10. Dezember 2019

Hilfe für Horst: 100 neue Lebensretter typisiert

Rund 100 Blutproben sind am Sonntag Abend aus Vernawahlshausen im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung eingetroffen. Das ist die Bilanz eines Aufrufes für den an Leukämie erkrankten Horst, der in den letzten Wochen die Menschen in der Region bewegt hat. 100 Menschen, die bereit sind, im Ernstfall einem Menschen wie Horst das Leben zu retten.

Diagnose: Leukämie

Es war Anfang September als Daniela Heises Vater öfter schwindelig wurde. Erst einige Zeit später fanden die Ärzte heraus, dass er so schwer krank ist, dass er ohne fremde Hilfe nicht wieder gesund werden kann. Deshalb organisiert die 43-Jährige mit Familie und Freunden einen Aufruf, sich als Stammzellspender bei der ersten Stammzellspenderdatei Deutschlands registrieren zu lassen. Plakate wurden geklebt, die lokalen Medien berichteten und Handzettel wurden verteilt. So war die Resonanz am vergangenen Sonntag riesig. Wer sich nicht typisieren lassen konnte oder wollte, steckte großes und kleines Geld in die Spendendosen: Mehr als 6300 Euro sind so zusammengekommen. Geld, das die Stiftung zur Finanzierung der Laborkosten und in die Unterstützung von in Not geratenen Patienten einsetzt.

100 neue Stammzellspender

Im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung werden die rund 100 Blutproben auf die für eine Transplantation relevanten genetischen Gewebemerkmale (HLA-Werte) analysiert. Im Anschluss werden diese Daten der neuen Spender anonym in der Datei gespeichert. Passen die Werte eines Patienten zu einem potenziellen Spender, nehmen Mitarbeiter der Stiftung den Kontakt auf. So kann vielleicht nach wenigen Wochen, Monaten, Jahren oder sogar Jahrzehnte später Leben gerettet werden.

Zeichen der Hoffnung

Der 73-jährige Horst wird nach ein paar Tagen zu Hause nun wieder in die Klinik gehen. Er und seine Familie hoffen, dass bald ein passender Spender gefunden wird. Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung: „100 neue Stammzellspender sind 100 gelebte Zeichen der Hoffnung!“ (dji)