Hoffen – Helfen – Heilen

„Papa hilft anderen Menschen!“ Das haben die beiden Jungs von Jörg Griebner gesagt, als der 42jährige Installateur- und Heizungsbaumeister aus Bottrop zur Stammzellentnahme bei der Stefan-Morsch-Stiftung nach Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) gefahren ist. Mit dieser Spende hat er einem Leukämie-Patienten, die Chance gegeben, vom Blutkrebs geheilt zu werden. Jörg Griebner ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop-Eigen. Als 2004 in einer Nachbarstadt das Kind eines Feuerwehrkameraden an Leukämie erkrankt, lässt er sich „typisieren“: „Wenn man helfen kann, warum nicht?“, sagt er sich damals. Leukämie ist nur eine der bösartigen Erkrankungen, die eine Übertragung gesunder Blutstammzellen erfordern können. Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – seine einzige Chance auf Leben, wenn Chemotherapie oder Bestrahlungen nicht geholfen haben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich typisieren lassen – sprich: als Stammzellspender in der Spenderdatei erfasst sind. Um Stammzellen transplantieren zu können, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen. So sind in den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung zwar weltweit über 20 Millionen Menschen registriert – trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.
Jörg Griebner ist ein solcher Glücksfall. Die Nachricht, dass er mit einer Stammzellspende vielleicht ein Leben retten kann, lag zeitgleich mit der KfD-Zeitschrift im Briefkasten, in der ein Artikel über die Knochenmarkspende stand. Bei der Blutstammzell-Transplantation gewinnt man die Stammzellen nicht aus dem Knochenmark, sondern mit Hilfe eines speziellen Verfahrens aus dem Blut des Spenders. Vorher muss jedoch die Zahl der zirkulierenden Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu wird der Spender maximal eine Woche lang ambulant vorbehandelt, das heißt, ihm wird der Wachstumsfaktor G-CSF zur Anreicherung der Stammzellen unter die Haut gespritzt. Dieser Botenstoff wird natürlicherweise vom menschlichen Organismus gebildet und sorgt unter anderem dafür, dass Stammzellen vom Knochenmark ins Blut übertreten. Als Nebenwirkungen können gelegentlich Knochen-, Muskel-, bzw. Kopfschmerzen und – in seltenen Fällen – Fieber auftreten. Diese möglichen Beschwerden verschwinden jedoch unmittelbar nach dem Absetzen der G-CSF-Gaben. Bei der Spende von Stammzellen aus dem Blut ist weder eine Narkose noch eine Operation erforderlich. In einer Entnahmestation (Apherese) – wie die der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld, können dann ähnlich wie bei einer Dialyse die Stammzellen entnommen werden.
Der Familienvater aus Bottrop hat die Stammzellentnahme gut überstanden. Sein Fazit ist: „Wenn wir in der Situation wären, wie der Leukämiepatient, dann wären wir auch froh, uns würde jemand helfen.“