Hoffen – Helfen – Heilen
25. September 2020

Prof. Dr. Michael Bohlmann (47) spendet Stammzellen

„Nachdem ich mich vor mehr als 25 Jahren im Rahmen meines Medizinstudiums nach einer Blutspende eher zufällig bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren ließ, war ich naturgemäß überrascht, nach so langer Zeit – als nun Mitte Vierzigjähriger – für eine mögliche Spende kontaktiert zu werden. Die Untersuchungen und Vorbereitungen liefen vollkommen problemlos. Zusätzlich eingeholte Informationen von Experten im ärztlichen Bekanntenkreis hatten mich ebenso wie familiäre Gespräche und die vorbildliche Aufklärung in der Klinik bestärkt, die Stammzellspende durchzuführen. Natürlich habe ich mir im Vorfeld Gedanken über mögliche Nebenwirkungen gemacht, kann aber sagen, dass ich mit Ausnahme von erträglichen Knochenschmerzen sowie Müdigkeit keine relevanten Beschwerden aufwies. Die Tatsache, dass der zum Zeitpunkt meiner Stimulation dann schon mit einer Hochdosis-Chemotherapie behandelte Empfänger von meiner Stammzellspende abhängig ist, hat mir meine Verantwortung nochmals sehr bewusst gemacht.

Als jemand, der täglich onkologische Patienten behandelt, war der nun erlebte Perspektivwechsel für mich eine besondere Erfahrung. Im Vorfeld und insbesondere bei der Entnahme habe ich besonders an den an Leukämie erkrankten Empfänger gedacht. Ich hoffe einfach, dass die Behandlung bei ihm anspricht und dass ich nach der ‚Informations-Sperrfrist‘ von drei Monaten positive Nachrichten erhalte. Es ist sicher ein komisches Gefühl, einer mir unbekannten Person auf diese Weise ‚verbunden‘ zu sein und ihm durch die Behandlung auch weitere meiner Gewebseigenschaften, wie zum Beispiel die Blutgruppe, zu übertragen.

Während zum Zeitpunkt meiner Typisierung in den 1990er Jahren diese eine Blutabnahme voraussetzte, kann dies heute durch eine Wangenabstrich noch problemloser erfolgen. Ich denke, dass eine solche Typisierung eine sehr gute Möglichkeit darstellt, lebensbedrohlich Erkrankten eine Lebensperspektive zu eröffnen.

Ich möchte mich bei meinem Team und der Geschäftsführung für die Unterstützung bedanken, die mir die Abwesenheiten zu Voruntersuchungen und Apherese ermöglichte.“