stammzellspender:in zur Verfügung stehen. Danach müssen wir dich leider aus unserer Datenbank löschen.

Mit dem Einverständnis der Eltern kannst du dich bereits ab 16 Jahren registrieren lassen. Bei der weltweiten Suche nach Stammzellspender:innen wirst du allerdings erst mit 18 Jahren berücksichtigt.

Hinweis: Die Registrierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung ist ausschließlich für Personen mit Wohnsitz in Deutschland oder Luxemburg oder einer der beiden Staatsbürgerschaften möglich. Potenzielle Spender:innen, die diese Kriterien nicht erfüllen, können sich an die jeweiligen nationalen Stammzellspenderregister wenden. Eine Liste der nationalen Register findest du hier.

Wer darf nicht spenden?

Falls du bereits in einer anderen Spenderdatei registriert bist, ist eine erneute Aufnahme nicht erforderlich, da im „Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland“ (ZKRD) alle Spender:innen aus den deutschen Stammzellspenderdateien in pseudonymisierter Form zusammenlaufen. Falls du unter chronischen Erkrankungen oder anderen schweren Erkrankungen leidest oder regelmäßig Medikamente einnimmst, empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Stefan-Morsch-Stiftung.

Wichtige Ausschlusskriterien:

  •  Gewicht unter 50 Kilogramm
  •  Starkes Übergewicht, d.h. Body Mass Index (BMI) > 40 (BMI = Gewicht / Körpergröße²)
  •  Schwere neurologische oder psychische Erkrankung
  •  Systemische Autoimmunerkrankungen oder andere schwere chronische Erkrankungen (z.B. Diabetes, Rheuma)
  •  Krebserkrankung (auch ausgeheilte in der Vorgeschichte)
  •  Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen, Medikamente)
  •  Schwere Herz-Kreislauferkrankung
  •  Schwere Lungenerkrankung
  •  Schwere Nierenerkrankung
  •  Schwere Stoffwechselstörung
  •  Schwere tropische Infektionskrankheiten, insbesondere Malaria
  •  Infektion mit HIV, Hepatitis B oder C und Syphilis
  •  Krankheiten des Blutes oder des Immunsystems

Folgende Erkrankungen stellen keine Probleme dar, unter der Voraussetzung der jeweiligen Anmerkungen (in Klammern):

  • Vergrößerte Schilddrüse/ Schilddrüsenunterfunktion (Stabil und beschwerdefrei; auch bei Einnahme von Schilddrüsenhormonen
    oder Jodid; kein Morbus Basedow)
  •  Bluthochdruck (Stabil und gut eingestellt)
  • Heuschnupfen und leichtes Asthma (ohne Anfälle), Nahrungsmittelallergie
  • Unipolare Depressionen (keine Einschränkung im Alltag)
  • Eisenmangelanämie (gut mit Eisentabletten behandelbar)
  • Basaliome und Gebärmutterhalskrebs in Situ (nach vollständiger Entfernung)

Was passiert nach der Registrierung?

Deine Daten stehen in pseudonymisierter Form für die weltweite Suche nach Stammzellspender:innen für Leukämiepatienten und -patientinnen zur Verfügung. Solltest du für einen Patienten oder eine Patientin infrage kommen, wirst du umgehend von uns kontaktiert.

Daher ist es wichtig, dass deine Daten immer auf dem aktuellsten Stand sind.

 

Bestätigungstypisierung (CT)

Bei der Bestätigungstypisierung (CT) werden deine Gewebemerkmale noch einmal bestätigt und dein Blut auf Infektionskrankheiten (u. a. HIV und Hepatitis) untersucht und deine Blutgruppe mit Rhesusfaktor bestimmt. Um mögliche aktuelle Ausschlusskriterien für eine Spende frühzeitig zu erkennen, erhältst du einen ausführlichen Gesundheitsfragebogen von uns. Erst nach diesen Untersuchungen kann das Transplantationszentrum die finale Entscheidung über den idealen Spender oder die ideale Spenderin für den Patienten/die Patientin fällen.

Welche Entnahmeformen gibt es?

Stammzellentnahme aus dem Knochenmark
Eine Variante ist die Entnahme von Stammzellen aus dem Knochenmark. Hierbei wird in einem Entnahmezentrum stationär (Aufenthalt: i.d.R. 3 Tage bzw. 2 Nächte) der Beckenknochen unter Vollnarkose punktiert und die Stammzellen werden direkt aus dem Knochenmark entnommen. Es wird niemals aus dem Rückenmark entnommen!

Stammzellentnahme aus dem peripheren Blut
In der zweiten Variante erfolgt die Stammzellentnahme jedoch ambulant in einem Zeitraum von 3-5 Stunden. Diese Entnahme-Form nennt man Apherese. Hierbei gewinnt man die zur Transplantation erforderlichen Stammzellen aus dem Blut des Stammzellspenders oder der Stammzellspenderin. Dem Stammzellspender oder der Stammzellspenderin wird über ca. 4 Tage ein körpereigener Botenstoff verabreicht. Dieses Medikament (G-CSF), das unter die Haut gespritzt wird, stimuliert die Produktion der Stammzellen, die dann aus dem Knochenmark in das periphere Blut übertreten. Hierbei können grippeähnliche Nebenwirkungen auftreten. Die Symptome klingen nach der Spende rasch ab. Über Zentrifugation werden die Blutzellen getrennt und die Stammzellen abgesammelt. In wenigen Fällen muss die Entnahme am zweiten Tag wiederholt werden. Die Spende erfolgt ambulant, ein stationärer Aufenthalt ist nicht erforderlich.

Das „größte“ Risiko der Knochenmarkspende ist die Narkose. Das Knochenmark regeneriert sich nach der Entnahme meistens innerhalb von zwei bis vier Wochen vollständig. In dieser Zeit kann ein lokaler Wundschmerz vorkommen, der an eine Prellung erinnert. In den seltensten Fällen hält der Schmerz länger an.

Bitte beachte: Grundsätzlich solltest du zu beiden Methoden bereit sein. Natürlich versuchen wir deine Wünsche zu berücksichtigen. Allerdings müssen wir uns bei der Art der Entnahme nach dem gesundheitlichen Zustand des Patienten oder der Patientin richten. Je nachdem kann es vorkommen, dass eine der Methoden aus medizinischen Gründen ausgeschlossen oder bevorzugt werden muss.

Kann ich mir die Entnahmeform der Stammzellspende aussuchen?

Wir versuchen selbstverständlich, deine Wünsche zu berücksichtigen. Bitte beachte allerdings: Wir müssen uns bei der Entnahmeform nach dem Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin richten. Daher kann es in einigen Fällen vorkommen, dass wir eine Entnahmeform aus medizinischen Gründen ausschließen oder bevorzugen müssen.

Habe ich nach der Spende weniger Stammzellen?

Die Stammzellspende ist mit einer Blutspende vergleichbar: Der Körper bildet die Stammzellen innerhalb von etwa zwei Wochen nach. Somit kommt es zu keinem dauerhaften Verlust deiner Stammzellen.

Ich will wissen, wie es meinem Patienten oder meiner Patientin geht. Darf ich ihn oder sie kennenlernen?

Grundsätzlich müssen für ein Treffen sowohl Spender:in als auch Empfänger:in einverstanden sein. Ist dies der Fall, ist unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen ein Treffen nach frühestens 2 Jahren nach Spende möglich.

Über den Zustand des Patienten oder der Patientin nach Transplantation kannst du dich jederzeit bei uns informieren.
Hinweis: Im Ausland gibt es deutliche Unterschiede in der Gesetzgebung. Dementsprechend kommt es im Einzelfall auf die Bestimmungen des jeweiligen Landes des Empfängers oder der Empfängerin an.

Die schönsten Geschichten aus unserer Tätigkeit und zusätzliche Infos kannst du hier nachlesen.

Kann ein:e potenzielle:r Spender:in von seiner zugesagten Spende zurücktreten?

Grundsätzlich solltest du bei der Registrierung zu 100 Prozent hinter deiner Spendenbereitschaft stehen. Diese kannst du jedoch jederzeit zurückziehen. Wir respektieren deine Entscheidung in jedem Fall.

Bitte beachte jedoch: Erteilst du deine Zusage jedoch kurz vor der eigentlichen Transplantation, bereiten die Ärzte den Patienten oder die Patientin für die Stammzelltransplantation vor. Ab diesem Zeitpunkt ist der Patient oder die Patientin auf Ihre Stammzellen angewiesen und kann ohne Übertragung dieser nicht überleben.

Bin ich als Spender:in abgesichert?

Alle Personen, die sich im Interesse anderer oder der Allgemeinheit einsetzen, werden durch die gesetzliche Unfallversicherung automatisch geschützt. Dieser Schutz gilt ohne gesonderte Versicherung, unter anderem für Blutspender:innen sowie Spender:innen körpereigener Gewebe, also auch für dich als Spender:in. Desweiteren gibt es für jede:n Spender:in, der oder die den Spendenprozess durchläuft, eine Spenderversicherung bei der Stefan-Morsch-Stiftung.

Werde ich zur Spende krankgeschrieben und wie reagieren Arbeitgeber:innen?

Im Falle einer Stammzellspende erhältst du von uns eine Bescheinigung zur Vorlage für deine Arbeitgeber:in. Darin bitten wir darum, dich für die Zeiträume der Voruntersuchung und der Entnahme freizustellen. Außerdem bekommst du von uns ein Formular, dass wir benötigen, um für deinen Verdienstausfall aufzukommen. Unsere langjährige Erfahrung zeigt: Arbeitgeber:innen reagieren sehr positiv darauf, wenn Mitarbeiter:innen zur Stammzellspende gebeten werden.

Bei der peripheren Stammzellspende bist du normalerweise ein bis zwei Tage arbeitsunfähig. Sollte doch eine Krankschreibung notwendig sein, kann diese einfach von deiner Hausärztin oder  Hausarzt bescheinigt werden.

Bei der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm dauert der eigentliche Eingriff zwar nur eine Stunde, allerdings bist du etwa drei Tage im Krankenhaus. Als Vorsichtsmaßnahme erfolgt in den meisten Fällen eine Krankschreibung für einige Tage.

Kann man mehrmals Stammzellen spenden?

Die Stammzellen bilden sich innerhalb weniger Wochen nach der Spende wieder nach. Daher ist es möglich, mehrfach zu spenden. Dennoch achten wir darauf, dass du so wenig wie möglich belastest wirst, da es zu Rückfällen bei dem Patienten oder der Patientin kommen kann, für den du gespendet hast. Für diesen Fall reservieren wir dich für denselben Patienten oder dieselbe Patientin und schützen dich gleichzeitig vor Mehrfachspenden.

Was ist eine Familien-, was eine Fremdspende?

Behandelnde Kliniken prüfen den Patienten oder die Patientin zunächst, ob sich Geschwister als Spender:innen eignen. In Deutschland findet sich allerdings nur in etwa 30 Prozent der Fälle ein:e Spender:in innerhalb der Familie. Ist dies nicht der Fall, wird die Suche auf weitere Verwandtschaft ausgeweitet.

Findet sich dann immer noch kein:e Spender:in, kommen auch nicht verwandte Spender:innen, sogenannte Fremdspender:innen, in Frage. Die behandelnde Klinik erhält die pseudonymisierten Daten der geeigneten Spender:innen vom „Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland“ (ZKRD).

Was ist, wenn ich schwanger werde oder bin?

Du kannst dich problemlos während deiner Schwangerschaft bei uns registrieren lassen, vorausgesetzt du erfüllst die anderen Voraussetzungen zur Spendeneignung. Wenn du schwanger bist, informiere uns bitte und sagen uns deinen voraussichtlichen Entbindungstermin. Ab diesem Zeitpunkt wirst du von uns für die Dauer der Schwangerschaft (sowie für weitere 6 Monate Still- und Erholungszeit) als potenzielle Stammzellspenderin gesperrt. Nach dieser Sperre bist du wieder für Anfragen freigegeben, außer wir hören etwas anderes von dir.

Die Stammzellen deines Kindes können Sie übrigens gemeinnützig einlagern. Informiere dich über die Verwendung von Nabelschnurblut bei unserem Kooperationspartner Stiftung Knochenmarkspende Bayern.

Was ist eine GvHD (Graft versus host-Reaktion)?

Bei der GvHD richtet sich das transplantierte Immunsystem gegen die Organe des Empfängers oder der Empfängerin. Es kann zu einer lebensbedrohlichen Abwehrreaktion führen. Das Risiko, eine GvHD zu entwickeln, hängt eng mit der Übereinstimmung der HLA-Merkmale zwischen Spender:in und Empfänger:in zusammen. Weitere auslösende Faktoren sind bei weiblichen Spendern die Anzahl der Schwangerschaften. Obwohl die GvHD bei allogenen Stammzell-oder Knochenmarktransplantationen ein großes Risiko darstellt, kann eine leichte GvHD dem Empfänger oder der Empfängerin auch nutzen. T-Zellen des Transplantats zerstören dann verbliebene Tumorzellen des Patienten oder der Patientin. Dies nennt man Graft-versus-Leukemia-Effekt (GvL).

Welche Risiken gibt es bei einer Stammzell- bzw. Knochenmarktransplantation?

Grundsätzlich erfolgt vor der Spende eine ausführliche Erklärung sowie eine eingehende Untersuchung des Spenders oder der Spenderin, um eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen. Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, wird der Spender oder die Spenderin zur Entnahme freigegeben.

Risiken bei Stammzellentnahme aus dem Knochenmark
Die Entnahme erfolgt in der Regel aus dem Beckenkamm – nicht aus dem Rückenmark! Entnommenes Knochenmark regeneriert sich beim Spender oder der Spenderin innerhalb von etwa zwei Wochen. Kleinere Punktionsstellen am Gesäß vernarben. Das eigentliche Risiko der Entnahme ist das gleiche wie bei jeder Vollnarkose, da diese ein gewisses Risiko mit sich bringt. Bei gesunden Spendern und Spenderinnen ist die Gefahr ernster Komplikationen sehr gering. Auch weil wir zur Sicherheit jede:n Spender:in vorab einer medizinischen Prüfung unterziehen. An der Entnahmestelle können sich Blutergüsse bilden und Schmerzen über wenige Tage auftreten. Manche Spender:innen reagieren auf die Vollnarkose mit Übelkeit. Wie bei jeder anderen kleinen Wunde auch besteht ein Infektionsrisiko.

Periphere Blutstammzellentnahme
Heutzutage in etwa 80 Prozent der Fällen die übliche Stammzellentnahme. Im Vorfeld werden dem Körper Wachstumsfaktoren (G-CSF) zugeführt. Mögliche Nebenwirkungen dieses Stoffes: grippeartige Symptome und Knochenschmerzen. Dabei ist die Ausprägung von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche spüren überhaupt nichts, andere berichten von grippeähnlichen Nebenwirkungen. Mehr zum Ablauf der Entnahmemethoden erfährst du hier.

Was hat es mit der Stammzellgewinnung aus Nabelschnurblut auf sich?

In 97 Prozent aller Fälle wird nach der Geburt das Blut, das sich nach Abnabelung noch in der Nabelschnur und Plazenta befindet, ungenutzt weggeworfen. Dabei können Stammzellen aus Nabelschnurblut Menschen helfen, die an Krankheiten leiden, bei denen die eigenen Stammzellen nicht mehr richtig funktionieren oder von Krebszellen verdrängt wurden. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern können Sie das wertvolle Nabelschnurblut nach deiner Schwangerschaft aufheben.

Ich bin bereits bei einer anderen Datei registriert. Kann ich mich zusätzlich bei der Stefan-Morsch-Stiftung eintragen lassen?

Durch die Zusammenführung aller deutschen Spenderdateien im „Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland“ (ZKRD) ist es nicht nötig, sich doppelt zu registrieren. Deine Daten werden pseudonymisiert für den weltweiten Spendersuchlauf zur Verfügung gestellt. Eine zweite Registrierung ist daher überflüssig und führt nur zu unnötigen Mehrkosten.

Wie sicher sind meine Daten?

Für alle unsere Mitarbeitenden ist der Datenschutz unserer Spender:innen so heilig wie der eigene. Deswegen achten wir natürlich besonders auf den Schutz deiner personenbezogenen Daten.

Die Stefan-Morsch-Stiftung erhebt, verarbeitet und nutzt deine personenbezogenen Daten entsprechend deines Einverständnisses nur (soweit gesetzlich zulässig und notwendig), um geeignete Spender:innen zu finden.

Deine persönlichen Daten werden nur bei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Lediglich die spenderrelevanten Daten wie HLA-Gewerbemerkmale, Alter sowie Geschlecht werden mit deiner Spendernummer an Suchregister wie das Zentrale Knochenmarkspender-Register (ZKRD) weitergegeben, um eine:n geeignete:n Spender:in zu finden. Du bleibst dabei anonym.

Wann wird die Stammzelltransplantation angewendet?

Stammzelltransplantationen werden bei Patient:innen angewendet, die unter Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden. Dazu gehören insbesondere verschiedene Formen von Leukämie und Lymphknotenkrebs bei Kindern und Erwachsenen, schwere aplastische Anämie, schwere angeborene Immundefekte sowie verschiedene Erkrankungen der roten Blutkörperchen. In den häufigsten Fällen wird die Stammzelltransplantation jedoch bei Blutkrebs durchgeführt.

Was sind die ersten Anzeichen für die erfolgreiche Stammzellspende?

Zwischen zwei und vier Wochen nach der Stammzellspende gibt der Anstieg weißer Blutkörperchen beim Patienten oder bei der Patientin erste Anhaltspunkte, ob gesunde Blutzellen gebildet werden. Dabei ist das bei der Transplantation der peripheren Blutstammzellen häufig schneller der Fall als bei der Übertragung von Stammzellen aus dem Knochenmark. Grundsätzlich steigt die Chance auf ein zweites Leben mit dem Anstieg der weißen Blutkörperchen.

Was passiert, wenn kein:e geeignete:r Spender:in gefunden wird?

Dann versuchen die Ärzte oder Ärztinnen, dem Patienten oder der Patientin durch andere Behandlungsformen zu helfen. Je nach Art der Erkrankung sind das meistens Chemo- oder Strahlentherapien. Bei vielen Patient:innen ist jedoch die Stammzelltransplantation die einzige Behandlungsmethode mit Heilungsaussicht.

Wie lange dauert eine Spendersuche?

Die Dauer der Spendersuche ist von Patient:in zu Patient:in unterschiedlich. Denn entscheidend für eine Transplantation ist die Übereinstimmung der HLA-Merkmale. Je nachdem, wie häufig die für den Patienten oder die Patientin relevanten HLA-Merkmale in der Bevölkerung vertreten sind, kann die Suche bereits nach ein bis zwei Monaten abgeschlossen werden. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen es deutlich länger dauert. Um sicherzustellen, dass jede:r Patient:in schnell eine:n Spender:in findet, müssen wir erst so viele potenzielle Lebensretter:innen wie möglich finden und registrieren.

Wie sind die Erfolgsaussichten der Spendersuche?

Grundsätzlich findet sich heute in neun von zehn Fällen mindestens ein:e Spender:in. In manchen Fällen finden wir sogar gleich mehrere, wodurch wir uns den Spender bzw. die Spenderin mit der größten Erfolgswahrscheinlichkeit aussuchen können. Problematisch ist aber der oder die zehnte Patient:in, der oder die keine:n Spender:in findet. Deswegen ist es besonders wichtig, so viele neue Spender:innen wie möglich aufzunehmen: Je mehr Lebensretter:innen registriert sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für jeden Patienten und für jede Patientin auch eine:n zu finden.

Warum fragt die Stefan-Morsch-Stiftung nach finanzieller Unterstützung durch Spenden?

Je mehr Spender:innen sich registrieren, desto höher ist logischerweise die Heilungschance für jeden einzelnen Patienten und jede einzelne Patientin. Daher wollen wir so vielen potenziellen Spender:innen die Typisierung kostenlos anbieten. Dies funktioniert allerdings nicht ohne Hilfe, denn: Für jede Registrierung fallen für uns Kosten in Höhe von ca. 40 Euro an. Um diese und viele weitere Kosten (wie Unterstützung von Krebsforschung, Blutanalysen im HLA-Labor, Begleitung und Betreuung der Patienten sowie Patientinnen und Spender:innen, Unterstützung privater Initiativen und Typisierungsaktionen sowie Bereitstellung von Kommunikationsmaterial) zu stemmen, sind wir auf finanzielle Unterstützung von Sponsoren und Einzelpersonen angewiesen.

Wir sind für jede Spende dankbar! Auch ein für dich kleiner Betrag ist für uns schon ein großer Beitrag im Kampf gegen den Blutkrebs.

Wie finanziert sich die Stefan-Morsch-Stiftung?

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die zum einen durch Geldspenden von Unternehmen und Privatpersonen unterstützt wird. Zum anderen erhalten wir teilweise Kostenerstattungen von Krankenkassen zurück (u.a. für Pflege der Datei, Durchführung der Laboruntersuchungen sowie die Organisation der Stammzellentnahmen).

Erhalte ich eine Spendenbescheinigung für meine Geldspende?

Bei Spenden bis 200 Euro gilt der Überweisungsbeleg als Steuerbeleg. Ab Spenden von mehr als 200 Euro stellen wir dir gerne eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt aus.

Warum bezahlt die Stiftung Typisierungen nur für Personen bis 40 Jahren?

Als gemeinnützige Organisation setzt die Stefan-Morsch-Stiftung erhaltene Spendengelder verantwortungsbewusst und zur Erfüllung ihres Zwecks ein: für möglichst jeden Patienten und jede Patientin eine:n Spender:in finden. Pro Registrierung fallen Kosten in Höhe von etwa 40 Euro an.

Diese Typisierungskosten werden durch Spendengelder finanziert. Da statistische Auswertungen gezeigt haben, dass bestimmte Personengruppen mit einer vergleichsweise sehr hohen Wahrscheinlichkeit als Spender:innen ausgewählt werden, müssen wir uns auf diese konzentrieren. Das heißt, dass Personen ab 40 und Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften ihre Typisierungskosten selbst tragen müssen. Ansonsten könnten wir insgesamt keine kostenlose Registrierung mehr ermöglichen. Bitte habe Verständnis dafür. Warum bestimmte Personengruppen eher als Spender:innen geeignet sind als andere, erklärt Experte Dr. Harald Biersack in einem Interview zum Thema Spendeneignung heute und damals.

Warum bezahlt die Krankenkasse meine Typisierung nicht?

Krankenkassen dürfen laut den Bestimmungen im Sozialgesetzbuch V (SGB V) ausschließlich die Behandlungskosten zur Genesung tragen. Kommst du als Spender:in in Frage, übernimmt die Krankenkasse des Patienten oder der Patientin alle weiteren Kosten, die durch eine eventuelle Stammzelltransplantation entstehen.

Deswegen sind wir bei der Stefan-Morsch-Stiftung sehr bemüht, für den Großteil der potenziellen Spender:innen die Typisierungskosten zu übernehmen. Bitte beachte, dass das nur für Personen bis maximal 40 Jahre gilt. Alle anderen Personen bitten wir, ihre Kosten für die Typisierung selbst zu übernehmen.

Wie kann ich meine Kontodaten ändern?

Deine neuen Bankdaten kannst du uns ganz bequem und unkompliziert per E-Mail oder per Kontaktformular mitteilen.

Bietet die Stefan-Morsch-Stiftung auch Arbeitsplätze an?

Die Stefan-Morsch-Stiftung bietet ein vielfältiges Jobangebot mit abwechslungsreichen Tätigkeiten. Neben dem medizinischen Bereich in Birkenfeld (Laborfachleute, Ärzte, anderes medizinisches Personal) werden auch immer wieder Verwaltungsexperten, die sich um die Spenderdatei kümmern, gesucht. Die Stefan-Morsch-Stiftung legt sehr viel Wert auf qualifizierte Aus- und Weiterbildung. Da in der großen Arbeitsfamilie ein tolles Arbeitsklima herrscht, sollten Bewerbende ein hohes Maß an sozialen Kompetenzen, Teamfähigkeit und guter Kommunikation mit sich bringen. Weitere Informationen zu Arbeiten bei der Stefan-Morsch-Stiftung und offene Stellen findest du unter Stefan-Morsch-Stiftung als Arbeitgeber.

Freiwilliges soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst, Praktikum

Für alle, die ihre Zeit zwischen Schule und Studium bzw. Arbeit sinnvoll überbrücken oder in einen sozialen Beruf reinschnuppern wollen, bietet die Stefan-Morsch-Stiftung Stellen für Praktikanten und Praktikantinnen, FSJler:innen und Teilnehmende des Bundesfreiwilligendienstes an.

Ehrenamt

Jeder Verein, jede gemeinnützige Organisation, jede Stiftung lebt von ihren motivierten und zuverlässigen Helfern und Helferinnen, die leidenschaftlich einen Teil ihrer Freizeit für den guten Zweck opfern. Das ist bei unserer familiären Stefan-Morsch-Stiftung genauso. Deswegen sind wir für jeden dankbar, der uns ehrenamtlich unterstützen will. In unserer großen Familie ist auch Platz für dich!

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