Hoffen – Helfen – Heilen

Jasmin Christmann

Jasmin Christmann aus Kaiserslautern hat sich während einem Blutspendetermin bei uns registriert. Jetzt hat ein Blutkrebspatient die Hilfe der 24-Jährigen als Stammzellspenderin gebraucht.

„2018 war ich Blut spenden und im Eingangsbereich saß ein Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung, der mich fragte, ob ich Interesse an der Typisierung hätte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bestimmt schon über ein Jahr ein Typisierungs-Set Zuhause rumliegen und es einfach leider immer wieder vergessen, deshalb war die Entscheidung sehr schnell gefällt.

Etwas mehr als ein Jahr später kam dann zum ersten Mal die Anfrage, ob ich für einen Patienten spenden könnte. Ich habe mich sehr gefreut, dass es nun endlich soweit war. Diese Wochen waren sehr aufregend. Ein Leben retten. Das hat sich surreal angefühlt. Ich weiß, dass ich etwas sehr Wichtiges tue für jemand anderen, aber es ist trotzdem fast nicht greifbar. Die Gedanken kreisen um den Empfänger. Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie sich mein Empfänger fühlt. Er wurde auf die Transplantation meiner Stammzellen vorbereitet, sein Immunsystem wurde heruntergefahren, um die Zellen annehmen zu können. Er liegt im Krankenhaus, isoliert und freut sich wahrscheinlich unendlich darüber eine kleine Hoffnung zu haben. Die kleine letzte Hoffnung. Ohne diese Spende würde er es auf keinen Fall überleben. Ich war sein Strohhalm, an den er sich klammern konnte.

Ich habe ambulant gespendet. Das geht so ähnlich wie Blutspenden. Zuvor habe ich mir vier Tage ein körpereigenes Hormon gespritzt, das die Stammzellbildung anregen soll. Das erste Mal war eine Überwindung, obwohl ich Gesundheits- und Krankenpflegerin bin und Spritzen mein täglich Brot sind. Für die Spende an sich ging es nach Mannheim. Nach meiner Spende war ich unheimlich glücklich. Obwohl das ruhig sitzen die ganze Zeit über anstrengend war, ich hatte es geschafft und dieser andere Mensch hat eine Chance.

Ich würde es wieder tun. Ich finde es wichtig, dass jeder sich typisieren lässt und nicht, wie ich, den Fehler macht und sein Set einfach Zuhause rumliegen lässt. Die Spenden werden auf der ganzen Welt (!) gebraucht und es gibt zu wenige Spender. Es sterben Babys, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch ältere Menschen, weil kein passender Spender gefunden wird. Leukämie kann jeden treffen und jeder ist froh, wenn er einen Strohhalm zum Klammern hat. Es war eine wunderbare Zeit mit wunderbaren Menschen von der Stefan-Morsch-Stiftung, die mich begleitet und betreut haben. Ich habe mich gefreut, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

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