12. Januar 2016

Stefan-Morsch-Stiftung unterstützt praxisnahe Leukämieforschung

Wie kann das Leben von Leukämiepatienten gerettet werden? Dieser Frage widmet sich seit 30 Jahren die Stefan-Morsch-Stiftung – als älteste deutsche Stammzellspenderdatei, aber auch als Förderin verschiedenster medizinischer Forschungsprojekte. Zwei dieser Projekte – zur akuten myeloischen Leukämie (AML) und zum Multiplen Myelom – sind an der Berliner Charité angesiedelt, wohin nun erneut 150 000 Euro aus der Stiftung fließen.
Seit 2012 finanziert die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld die Arbeit des Forschungslabors der Hämatologie an der Charité. Geleitet wird die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Igor Wolfgang Blau von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie:  „Durch die  Kofinanzierung der Personalstellen im Labor können wir, durch die Identifikation von Mutationen bei der AML weiter erkunden, wie sie als Marker für das Therapieansprechen und die Prognose von Patienten dienen können.“ Durch die umfassende genetische Charakterisierung der Patienten soll eine differenzierte Therapie ermöglicht werden.

Die Schwerpunkte der Arbeitsgruppe Blau liegen also darin, neue molekulargenetische Methoden aus der Forschung in die klinische Routine zu überführen und die Wechselwirkung von hämatologischen Erkrankungen mit dem Knochenmarkstroma  zu untersuchen.  Dabei gilt dem Multiplen Myelom ein besonderes Augenmerk:  „Wir untersuchen Polymorphismen verschiedener Gene bei Myelompatienten, z.B. das CCND1 Gen, um Verläufe der Erkrankung bei den Patienten besser zu verstehen und das Ansprechen auf die Therapie vorherzusagen.“ Durch das bessere Verständnis von den Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und Zellen der Tumorumgebung erhoffen wir uns neue Therapieansätze zu finden.

Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärte bei der Scheckübergabe in den Räumen der Stiftung: „Wie in der Satzung der Stiftung festgelegt, haben wir das Ziel, das öffentliche Gesundheitswesen – insbesondere auf dem Gebiet der Forschung und Dokumentation über Ursachen und Methoden zur Bekämpfung von Leukämie- und Tumorerkrankungen – zu fördern.“ Professor Blau hat in den vergangenen Jahren eng mit der Birkenfelder Organisation zusammengearbeitet, vor allem wenn es darum ging, Hilfe für Patienten zu leisten, die sich an die Stiftung gewandt haben, weil sie in anderen Einrichtungen als hoffnungslos eingestuft worden waren.