Von der Typisierung bis zur Knochenmark- bzw. Stammzellspende

Benötigt ein Patient gesunde Stammzellen, beginnt die weltweite Suche in den Stammzellspenderdateien nach seinem genetischen Zwilling. Damit wir möglichst für jeden Patienten einen Stammzellspender – also einen Lebensretter – finden, müssen sich die freiwilligen Spender vorher bei einer Stammzellspenderdatei registrieren lassen. Aktuell kann noch immer für jeden 10. Patienten kein geeigneter Stammzellspender gefunden werden.

Sie sind noch nicht registriert, aber wollen helfen? Registrieren Sie sich ganz einfach mithilfe unseres Online-Registrierungsformulars und werden Sie zum Lebensretter!

Neben der Aufnahme Ihrer Daten in die Datei gehört zur Registrierung auch die Analyse von Gewebemerkmalen in unserem HLA-Labor. Diesen Vorgang nennt man Typisierung. Dazu genügt bereits eine kleine Blut- bzw. Speichelprobe.

Diese Probeentnahme kann bei einer unserer Typisierungsaktionen vor Ort vorgenommen werden oder Sie können sich online registrieren. Bei Letzterem schicken wir Ihnen ein Päckchen mit dem notwendigen Material zur Entnahme einer Speichelprobe zu. Diese müssen Sie dann nur noch per Post an unser HLA-Labor zurücksenden. Nach der Typisierung Ihrer HLA-Merkmale und der Aufnahme in unserer Stammzellspenderdatei erhalten Sie Ihren Spenderausweis per Post.

Sollten Sie als Spender für einen Patienten infrage kommen, werden Sie umgehend von uns kontaktiert. Um festzustellen, ob Sie der ideale Spender sind und damit zum Lebensretter werden, fragen wir Ihren aktuellen Gesundheitszustand ab und führen einige medizinische Untersuchungen durch.

Wurden Sie als idealer Spender ausgewählt, folgen zunächst eine medizinische Voruntersuchung sowie ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt des jeweiligen Entnahmezentrums.

Die tatsächliche Stammzellspende

Für die eigentliche Stammzellspende können zwei Verfahren zum Einsatz kommen: die Stammzellentnahme aus dem peripheren Blut oder die Entnahme von Stammzellen aus dem Knochenmark.

Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut

Bei dieser Methode wird Ihnen über einen Zeitraum von etwa vier Tagen ein körpereigener Botenstoff (G-CSF) verabreicht, der die Stammzellproduktion stimuliert. Die Entnahme erfolgt dann in einem Entnahmezentrum in Deutschland und dauert in der Regel drei bis fünf Stunden. In seltenen Fällen muss die Entnahme am zweiten Tag wiederholt werden. Ein stationärer Aufenthalt ist jedoch nicht erforderlich.

Entnahme von Stammzellen aus dem Knochenmark

Unter Vollnarkose werden Ihnen Stammzellen aus dem Beckenkamm (niemals aus dem Rückenmark) entnommen. Der Klinikaufenthalt beträgt in der Regel 3 Tage bzw. 2 Nächte.

Wie es nach der Spende weiter geht

Nach der Spende besteht grundsätzlich die Möglichkeit zu erfahren, wie es dem Patienten geht. Dabei gilt es zu beachten, dass länderspezifische Richtlinien bzw. Gesetze den Datenaustausch zwischen Spender und Patient leider mehr und mehr erschweren.

Von der Stefan-Morsch-Stiftung werden in regelmäßigen Abständen Treffen organisiert, bei denen sich Spender und Patienten persönlich kennenlernen können. Lesen Sie dazu auch gerne unsere Spender-Patienten-Geschichten.