Hoffen – Helfen – Heilen

Mehr als 400 Fußballfans haben sich vor drei Jahren auf Schalke in Gelsenkirchen als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Markus Surma, Betriebsschlosser aus Ibbenbüren, war einer von Ihnen: „Ich habe gedacht, da kann man mit wenig Aufwand jemandem helfen.“ Jetzt konnte er jemandem helfen: Mit seiner Stammzellspende gab er einem Leukämiepatienten die Chance auf Leben.
Pro Jahr erkranken nach Angaben der deutschen Krebsgesellschaft in Deutschland etwas mehr als 11 400 Menschen an Leukämien. Die Heilungsaussichten variieren. Reicht die Behandlung mit Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus, ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben für den Patienten. Diese Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Gewebemerkmale eines Spenders wie Markus Surma mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Möglichkeiten, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in der Entnahmestation (Apherese) der Stiftung ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau diese Methode wurde nun bei Markus Surma angewandt. Familie, Freunde und auch sein Arbeitgeber haben ihn unterstützt. Die Firma Kindermann, ein Unternehmen der Textilindustrie, will sogar den Verdienstausfall für den eigenen Kollegen der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zukommen lassen.

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt, Menschen können sich hier als Spender registrieren lassen. Ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- speisen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.

Für Markus Surma ist klar. Er rät jedem sich „typisieren“ zu lassen: „Mein Einsatz war relativ gering. Aber für die Patienten ist das oft die einzige Chance auf Heilung.“