Hoffen – Helfen – Heilen

Seit sieben Jahren hat Ömer Kallenci aus Hagen-Hohenlimburg einen Stammzell-Stammzellenspender-Ausweis der Stefan-Morsch-Stiftung, die Hilfe für leukämie- und tumorkranke bietet und die älteste Stammzellenspenderdatei Deutschlands betreibt. 2005 hat er sich bei einer Blutspende-Aktion des DRK „typisieren“ lassen: „Ich wollte anderen Menschen, die krank helfen“, sagt der 31jährige Fräser. Jetzt bekam er den Anruf der Stiftung, dass er einem Menschenvielleicht durch eine Stammzell-Transplantation das Leben retten kann.
Typisierung bedeutet: Menschen, die sich als Stammzellenspender für Stammzellen bzw. Knochenmark zur Verfügung stellen wollen, können sich in der Stammzellenspenderdatei registrieren lassen. Dazu müssen sie eine Blutprobe abgeben. Nach einer ersten Analyse des Blutes, kann man feststellen, ob sie als Stammzellenspender für einen leukämiekranken Patienten in Frage kommen. Mit jedem neu gewonnen Stammzellenspender erhöht sich die Chance, dass Menschen mit dieser meist todbringenden Krankheit geholfen werden kann.

Nicht nur Ömer Kallenci, auch seine Eltern haben die Nachricht, dass er nun durch eine Stammzell-Spende vielleicht ein Leben retten kann, positiv aufgenommen: „Sei haben mich unterstützt, nur ein paar Freunde waren eher skeptisch.“ Aber er hat sich trotzdem zur Spende entschlossen.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Chemotherapie und Bestrahlung reichen oft nicht aus, um den Patienten zu helfen. Dann kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Stammzellenspenders, mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Stammzellenspender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) – etwa bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau mit Hilfe dieses Verfahrens wurden nun bei Ömer Kallenci die Stammzellen entnommen. Der Fräser hat die weite Anreise und die Zeit in der Birkenfelder Entnahmestation gut überstanden. Er fühlte sich durch die Stefan-Morsch-Stiftung „sehr gut“ betreut und würde in jedem Fall noch einmal einer Transplantation zustimmen.