Hoffen – Helfen – Heilen

Was wäre, wenn jemand aus meiner Familie eine so schwere Krankheit wie Leukämie oder Thalassämie bekäme und eine Stammzelltransplantation die einzige Hoffnung wäre, das Leben zu retten? Dieser Gedanke motiviert viele Menschen die Ärmel hochzukrempeln, eine Blutprobe abzugeben und sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen. Klaus Frenk, 44 Jahre, aus Rhede, hatte diesen Gedanken auch, deshalb hat er seit 2003 einen Spenderausweis. Jetzt bekam der die Gelegenheit, vielleicht das Leben eines Leukämiepatienten zu retten: „Ich habe ein unheimlich gutes Gefühl dabei.“
Klaus Frenk, gelernter Maler- und Lackierer, ist regelmäßiger Blutspender. „Das ist bei uns in der Gegend schon fast ein Volkssport“, erzählt der dreifache Familienvater. Unter dem Slogan: „Einmal stechen, zweimal helfen“ wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung regelmäßig bei Blutspendeterminen, sich auch als Stammzellspender typisieren zu lassen. Bei einer solchen Gelegenheit ist auch Klaus Frenk zum Team der Lebensretter der Stefan-Morsch-Stiftung gestoßen. So leistet der Rhedener doppelte Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke: Der größte Teil der Blutkonserven kommt nämlich Krebspatienten zu Gute. So berichtete beispielsweise Prof. Dr. Martin Wolf, Direktor der Kasseler Klinik für Onkologie, Hämatologie und Immunologie, in einem Bericht der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen, dass seine Patienten im Einzelfall zwölf Liter an Blutkonserven im Jahr benötigen.

Viele Leukämiepatienten bekommen nach einer Stammzelltransplantation noch Blutprodukte zur Unterstützung der Therapie. Aber auch schon vorher sind Blutkonserven nötig – etwa um die Wartezeit zu überbrücken, bis ein Lebensrettender Stammzellspender gefunden wird. Zwar sind weltweit in den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung fast 15,5 Millionen Menschen registriert, trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet. Klaus Frenk ist so ein Glückfall.

Bereits drei Mal war er in der Vorauswahl für eine Spende, weil seine Gewebemerkmale mit denen eines Leukämiepatienten übereinstimmten. So auch im vergangenen Jahr, wo wenige Tage vor der anberaumten Transplantation der Spendetermin abgesagt wurde, weil ein weiterer Spender gefunden wurde, dessen Gewebemerkmale optimaler zum Empfänger gepasst haben. Für Frenk eine kleine Enttäuschung. Er hätte gerne geholfen, aber: „Es ist doch gut, wenn das optimale für den Patienten getan werden kann. Ich hoffe für ihn, dass er wieder gesund wird und sein Leben neu genießen kann. Auf jeden Fall haben meine Familie und ich ein völlig neues Bewusstsein aus dieser Erfahrung gewonnen und ich stehe jederzeit wieder für einen Patienten bereit“, schrieb er damals seine Gedanken auf der Homepage (www.stefan-morsch-stiftung.de) der Stefan-Morsch-Stiftung nieder.

Dieses „Jederzeit“ kam für Frenk in diesem Sommer. Ein anderer Patient brauchte seine Hilfe. Der Spendetermin lag dieses Mal ausgerechnet zum Beginn des neuen Schuljahres. Ein Tag, an dem bei dem Frenks der Papa als Organisator und Haushaltsmanager dringend gebraucht wird. Unter dem Motto „Einer für alle, alle für Einen“ sprang kurzerhand die Schwägerin ein, um dem 8 Jährigen Sohn und den beiden 11 und 13 Jahre alten Töchtern beim Schulstart beizustehen. Denn während Papa Frenk zur Stammzellspende nach Birkenfeld/nahe reiste, musste Mama Frenk arbeiten. Aber alle stehen hinter Papas Lebensrettungs-Projekt: „Da kann man ja auch nicht Nein sagen, wenn man sozial verantwortlich handelt, oder?“, lächelt Frenk. Auf die Frage, ob er sich wieder als Stammzellspender zur Verfügung stellen würde, wenn er gebraucht würde, antwortet er ganz klar: „Jederzeit“.

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