Hoffen – Helfen – Heilen

Trotz Prüfungsstress war es für Daniel Gerstmann keine Frage, dass er für einen Menschen mit Blutkrebs Stammzellen spendet:

„Vor kurzem habe ich mich auf ein kleines Abenteuer begeben: eine Stammzellspende für einen Fremden. Mir ist aufgefallen, dass viele nichts über diese Möglichkeit zu helfen wissen. Ich möchte diese Lücke schließen.

Knapp vor meiner Abschlussprüfung zum Beamten klingelt mein Handy: Ich komme für eine Stammzellspende in Frage. Ob ich dazu bereit wäre. ‚Natürlich‘, sagte ich. Nur, bald war meine Prüfung. Aber es war kein Problem, das bei der Terminplanung zu berücksichtigen. Ein paar Wochen später stand die Voruntersuchung im Entnahmezentrum an: Einen Fragebogen ausfüllen und ein genauer Gesundheits-Check. Danach saß ich in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch. Mir wurden auch die Nebenwirkungen des Medikaments erklärt, das ich mir zur Vorbereitung spritzen musste. Es soll die Stammzellproduktion ankurbeln, kann aber grippeähnliche Symptome auslösen. ‚Auweia, das wird kein Spaziergang‘, dachte ich mir danach. Nicht nur, dass ich Angst vor Spritzen habe. Auch die Nebenwirkungen bereiteten mir Sorgen. Aber was soll´s, es kann das Leben eines anderen Menschen retten!

Fünf Tage vor der Spende versuchte ich, mir selbst das Medikament zu spritzen. Augen zu und durch, was meine Frau mir empfohlen hatte, funktionierte nicht. In Ruhe und langsam hat dann geklappt. Die Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen, ein bisschen Kopf- und Gliederschmerzen. Ich habe mich gefühlt, wie um 30 Jahre gealtert.

Da wir nicht in der Nähe des Entnahmezentrums wohnen, hat die Stiftung für mich und meine Frau ein Hotel in der Nähe gebucht. Am Abend vor der Entnahme checkten wir ein. Das war seit zwei Jahren der erste Abend ohne Kinder. Die Spende am nächsten Tag war genauso entspannt wie Blut spenden, nur länger. Mit ein paar Serien auf dem Handy, war die Zeit ganz schnell verflogen genau wie die Nebenwirkungen. Jetzt bleibt die Hoffnung, dass meine Empfängerin geheilt wird.

Ein herzliches ‚Danke‘ an alle Beteiligten, die so eine Chance möglich machen!“