30. Mai 2016

Fuderfeschd: Fast 90 neue Lebensretter

„Uh, Leute war das geil!“ steht auf der Facebook-Seite der Püttlinger Band Sins’n’Rise. Die Rockband war eine von acht Bands beim Fuderfeschd 2016 in Elm-Sprengen. Rund 650 Musikfans von jung bis alt, mit Hund und Kinderwagen, ließen sich zwei Tage lang Rock Klassiker wie „Sweet Home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd und Heavy-Metal-Songs wie „Wasted Years“ von Iron Maiden um die Ohren wehen. Mittendrin: der rote Doppeldeckerbus der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, bei der sich fast 90 Fans typisieren ließen, um irgendwann einem Blutkrebspatienten im Kampf gegen Leukämie Hoffnung auf Leben zu geben.
„Insgesamt lief alles glatt“, sind sich Hans-Jürgen Schneider und Manfred Schumacher von der Elm-Sprenger Interessengemeinschaft zur Jugend- und Kulturförderung e.V. (ESIG) einig. Über das große Interesse an der kostenlosen Typisierung bei Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei freuen sie sich ganz besonders: „Ich bin froh, dass sich so viele typisieren gelassen haben und wir so was Gutes bewegen konnten“, sagt Schumacher. Jeden, der dem Team der Lebensretter beigetreten ist, belohnten die Organisatoren des Open-Airs: Wer sich typisieren ließ, musste keinen Eintritt bezahlen. Der 26-jährige Daniel Hirschmann hat trotzdem bezahlt: „Um die Veranstaltung zu unterstützen.“ Der Püttlinger kam mit seinem Cousin Yannic Albert zum Fuderfeschd und zum Bristolbus der Stammzellspenderdatei: „Ich will Leukämiekranken helfen.“

Improvisieren mussten die Organisatoren nur einmal: „Eine der beiden Musikerinnen von Maas Attack hat sich am Freitag während des Konzerts den Fuß gebrochen und fiel für den nächsten Tag aus. Aber wir haben ganz schnell Ersatz gefunden: As it happens haben den Part dann übernommen. Innerhalb einer halben Stunde war der Auftritt abgemacht“, erzählt Hans-Jürgen Schneider, erster Vorsitzender der ESIG, der in diesem Jahr Maas Attack, The Noiz, Bastard, Legacy in Rock,Rockaholix, Good Mood, Sins N Rise und HD – Happy Desaster eingeladen hatte.

Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung freut sich über die große Resonanz der Rockfans: „Das sind nicht nur 86 Typisierungen, sondern 86 Mal Hoffnung für Leukämiepatienten. Jede einzelne Registrierung erhöht die Chance, im internationalen Netzwerk der Leukämiehilfe für Patienten kompatible Spender zu finden.“

Die Proben sind inzwischen im Labor der Stiftung angekommen. Dort werden sie auf die genetischen Gewebemerkmale, die sogenannten HLA-Werte, untersucht und danach in der Datei gespeichert. Steht man als Spender für einen Leukämiepatienten zur Auswahl, nimmt die Stefan-Morsch-Stiftung Kontakt auf. Stammzellen spenden kann man auf zwei Arten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt.

Manfred Schumacher will im nächsten Jahr wieder ein Fuderfeschd organisieren – die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke soll dann wieder mit dabei sein.(az)

Hilfe für Leukämiekranke geht weiter

Wer die Typisierung verpasst hat, kann sich an weiteren Terminen im Juni und Juli im Saarland als möglicher Stammzellspender registrieren. Gemeinsam mit dem DRK ruft die Stefan-Morsch-Stiftung an folgenden Blutspendeterminen zur Hilfe für Leukämiepatienten auf:

Montag, 06. Juni, 17 bis 20.30 Uhr, in der Erweiterte Realschule, Schulstr. 43 , in 66629 Freisen (Landkreis St. Wendel)

Mittwoch, 15. Juni, 14 bis 19.00 Uhr, in der Stadthalle, Pachtener Straße, in 66763 Dillingen (Landkreis Saarlouis)

Donnerstag, 30. Juni 2016, 16.30 bis 20.30 Uhr, in der Kulturhalle, Parkstraße, 66636 Hasborn (Landkreis St. Wendel)

Donnerstag, 14.Juli , 16.30 bis 20 Uhr, in der Turn- und Festhalle, Marktplatz, in Elm (Kreis Saarlouis)

Montag, 18.Juli, 17 bis 20.30 Uhr, in der Turnhalle, Saarbrücker Straße, in Orscholz (Kreis Merzig-Wadern)

Weitere Informationen über die Leukämie- und Tumorhilfe: www.stefan-morsch-stiftung.de . Über die Homepage kann man auch online als Stammzellspender registriert werden. Über die gebührenfreien Hotline  ist die Stefan-Morsch-Stiftung 08 00 – 766 77 24 erreichbar, ebenso via Facebook oder über info@stefan-morsch-stiftung.de.


Bekomme ich einen Nachweis über meine Typisierung?

Jeder Spender, jede Spenderin bekommt einen Spenderausweis der Stefan Morsch Stiftung zugesandt. Da wir jedoch als gemeinnützige Organisation, die sich zum Teil aus Spendengeldern finanziert, Portokosten sparen möchten, sammeln wir diese Briefe und versenden diese Post gebündelt. Das bedeutet, dass die Zusendung der Spenderausweise eine Weile dauern kann. Unabhängig davon werden jedoch die Daten jedes jetzt neu registrierten Spenders direkt nach der Analyse der Gewebemerkmale dem deutschen Zentralregister der ZKRD anonymisiert für weltweite Suchanfragen zur Verfügung gestellt.