Hoffen – Helfen – Heilen

Kristof Seibt aus Meerbusch ist gerade heraus. Als ihn vor 13 Jahren ein Freund an der Sporthochschule Köln fragte: Kommst Du mit und lässt dich als Stammzellspender für die Stefan-Morsch-Stiftung registrieren, ging er mit: „Ehrlich gesagt, hatte ich damals gar nicht großartig darüber nachgedacht.“ Jetzt stimmten seine Gewebemerkmale mit denen eines leukämiekranken Patienten und jetzt war klar: Er hilft und spendet Stammzellen.
Der 38 Jährige Vater von drei Kindern ist keiner, der jemanden hängen lässt. „Klar bedeutet diese Spende einen Zeitaufwand, aber was ist das schon, wenn man dadurch die Chance verpassen würde, jemandem das Leben zu retten.“ Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Chemotherapie und Bestrahlung reichen oft nicht aus, um den Patienten zu heilen. Dann kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders, mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) – etwa bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau mit Hilfe dieses Verfahrens wurden nun bei Kristof Seibt die Stammzellen entnommen. Über die Nebenwirkungen, die mit der Verabreichung des Botenstoffs verbunden sind, erklärt er: „Ich habe mich ein bisschen grippös gefühlt. Aber das ist lachhaft im Vergleich zu dem, was man erreichen kann, indem man Stammzellen für einen todkranken Menschen spendet.“

Seibt arbeitet in der Werbung für ein großes Kommunikationsunternehmen, für die Voruntersuchung ist er schon einmal nach Birkenfeld gereist. Dabei wurde er nicht nur über die Risiken der Stammzellspende informiert sondern auch gründlich untersucht. Denn nur ein gesunder Spender wird zur Stammzell-Entnahme gebeten. Kristof Seibt: „Meine Vorgesetzten haben sofort gesagt: Das, was Du da machst, ist wichtiger als das, was wir hier machen.“ Für ihn als Familienvater ist klar: „Ich würde es wieder machen: Stell Dir vor, Du oder Deine Kinder wären so krank und es würde jemanden sagen, der Zeitaufwand Dir das Leben zu retten ist mir zu groß. Nee, nee, Stammzellspende macht wirklich Sinn.“