Hoffen – Helfen – Heilen
16. Februar 2022

Erfolgreiche Lebensrettersuche für Leukämiekranke

Typisierungsaktion des Kneipp-Vereins Spiesen e.V.

Zahlreiche Menschen haben sich am vergangenen Samstag am katholischen Pfarrheim in Spiesen versammelt. Zusammen unterstützten sie das Ziel des örtlichen Kneipp-Vereins, sich für Leukämiekranke stark zu machen. Das Ergebnis: Viele neue, potenzielle Lebensretter:innen, die sich in die Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung aufnehmen ließen. Zudem spendeten Vereine, Firmen, Parteien sowie Privatleute Geld, um so die Arbeit der gemeinnützigen Organisation aus Birkenfeld zu fördern.

Stammzellspende rettet Leben

Genau 76 Mal haben die Mitarbeiterinnen der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, Danke gesagt. Nämlich immer dann, wenn Besucher:innen sich als möglicher Spender oder Spenderin für Leukämiekranke typisieren ließen. Sandra Roncoroni, die die Aktion beim Kneipp-Verein angestoßen hat, ist stolz: „Alle unsere Erwartungen wurden übertroffen. Die Hilfsbereitschaft der Besucher war unfassbar groß. Viele haben sich total über die Gelegenheit gefreut, sich endlich zu typisieren. Jetzt hoffen wir, dass wir mit dieser Aktion möglichst vielen Leukämiekranken helfen können.“ Auch in ihrem Umfeld gibt es eine Betroffene, für die Sandra Roncoroni und die anderen Vereinsmitglieder auf die Chance hoffen, den passenden genetischen Zwilling für eine lebensrettende Stammzelltransplantation zu finden.

Geldspenden für die Leukämiehilfe

Parallel zur Typisierung  wurden Geldspenden für die Stefan-Morsch-Stiftung gesammelt. Dafür haben die Mitglieder des Kneipp-Vereins ein Kuchenbüffet mit großer Auswahl auf die Beine gestellt. Sagenhafte 36 unterschiedliche Sorten haben sie dafür gebacken und liebevoll verziert. Mehr als 2.600 Euro Geldspenden kamen so bisher zusammen. Mit dem Geld werden nicht nur die Registrierungskosten von 40 Euro pro Typisierung gedeckt. Darüber hinaus unterstützt die gemeinnützige Einrichtung Betroffene und ihre Familien, die durch die Erkrankung in eine finanzielle Notlage geraten sind. Die Vorstandsvorsitzende von Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, Susanne Morsch, betont: „Bei dieser Aktion hat sich erneut gezeigt, dass wirklich jeder helfen kann! Ganz herzlichen Dank an alle, die hier mitgewirkt und den großen Erfolg ermöglicht haben.“

Genetische Gewebemerkmale müssen übereinstimmen

Die 76 Speichelproben wurden noch am selben Abend ins Speziallabor der Stefan-Morsch-Stiftung nach Birkenfeld gebracht. Hier wird das Genmaterial aus dem Speichel isoliert und untersucht. Denn um tatsächlich Spender:in zu werden, müssen bestimmte Gebwebemerkmale – die sogenannten HLA-Werte – mit denen eines Leukämiebetroffenen übereinstimmen. Da diese aber in unzähligen Varianten vorkommen, ist es gar nicht so einfach, den genetischen Zwilling zu finden. Für einen von zehn Patient:innen wird immer noch kein passender Spender oder Spenderin gefunden. Susanne Morsch erklärt: „Deshalb ist es wichtig, dass wir fortlaufend Menschen suchen, die sich genau für diesen Fall als potenzielle Spender aufnehmen lassen. Das Engagement von Gruppen wie dem Kneipp-Verein in Spiesen ist dafür unerlässlich.“

Online-Typisierung möglich

Wer den Termin verpasst hat, kann sich hier jederzeit online als Stammzellspender:in registrieren. Nach Angabe der Kontaktdaten beantwortet man ein paar kurze Fragen. Danach bekommt man per Post eine Entnahme-Set mit genauer Anleitung für eine Speichelprobe. Diese sendet man dann einfach kostenlos an die Stiftung zurück.