Hoffen – Helfen – Heilen

Daniel Morawe aus Borken im Münsterland sagt von sich: „Ich helfe gerne.“ Die Gelegenheit dazu hat der 26 Jährige sicherlich fast täglich, wenn der Polizeikommissar in Oberhausen auf Streife geht. Jetzt hatte er jedoch die Gelegenheit, auf ganz andere Art einem Menschen zu helfen – vielleicht sogar ein Leben zu retten. Seit 2009 hat er einen Stammzellspender-Ausweis der Stefan-Morsch-Stiftung, die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke bietet. Vor zwei Monaten bekam er den Anruf, dass ein Patient, seine Stammzellen braucht, um eine Chance zu bekommen, diese todbringende Krankheit zu überwinden.
Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Chemotherapie und Bestrahlung reichen oft nicht aus, um den Patienten zu heilen. Dann kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders, mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) – etwa bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Daniel Morawe hat die Prozedur auf sich genommen: Noch am Morgen hat er die letzten Medikamente gespritzt, um sein Blut bildendes System auf die Entnahme vorzubereiten. Ein bisschen angeschlagen hat sich der der sportliche Polizist gefühlt: „Aber das ist lapidar, im Vergleich zu der Tatsache, dass man jetzt jemandem helfen kann.“