12. September 2016

Hilfe für Paul: 520 Chancen gegen Leukämie

Mehr als 520 Menschen sind am Wochenende dem Typisierungsaufruf für Paul aus Merlsheim (Kreis Höxter) und andere Leukämiepatienten gefolgt. Sie sind jetzt als mögliche Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke, registriert. Und die Hilfe geht weiter: Am Samstag, 17. September, ab 11 Uhr, ruft der Brakeler Schrotthandel Kass zur Hilfsaktion „Schlag den Krebs“ auf. Auf dem Gelände Am Güterbahnhof 3 darf man gegen eine Spende auf einen alten Opel Omega einhämmern. Und am roten Doppeldeckerbus der Stiftung können sich gesunde Erwachsene bis 40 Jahre kostenlos typisieren lassen.
Gleich an zwei Orten konnten sich am Wochenende gesunde Erwachsene bis 40 Jahre als mögliche Lebensretter in der Stammzellspenderdatei, die dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert, registrieren: In der Merlsheimer Bürgerhalle und bei der Radbundesliga am Bilster Berg, Bad Driburg. Alle mit dem gleichen Ziel: den genetisch passenden Stammzellspender für den 18jährigen Merlsheimer Paul und andere Patienten zu finden. Denn um ihm das Leben zu retten, ist Paul dringend auf die Transplantation gesunder Stammzellen von einem passenden Spender angewiesen. Auch mit Spenden haben viele geholfen: Mehr als 3400 Euro warfen die Menschen aus der Umgebung in die Spendendosen. Insgesamt sind so mehr als 8600 Euro zusammengekommen, die für die Registrierung geeigneter Spender eingesetzt werden, denn allein eine Typisierung kostet die Stiftung 40 Euro.

Die 477 Blutproben aus Merlsheim und die rund 45 aus Bad Driburg werden im HLA-Labor der Stefan-Morsch-Stiftung im rheinland-pfälzischen Birkenfeld auf die genetischen Gewebemerkmale analysiert und dann in der Datei gespeichert und über das deutsche Zentralregister ZKRD weltweit abrufbar. Stimmen die Werte mit denen eines Patienten wie Paul überein, nehmen Mitarbeiter der Stiftung Kontakt auf.

Emil Morsch, Vorsitzender der Stiftung ist begeistert: „Die ganze Region hält zusammen, um Paul zu helfen. Jede einzelne der über 520 Typisierungen ist eine Chance im Kampf gegen Leukämie und kann noch Jahrzehnte später Leben retten. Danke an die zahlreichen Helfer, die sich für Paul und andere Blutkrebskranke einsetzen.“

Die Hilfe für Paul geht weiter: Gegen eine Spende bei der Hilfsaktion „Schlag den Krebs“ kann man am Samstag, 17. September, ab 11 Uhr auf ein schrottreifes Auto einhämmern und so dem an Leukämie erkrankten Paul aus Merlsheim helfen. Familie Kass, die den Schrottplatz, Am Güterbahnhof 3, in Brakel führt, will mit den Einnahmen die Hilfe für Paul unterstützen. Und am roten Bristolbus der Stammzellspenderdatei kann man sich über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke informieren und potenzieller Lebensretter werden.

Weitere Informationen rund um Typisierung und Stammzellspende erfährt man unter der gebührenfreien Hotline 0800 – 76 67 724, per Mail unter info@stefan-morsch-stiftung.de oder auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de. Auch bei Facebook kann man sich informieren.(az)

 

Wie funktioniert eine Stammzellspende?

Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.