Hoffen – Helfen – Heilen

„Je näher der Tag der Spende kam, desto mehr habe ich mir Gedanken darüber gemacht wie es dem Empfänger geht.“ Christoph Welsch, 43 Jahre, Vertriebsleiter bei Ehl Beton, hat sich vor fünf Jahren dazu entschlossen als Stammzell-Spender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen. Unter dem Motto „Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Christoph Welsch hat nun die Chance bekommen, durch eine Stammzellspende vielleicht das Leben eines genetischen Zwillings zu retten, der an einer dieser todbringenden Krankheiten leidet.
Denn der Patient braucht Stammzellen, damit sich sein eigenes Blut bildendes System wieder regenerieren kann. Diese Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Die Stefan-Morsch-Stiftung hat eine hauseigene Entnahmestation, die derzeit sich derzeit noch in der Schneewiesenstraße in Birkenfeld befindet. Christoph Welsch war überrascht, dass er die Entnahme fast vor der eigenen Haustür machen konnte. Der Rinzenberger kennt die Stefan-Morsch-Stiftung eigentlich seit ihrer Gründung: „Dass die Stiftung mehr als nur eine Datei verwaltet, dass es hier eine Entnahmestation gibt, dass es hier auch ein internationales Suchzentrum gibt – das habe ich alles erst in der Vorbereitung erfahren .“

Der Vater von zwei Kindern hat sich aber auch darüber informieren können, welche Risiken und Nebenwirkungen eine solche Spende für ihn mit sich bringt: „Zuerst hatte ich ein flaues Gefühl, aber dann ist mir klar geworden, dass ich eigentlich mit einem sehr geringen Aufwand helfen kann. Und das ist das Wichtigste.“ Eine solche Vorbereitung des Spenders ist eine der Kernaufgaben, der Stefan-Morsch-Stiftung. Denn parallel zum Spender wird in einer Transplantationsklinik der leukämiekranke Patient für die Transplantation vorbereitet: Sein Imunsystem wird komplett ausgeschaltet – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Wenn er sich jetzt mit einem Virus infiziert oder es aus irgendeinem Grund mit der Stammzell-Spende nicht klappt, ist sein Leben massiv gefährdet.

Christoph Welsch hofft nun, dass seine Stammzellen dem Patient, tatsächlich einen neuen Start ins Leben ermöglichen: „Ich will vielleicht gar nicht unbedingt wissen, wer der Empfänger ist. Wenn ich ihm aber geholfen habe, ist es für mich ganz persönlich gut zu wissen: Ich habe in meinem Leben vielleicht einem Menschen das Leben gerettet.“