Gemeinsam Leben retten

Typisierung: Das musst du wissen!

Es gibt über 3.500 Gründe, ja zur Typisierung als potenzielle:r Stammzellspender:in zu sagen. Denn um zu überleben, sind genauso viele Patient:innen in Deutschland jedes Jahr dringend auf eine Stammzelltransplantation angewiesen.

Weltweit sind es sogar über 50.000 Menschen. Sie alle können die Leukämie oder andere Blutkrebsarten nur mit Hilfe ihres genetischen Zwillings besiegen. Wenn auch du dich typisieren lässt, erhöhst du die Überlebenschancen dieser Betroffenen. Wie du herausfindest, ob du ein lebensrettender Zwilling bist und wie eine Typisierung funktioniert, erfährst du hier bei uns, der Stefan-Morsch-Stiftung.

Was ist eigentlich eine Typisierung?

Die Typisierung ist der erste Schritt auf dem Weg zur Stammzellspende. Dabei werden aus einer Blut- oder Speichelprobe die genetischen Gewebemerkmale bestimmt („typisiert“). Diese kommen beim Menschen in einer unendlichen Vielzahl vor – und müssen bei Stammzellspender:in und -empfänger:in übereinstimmen. Aus diesem Grund spricht man auch vom sogenannten genetischen Zwilling.

Die Daten der Typisierung werden zusammen mit den weiteren Angaben des potenziellen Stammzellspenders oder der Stammzellspenderin in unserer Datei gespeichert. Darüber hinaus übermitteln wir diese, wie alle deutschen Stammzellspenderdateien, in pseudonymisierter Form an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm.

Wie kann ich mich typisieren lassen?

Es geht schnell und ist nicht schwer, sich als Stammzellspender:in zu registrieren und damit potenziell zur oder zum Lebensretter:in für Menschen mit Leukämie oder anderen Blutkrebsarten zu werden. Bei der Stefan Morsch Stiftung gibt es für die Typisierung zwei Möglichkeiten:

1. Online-Typisierung

Dank unseres Online-Formulars kannst du dich in nur wenigen Schritten als Stammzellspender:in typisieren. Du musst nur ein paar kurze Fragen beantworten sowie deine Kontaktdaten angeben und schon schicken wir ein Set für eine Speichelprobe direkt zu dir nach Hause.

2. Typisierung vor Ort

Wir führen regelmäßig Typisierungsaktionen durch, etwa auf Festivals oder anderen Veranstaltungen. Dabei können sich gesunde Menschen bis 40 Jahre kostenlos bei unserer Stiftung als Stammzellspender:in registrieren lassen.

Wie werde ich als Stammzellspender:in ausgewählt?

Nachdem deine Speichel- oder Blutprobe im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung eingegangen ist, analysieren wir diese auf die sogenannten HLA-Merkmale – die eigentliche Typisierung. Diese genetischen Gewebe-Merkmale sind eine wichtige Grundvoraussetzung, damit die gespendeten Stammzellen vom Körper des Empfängers oder der Empfängerin angenommen werden können.

Nach der Typisierung werden die relevanten Daten in unserer Datei gespeichert – beziehungsweise pseudonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) weitergeleitet. Dann heißt es warten: Warten, ob dein genetischer Zwilling deine Hilfe braucht.

Sobald ein an Leukämie erkrankter Mensch auf eine Stammzelltransplantation angewiesen ist, werden seine HLA-Merkmale mit denen potenzieller Spender:innen verglichen. Wenn die Daten übereinstimmen, kommst du in die engere Auswahl. Dann kontaktieren wir dich für weitere Voruntersuchungen – wie beispielsweise eine Blutentnahme durch deinen Hausarzt oder deine Hausärztin. Wirst du danach vom Transplantationszentrum als passender Spender oder Spenderin ausgewählt, können die Vorbereitungen für deine Stammzellspende beginnen.

Stammzell­spender:in werden
Registriere dich online als Stammzellspender:in. Einfach ein paar Fragen beantworten und deine Kontaktdaten angeben.
Wir schicken dir ein Set für eine Speichelprobe, die du ganz leicht selbst machen kannst. Dann sendest du das Paket kostenfrei an uns zurück.
Deine Probe wird in unserem HLA-Labor untersucht und die relevanten Daten in unserer Datei sowie im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gespeichert.
Wir informieren dich sofort, wenn dein genetischer Zwilling deine Hilfe braucht.

Die Altersgrenzen für die Typisierung und Stammzellspende

Für eine Registrierung als potenzielle:r Stammzellspender:in gibt es gewisse Vorgaben, die eingehalten werden müssen – auch im Hinblick auf das Alter. So kann man sich beispielsweise schon mit 16 Jahren typisieren lassen, wenn die Einwilligung der Sorgeberechtigten vorliegt. Spenden darf man jedoch erst ab 18 Jahre. Sind die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt, ist die Registrierung als potenzielle:r Stammzellspender:in bei der Stefan-Morsch-Stiftung bis 40 Jahre kostenlos. Ältere Personen und Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften bitten wir um die Übernahme der Kosten der Typisierung in Höhe von 40 Euro. Da statistische Auswertungen gezeigt haben, dass bestimmte Personengruppen – und insbesondere junge Menschen – mit einer im Vergleich sehr hohen Wahrscheinlichkeit als Spender:in ausgewählt werden, müssen wir uns als gemeinnützige Organisation auf diese konzentrieren.

Warum bestimmte Menschen eher als Spender geeignet sind als andere, erklärt Transfusionsmediziner Dr. Harald Biersack in einem Interview zum Thema Spendeneignung heute und damals.

Zudem sieht der Gesetzgeber zum Schutz der Stammzellspender:innen sowie der Betroffenen eine Altersgrenze für die Stammzellspende vor: Ab dem 61. Lebensjahr darf man nicht mehr spenden und wir sind verpflichtet, deine Daten aus unserer Datei zu löschen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich schon früh für eine Typisierung zu entscheiden. So stehst du besonders lange als potenzielle:r Lebensretter:in zur Verfügung und die Überlebenschancen für an Blutkrebs erkrankte Betroffene steigt. Zudem haben Studien ergeben, dass Stammzellspenden von jungen Menschen zu besseren Therapieergebnissen bei den Patient:innen führen.

Wir haben für dich noch einmal alle Informationen zu den Altersgrenzen bei der Typisierung und Stammzellspende zusammengefasst:

Du kannst dich schon mit 16 Jahren typisieren lassen.
(mit Einwilligung deiner Sorgeberechtigten)

Ab deinem 18. Lebensjahr darfst du Stammzellen spenden.

Die Altersgrenze für die kostenlose Typisierung liegt bei 40 Jahren.

Für alle gilt: Stammzellspender:innen dürfen höchstens 60 Jahre alt sein.

Die Registrierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung ist ausschließlich für Personen mit Wohnsitz in Deutschland oder Luxemburg oder einer der beiden Staatsbürgerschaften möglich. Potenzielle Stammzellspender:innen, die diese Kriterien nicht erfüllen, können sich an ihre jeweiligen nationalen Stammzellspenderregister wenden.

Wie kann meine Typisierung gegen Leukämie helfen?

Durchschnittlich 13.500 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Leukämie. Wenn Chemotherapie oder Bestrahlung nicht ausreichen, ist die Transplantation von Stammzellen eines nicht-verwandten Menschen für viele Patient:innen die oftmals einzige Chance zu überleben. Doch damit dies möglich ist, müssen die genetischen Gewebemerkmale von Spender:in und Empfänger:in übereinstimmen. Wie kaum eine andere Therapie ist die Stammzelltransplantation daher auf Solidarität angewiesen: die vorsorgliche Registrierung bzw. Typisierung als Stammzellspender:in für einen unbekannten Menschen.

Grundsätzlich steht der Begriff Leukämie für verschiedene Krebserkrankungen des blutbildenden Systems und wird deshalb auch Blutkrebs genannt. Alle diese Krankheiten haben gemeinsam, dass sich im Knochenmark fehlerhafte weiße Blutkörperchen bilden und anschließend unkontrolliert vermehren. Sie verdrängen die anderen Blutzellen nach und nach und das Blut kann seinen vielfältigen Aufgaben nicht mehr nachkommen.

Bei einer Transplantation führt man dem Körper gesunde Stammzellen zu, aus der sich neue, gesunde Blutzellen bilden können. Diese Art der Therapie ist für Betroffene meist die letzte Rettung. Dies gilt auch für andere Krankheiten, wie etwa angeborene Gendefekte oder Autoimmunerkrankungen. Für alle gilt: Nur wer typisiert ist, kann auch gefunden werden und mit seiner Stammzellspende Leben retten.

 

Helfen kann so einfach sein!

Eine Typisierung tut nicht weh und ist für alle gesunden Menschen ab 18 Jahre möglich – mit der Einwilligung der Sorgeberechtigten sogar ab 16 Jahre. Ein einfacher Wangenabstrich, auch Speichelprobe genannt, sowie deine Einwilligungserklärung genügen, um als potenzielle:r Retter:in für Menschen mit Leukämie in Frage zu kommen. Wenn du unter 40 Jahre alt bist, entstehen dir für die Typisierung keine Kosten.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Typisierung

Was passiert bei einer Typisierung?

Unter Typisierung versteht man die eigentlichen Laborarbeiten, die für die Aufnahme in unsere Stammzellspenderdatei notwendig sind. Deine Probe – entweder als Blut- oder als Speichelprobe – wird in unserem Speziallabor auf die HLA-Gewebemerkmale untersucht. Diese werden in der Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert und in pseudonymisierter Form an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm weitergeleitet.

Wer kann sich typisieren lassen?

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren als Stammzellspender:in typisieren lassen. Mit dem Einverständnis der Sorgeberechtigten kann man sich bereits ab 16 Jahren registrieren. Bei der weltweiten Suche nach Stammzellspender:innen wirst du allerdings erst mit 18 Jahren berücksichtigt. Je mehr Menschen in unsere Datenbank aufgenommen werden, desto höher ist die Chance für erkrankte Menschen, eine:n passende:n Stammzellspender:in zu finden.

Was ist eine Typisierungsaktion?

Bei einer Typisierungsaktion fahren wir als Stiftung zum Beispiel zu Events und Veranstaltungen und versuchen, so viele Menschen wie möglich zu überzeugen, sich als Stammzellspender:in registrieren zu lassen. Finde jetzt die aktuellen Termine in deiner Nähe!

Ist die Typisierung kostenlos?

Für alle zwischen 16 und 40 Jahren ist die Typisierung kostenlos. Ältere Menschen und Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften können sich auch typisieren lassen – müssen jedoch die Registrierungskosten in Höhe von 40 Euro selbst übernehmen. Bitte beachte: Wenn du noch minderjährig bist, benötigst du für die Typisierung das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.

Wir stellen euch Lebensretter:innen vor
Christian Sebastiany
Christian sitzt auf einem Entnahmestuhl und ist mit beiden Armen ein ein Gerät angeschlossen. Im Hintergrund sieht man einen Blutbeutel, in dem die Stammzellen gesammelt werden.
Christian Sebastiany

Als ein Fußballkollege an Leukämie erkrankte, hat sich BWL-Student Christian typisiert. Für ihn war er damals nicht der passende Stammzellspender. Doch jetzt hat eine 40-jährige Betroffene seine Hilfe gebraucht.

Kevin Hoebusch
Stammzellspender Kevin aus dem Sauerland hockt vor einem Feuerwehrauto.
Kevin Hoebusch

Kevin aus dem schönen Sauerland ist ein echter Helfer. Er arbeitet nicht nur im Rettungsdienst, sondern ist auch in der freiwilligen Feuerwehr aktiv. Natürlich ist er schon lange als Stammzellspender registriert und wurde jetzt tatsächlich gebraucht.

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