Hoffen – Helfen – Heilen

Christian Krumwiede

„Ich habe mich während einer Blutspende auf dem Fliegerhorst Wunstorf typisieren lassen. Da ich 2018 bereits das erste Mal Stammzellen gespendet habe, wusste ich in etwa, was mir bevorsteht. Dennoch ist man vor jeder Spende aufgeregt, angespannt und voller Emotionen. Man macht sich viele Gedanken, um den Empfänger, über das Leben und natürlich sich selbst. Man nimmt die alltäglichen Dinge ganz anders wahr. Es wird einem bewusst, dass man mehr auf sich und seine Mitmenschen achten muss.

Die Entnahme war für mich, genau wie beim ersten Mal, entspannt und voller Gedanken. Ich hoffte, dass alles gut verläuft und natürlich fragte ich mich, wie es dem Empfänger in diesem Moment geht.
Meine Gedanken zu meinem Empfänger sind, genau wie bei der ersten Spende für ihn, ob es dieses Mal klappt, dass er überlebt und endlich wieder Freude am Leben hat. Ob seine Freunde und Familie ihm beistehen können und natürlich sein Gesundheitszustand. Wir wissen beide, obwohl wir uns nicht kennen, dass eine Spende die allerletzte Hoffnung ist, um weiterleben zu können. Dementsprechend sind meine Gedanken ganz stark bei ihm, man fühlt sich verbunden. Man hofft und wünscht sich so sehr, dass der Empfänger wieder lachen kann und schnell, durch meine Stammzellen in seinem Körper, gesund wird. Oft denke ich an meine erste Spende 2018 zurück, kurz danach habe ich meine Verlobte kennengelernt, es war so, als hätte jemand gesehen, dass ich etwas Gutes getan habe und ich sollte als „Dankeschön“ genau so etwas Gutes zurückbekommen. Nun habe ich mit ihr an meiner Seite ein zweites Mal gespendet.

Ich habe mit der Hoffnung gespendet, Leben retten zu können. Etwas Gutes im Leben zu tun. Etwas Handfestes woran ich mich immer gern zurück erinnern kann. In der Hoffnung irgendwann meinen Kindern voller Stolz erzählen zu können, dass ihr Papa einem Menschen ein neues Leben durch die Stammzellspende geschenkt hat. Das ist etwas so Besonderes und Wertvolles, was man mit Geld nicht kaufen kann. Natürlich habe ich auch gespendet, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Es sollte ein größeres Gesprächsthema in unserer Gesellschaft werden. Mir ist es wichtig, meine Erfahrungen mit anderen Menschen teilen zu können. Bei der Voruntersuchung im September war meine Verlobte von der Situation so betroffen, dass sie ohne zu zögern sich Blut entnehmen und registrieren ließ.

Lasst euch typisieren, es dauert nicht lange, tut nicht weh und kann im besten Fall ein Menschenleben retten. Mit jeder Typisierung steigt die Chance ein Menschenleben zu retten.
Es gibt kein schöneres Gefühl, als dass man helfen kann und im besten Fall den Menschen kennenlernen darf. Ich stelle mir manchmal vor, wie ich meinem Empfänger gegenüberstehe, ihn angucke und einfach lächle. Erst dann merkt man, dass kein Geld der Welt so wertvoll ist, wie die Zeit, die wir miteinander verbringen und wie kostbar ein „Dankeschön“ ist.
Man muss keine Angst haben, trau dich und lass dich registrieren. Mutig sein, Spender sein. Lasst uns gemeinsam Leben retten, es lohnt sich.“

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